Inzwischen erreichen mich einige Zuschriften von Menschen, die von der Misere bei der WELEDA betroffen sind bzw. die einen Einblick in die Geschehnisse haben und deren Identität ich hier natürlich nicht preisgeben kann. Ihre Berichte und Einschätzungen von aktuellen und vergangenen Zuständen und Entscheidungen des Managements stellen aber natürlich auch immer nur eine persönliche Meinung und (authentische) Beurteilung dar.
Zum Blog selber heisst es da u.a.:
"... Ihren Blog habe ich immer sehr geschätzt und eigentlich
ist es ein Jammer, dass er überhaupt nötig ist, weil niemand gekommen ist und
gesagt hat, ja, das sind gute Ideen, das setzen wir um.
Aber vielleicht wird das jetzt besser, wenn irgendwelche Egoismen immer weniger nützen."
Zur aktuellen Situation:
"... In Schwäbisch-Gmünd wurde kürzlich wieder mit den "alten" Methoden gekündigt, 13 von 18 Mitarbeitenden im Medizinischen Außendienst, sehr rüde und unvorbereitet, behalten wurden ausgesprochen nur die "Gehorsamen", "Leicht zu Führenden", die die selbst denken und schon 20 Jahre und mehr dabei sind, sind unerwünscht.
... Ralph Heinisch wird als sehr wohltuend wahrgenommen, weil auch erreichbar für die "einfachen" Mitarbeiter, aber das Übel scheint sein "Einflüsterer", Andreas Sommer zu sein, der letzte, der von der Basler Führungsriege übriggeblieben ist. ...
... Herrn Heinisch ist es ja egal, wen er kündigt, er kennt sich noch nicht so
aus. ...
... Es wird also immer noch unnötig viel Porzellan zerschlagen ...
... Auch wenn die Zahlen bald wieder stimmen, es geht doch auch um den Erhalt der Zukunftsfähigkeit! Selbst wenn man sich derzeit von langjährigen Mitarbeitern
trennen muss - und damit von sehr viel Know-How -, sollte das doch unter
Bedingungen geschehen, die die Menschen nicht langfristig verstören. Das
scheint auch von den Neuen am Ruder offensichtlich noch viel zu wenig
verstanden zu werden. ..."
und
" ... Über die Notwendigkeit von
Sanierungen braucht man nicht diskutieren. Es ist auch richtig, den Wasserkopf
im Management abzubauen. Jetzt aber sind Führungskräfte am Werk, die über
keine Qualifizierung im Arzneimittelbereich verfügen.
... Der gesamte Außendienst Medizin wurde aufgelöst, langjährige und engagierte Mitarbeiter mit umfassendem Wissen entlassen.
... Nirgendwo in der Presse findet man, dass WELEDA zur Zeit umfangreiche Entlassungen durchführt. "Natürlich" geschieht das im gegenseitigen Einvernehmen und die Mitarbeiter unterschreiben, dass nichts an die Öffentlichkeit gelangt."
und mehr auf die Vergangenheit bezogen:
"...die vielen Leute im Headquarter Basel und die, die nachher in Arlesheim
alle eingestellt wurden, sind vollkommen oversized (= es sind viel zu viele), man hatte dort eine eigene
Business Unit (= Abteilung) für Naturkosmetik angesiedelt (Head Marketing NOC (= Marketingleiter für Naturkosmetik), Head of F & E NOC (= Leiter der Forschung und Entwicklung Naturkosmetik), Head of Production NOC (= Produktionsleiter Naturkosmetik), Head Projektleitung NOC.).
Die F & E Naturkosmetik (Galenik) wurde von Schwäbisch Gmünd nach Arlesheim verlegt wo die F & E Actives / Fragrances (= Wirkstoffe / Düfte) schon waren, incl. den beiden Verpackungsentwicklern. In Schwäbisch Gmünd hat man die Abteilung F & E Galenik NOC dann geschlossen, die Leute (Laboranten, Chemieingenieure usw.) dort sind dann gegangen, nur die zwei Verpackungsingenieure sind in Schweiz mit umgezogen, für die hat man dann noch zusätzlich einen Teamleiter gesucht. Für jeweils Galenik und
Actives in CH wurden neue Leiter über Consulting Firmen eingestellt, für die
einzelnen NOC Segmente (Baby, Face, Body, Hair, Cleansing) wurden
Entwicklungsingenieure und Laboranten neu eingestellt, die meisten auch über
Consulting Firmen. In Basel wurden in 2011 bis Anfang 2012 noch neue
Nachhaltigkeitsbeauftragte, Marketingconsultants, Projektleiter bzw. ein Leiter
Projektmanagement eingestellt (von renommierten Unternehmen).
Bemerkung: Eine Anwerbung von Fachkräften über Consultingfirmen kostet immer richtig Geld, denn diese Firmen lassen sich ihre Dienste etwas kosten. Das Einschalten von Consultingfirmen zur Personalsuche ist immer dann notwendig, wenn niemand in der Firma die wirkliche Verantwortung für die Entscheidung für oder gegen einen Mitarbeiter / eine Mitarbeiterin übernehmen will oder wenn niemand die Zeit hat, sich darum zu kümmern.
... Naturkosmetik sind immer Kleinmengen gegenüber konventioneller Kosmetik, der Headcount ist vollkommen oversized.
... Weleda kann nicht so viele Flaschen/Tuben bzw. neue Artikel listen damit sich der ganze personelle Headcount rechnet. Die Verpackungsentwicklung kann man über beide Sparten (Pharma und NOC) abdecken, das Supply Chain Management bzw. Quality ist auch
für beide Sparten zuständig. Der dezentrale Einkauf ist ein Luxus den sich das
Unternehmen leistete, drei Länder kaufen Kleinstmengen an Gläsern, Tuben,
Kartonagen usw. ein, die Lieferanten schüttelten den Kopf. Die Glashütten
lieferten z.T. nicht mehr direkt wegen den Mengen und verweisen auf Händler.
Andere Lieferanten hatten die Mindestbestellmengen signifikant erhöht."
Bemerkungen eines Kunden (Therapeuten):
"... beim sporadischen Lesen Ihres Blogs sehe ich immer wieder das Bild
von Rudolf Steiner auf der rechten Bildseite. Es ist ein sehr bezeichnendes, gut gewähltes Bild. Rudolf Steiner wollte ursprünglich sehr viele WELEDA-Niederlassungen mit einem ureigenen Impuls: zeitgemäße Heilmittel
herstellen.
... Der anthroposophische Geist weht, wo er will. Der "Niedergang" im finanziellen Geldwesen der WELEDA hat mit dem spiritus rector zu tun, der dort abhanden gekommen ist.
... Ich beobachte diese Entwicklungen auch schon seit Jahren, zumal die WELEDA auch Therapeuten vor den Kopf gestoßen hat mit einseitigen bzw. ignoranten Maßnahmen.
Es sind ja Abgründe in unserem Zeitalter schon aufgerissen zwischen Mensch und Mensch!
In einer Weise, wie es die Menschen gar nicht ahnen, gehen sie heute aneinander
vorbei, ohne sich im geringsten zu verstehen. [...]
Wie blind heute die
Menschen aneinander vorbeigehen, das sieht man dann, wenn diese Menschen in den
mannigfaltigsten Gesellschaften und Sozietäten sich vereinigen. Die sind heute
oftmals für die Menschen durchaus nicht eine Gelegenheit, Menschenkenntnis sich
zu erwerben. Die Menschen können heute jahrelang mit anderen Menschen
zusammensein und sie nicht genauer kennen als sie sie kannten, als sie mit
ihnen bekannt geworden sind. [...]
Und das ist das ungeheuer Wichtige, daß in uns der Trieb erwacht, nicht bloß
den Menschen, wenn wir ihm gegenüberstehen, nach Sympathien und Antipathien zu
empfinden, nicht bloß in uns den Trieb erwachen zu lassen, irgend etwas am
Menschen zu lieben oder zu hassen, sondern ein liebe- und haßfreies Bild, wie
der Mensch ist, in uns zu erwecken.
12.12.1918, GA 186, S. 170ff."









