Mittwoch, 6. Juli 2011

Bericht von dem "Weleda-Treffen" im Goetheanum

Ja, Info3 hat meinen Leserbrief abgedruckt. Danke. So konnte der tendenziöse Berichterstattung des ausführlichen WELEDA Artikels im letzten Heft wenigstens etwas richtiges Fundament gegeben werden.

Doch zum Thema: In dem Nachrichtenblatt für die Mitglieder der AAG 7/11 steht ein ausführlicher Bericht von der Zusammenkunft von Vorstand und interessierten Mitgliedern am Goetheanum zum Thema WELEDA. Da meine Tochter zur gleichen Zeit ihre Jahresarbeit vorstellte, konnte ich leider nicht dabei sein.
Einige Sätze aus dem Bericht kommen mir aber bekannt vor - sie waren schon vor über 10 Jahren aktuell, als ich noch bei WELEDA arbeitete. Wenn ich beispielsweise lese "Ärzte berichteten ..., dass sie lange Wartezeiten für die Lieferung von Arzneimitteln in Kauf nehmen mussten oder dass bestimmte Arzneimittel nicht lieferbar waren (out of stock) ...", dann sind das noch die gleichen Probleme wie vor 10 Jahren.
Da frage ich mich, wann den endlich das größte Problem der WELEDA thematisiert wird: Das unfähige Management. Wenn es einer operativen Firmenleitung nicht gelingt, innerhalb von mehr als 10 Jahren (denn das Problem der "out-of-stock"-Situationen gab es ja auch schon lange vor meiner WELEDA-Zeit) eine zuverlässige Lieferfähigkeit sicherzustellen, dann würde in jedem Unternehmen der freien Wirtschaft das Management umgehend ausgewechselt. Bei WELEDA? Kontrolle durch den Aufsichtsrat / Verwaltungsrat? Fehlanzeige. Es wursteln noch immer die gleichen machtbesessenen Personen im Management herum und ergänzen sich durch die WELEDA- und Anthroposophie-spezifische Co-Option auch noch selbst mit Gleichgesinnten, die fleissig mitwursteln. Und in anthroposophsichen Kreisen wird der dringend notwendige Schritt gescheut, denn es sind ja die "lieben Freunde", die da im Management sitzen ... da lässt man lieber die WELEDA vor die Wand fahren und die ganze Anthroposophische Gesellschaft noch mit dazu. Es gibt doch auch "Könner" unter den Anthroposophen, die eine Firma markt- und zukunftsfähig leiten können - Götz Werner, Götz Rehm, Wolfgang Gutberlet ... - doch sie hat noch keiner gefragt.
Denn: vielleicht hat die mangelnde Nachfrage nach Arzneimitteln auch noch andere Gründe? Vielleicht eben diese Unzuverlässigkeit? Wenn ein Arzt nicht sicher sein kann, dass sein Patient die von ihm verschriebene Arznei auch bekommt, dann verschreibt er doch gleich einen andere - da gibt es ja immer noch die WALA Arzneimittel ...
Wenn ein Management 10 Jahre braucht, um dringend notwendige Entscheidungen durchzuführen wie z.B. die Konzentration der Arzneimittelherstellung an einem Standort, die laut Bericht ja jetzt endlich durchgeführt wird und die ich schon vor 10 Jahren angemahnt hatte, dann ist auch das keine Glanzleistung - wie viele unnötige Ausgaben hätten in 10 Jahren eingespart werden können, ohne dass an die Qualität gelitten hätte?
Ja, vor ziemlich genau 10 Jahren wurde ich (das erste und einzige Mal) dazu aufgefordert, einen Beitrag zur strategischen Entwicklung der WELEDA zu geben. Wenn es einem Nicht-Fachmann - ich habe ja weder Betriebswirtschaft noch Unternehmensführung studiert - schon auffällt, was vor 10 Jahren dringend notwendig war, und das dann heute großteils immer noch nicht, in einigen Teilen erst ansatzweise umgesetzt ist, und der Aufsichtsrat / Verwaltungsrat (dem diese Versäumnisse und ihre Tragweite sehr gut bekannt waren) nichts unternommen hat, dann ist es kein Wunder, wenn statt Gewinnen Schulden aufgehäuft werden.
Schwierig ist nur, dass jetzt das Management eine Ausrede und fadenscheinige Begründung für die schlechte wirtschaftliche Situation der WELEDA hat - die übrigens in dem Bericht erfreulich offen und deutlich dargelegt wurde -: Es sind die bösen Arzneimittel schuld, die das ganze Geld fressen. Nein, es sind nicht die verlorenen Umsätze durch "out-of-stock" Situationen, es ist nicht das verlorene Vertrauen der Ärzte, es ist nicht die Dumping-Politik des Verkaufens der hochwertigen Körperpflegemittel über Drogerie-Discounter wie Müller (siehe Artikel unten) und Schlecker ..., es ist nicht die fehlende oder nur marginale Präsenz in den Boom-Märkten in Asien, es ist nicht die mangelnde Schulung und Unterstützung anthroposophischer Ärzte ...
Dabei habe ich schon vor 10 Jahren gefordert, konsequent diesen Weg zu gehen, dass weniger verwendete Arzneimittel nur noch über spezielle Apotheken direkt hergestellt werden, dass jeder anthroposophische Arzt einen anthroposophischen Apotheker "seines Vertrauens" in seiner Umgebung hat, der für ihn zuständig ist und der ihm und seinen Patienten "seine" Arzneimittel in WELEDA-Qualität und aus WELEDA-Rohstoffen herstellt. Vor 10 Jahren habe ich ein weltweites Internet-Diskussions-, Dialog- und Schulungsforum für anthroposophische Ärzte gefordert, heute im Zeitalter der Online-Schulungen könnten darüber beispielsweise weltweite Online-Schulungseinheiten abgewickelt werden ...
Nein, Kritik am Management der "lieben Freunde" in der Geschäftsführung der WELEDA ist unanständig, das tut man nicht. Auch die Ärzte tun es nicht, sie wachen nur kurz auf, wenn ihre Arzneimittel nicht mehr verfügbar werden, stellen aber keine ganzheitliche Diagnose zum kranken Patienten WELEDA, sie sehen nicht, dass es das ganze Gebilde WELEDA ist, das krank ist, und dass die Streichung der Arzneimittel, die unzuverlässigen Lieferungen und die schlechte Schulung nur ein Symptom der Krankheit ist und die Ursache dieser Krankheit im Kopf - also im Management - sitzt. "Der Fisch stinkt immer vom Kopf her" ist eine alte und immer zutreffende Weisheit jeder Organisationsentwicklung.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Unkritischer Journalismus - Info3-Artikel "Globuli & Geld"

Da hab ich mich gefreut - und wurde herb enttäuscht. Gefreut habe ich mich, dass Info3 im Briefkasten lag, und noch mehr, als ich das Titelthema "Globuli & Geld - wie WELEDA zwischen Heilauftrag und Markt balanciert" sah. Herb enttäuscht wurde ich dann aber beim Lesen des Artikels. Investigativer Journalismus? Fehlanzeige. Ausgewogene Darstellung verschiedener Meinungen? Fehlanzeige. Befragung von Mitarbeitern, ehemaligen Mitarbeitern, kritischen (anthropsophischen) Ärzten? Fehlanzeige. Stattdessen die Übernahme von WELEDA-Slogans und Pressemitteilungen.
Will Info3 einen großen Anzeigenkunden (ganzseitige Anzeige der WELEDA auf der ersten Umschlagseite) nicht vergraulen? Oder ist die neue Redakteurin Laura Krautkrämer durch ihre vorherige Tätigkeit in der Medienstelle Anthroposophie so geprägt, das sie keine kritischen und unvoreingenommenen Blick auf anthroposophische Institutionen mehr hat?
Das WELEDA Marketing fängt schon beim ersten Satz an: "Weleda ist bis heute die erfolgreichste Marke mit anthroposophischer Prägung ..." - leider bleibt die Begründung für diese Behauptung aus. Erfolgreich in welcher Hinsicht? Wie weit wird "anthroposophische Prägung" gefasst? Der Drogeriemarkt dm hat auch eine anthroposophische Prägung und ist sowohl finanziell als auch inhaltlich sicher wesentlich erfolgreicher, und wer die Bilanzen, die Gewinne, die Eigenkapitalquote und vielleicht auch die Mitarbeiterzufriedenheit, aber auch die Akzeptanz bei Ärzten etc. nebeneinander stellt, wird vielleicht sehen, dass WALA bzw Dr. Hauschka bessere Zahlen und bessere Resultate aufweist. Wer Wachstumsraten als Maßstab für Erfolg nimmt, wird vielleicht Alnatura als wesentlich erfolgreicher sehen. Wo, bitteschön, ist den WELEDA wirklich erfolgreich??? Wie wird Erfolg definiert???
Im weiteren Verlauf werden systematisch die Kritiker in die Ecke der Querulanten, Altmodischen, und "Versteinerten" geschoben ... schon in der Wortwahl:
"Schon im Frühjahr 2010 kursierte ein ... Brandbrief mit dem Titel "Heilmittelkatastrophe"" - es folgt eine tendenziöse, den Inhalt fast ins lächerliche ziehende Inhaltsbeschreibung ...
"Die Geschäftsleitung versucht seither, ihre Sicht gegenüber jenen kritischen Ärzten deutlich zu machen, aber der Widerstand bleibt. Die missliebige Stimmung verband sich zusätzlich mit Kritik an einem unterstellten "anthroposophischen Ausverkauf" der Weleda: Immer weniger Mitarbeitende, insbesondere auf der Führungsebene, hätten einen Bezug zur den anthroposophischen Wurzeln des Unternehmens." Wer einmal z.B. auf XING die Biographien der dort vertretenen WELEDA Mitarbeiter anschaut, wird sehen, dass die meisten erst seit wenigen Jahren im Unternehmen sind und insbesondere viele Führungskader aus Kaderschmieden wie Ernst & Joung oder eben aus anderen Industriebetrieben stammen - dass langjährige Mitarbeiter, die WELEDA kennen, eine Chance bekommen in leitende Positionen aufzusteigen, findet sehr selten statt.
Abenteuerlich wird es, wenn die Autorin ihre Gedanken freien Lauf lässt, was auch viel über die Autorin selbst aussagt (die die Medienstelle Anthroposophie leitete!): "Die Kritik an Weleda ist möglicherweise auch als tief eingewurzelter kulturpessimistischer Reflex zu sehen. Anthroposophie und ihre Praxisfelder galten jahrzehntelang als subversiv, als eher verfolgt vom Mainstream und diesem prinzipiell entgegengesetzt. Für manch einen Anthroposophen ist diese Erfolglosigkeit daher geradezu ein Ausweis geistigen Adels - und umgekehrt der Erfolg immer verdächtig." Hier wird zweierlei impliziert: Einmal, dass die Kritiker "Ewiggestrige" sind, sozusagen die "violetten Strickstrumpfanthroposophen", und der WELEDA den Erfolg missgönnen, und zum anderen, dass WELEDA mit der jetzigen Strategie und dem jetzigen Management erfolgreich ist. Für das erstere gibt es - auch in dem Artikel - keine Beweise, es ist ja eher so, dass es Menschen sind, die genau das verstanden haben, was in dem Artikel für WELEDA reklamiert wird, dass nämlich bewusste Konsumenten sich für die Qualität des Unternehmens interessieren - und die misst sich nicht an bunten Werbeanzeigen an Bushaltestellen, sondern z.B. an der Qualität im Umgang mit den Mitarbeitenden. Und leider bleibt auch für das zweite der Beweis schuldig, die Unterstellung, dass WELEA erfolgreich sei, ist weder durch Zahlen noch durch Aussagen untermauert - und leider auch vollkommen haltlos:
"Kann es da noch mit rechten Dingen zugehen, wenn eine anthroposophische Marke Erfolg hat, ja sogar Gewinn macht, wo doch die "böse Außenwelt" "wahre Anthroposophie" stets verschmäht?" - bitte, wo bleibt denn der Gewinn?
Die Bilanz 2010 weist aus:
  • einen Verlust von fast 3 Mio €
  • eine Verminderung des Eigenkapitals um 10,7%
  • eine Verminderung der Bilanzsumme um 8,1% auf einen Bilanzverlust von 10,5 Mio CHF
  • eine Verminderung des Umsatzes um 3,5%
  • eine Erhöhung der Nettoverschuldung von 87,8 Mio € auf 101 Mio € auf fast 120% des Eigenkapitals
  • eine Dividende kann nicht gezahlt werden.
Das sind die harten Fakten, nachzulesen im Geschäftsbericht der WELEDA 2010. Unternehmenszahlen eines erfolgreichen Unternehmens, das Gewinn macht, sehen anders aus.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf, liest sich der nächste Satz des Artikels geradezu grotesk: ""Natürlich streben wir Gewinn an, jedoch nicht als Selbstzweck. Wichtig ist doch die Frage, aus welchen Gründen? Es ist uns wichtig, dass wir notwendige Investitionen selber bezahlen und damit unsere Unabhängigkeit erhalten können ...", so Peter Braun aus der Geschäftsleitung der Weleda-Gruppe" - vor dem Hintergrund des Betriebsergebnisses hat WELEDA also auch dieses selbst gesetzte Ziel weit verfehlt.
Weiter wird Peter Braun mit Basis-Weisheiten zitiert: "Ein Unternehmen, das keinen Gewinn erwirtschaftet, kann seine Investitionen ... nicht selbst finanzieren, sondern muss sich verschulden." - Ja, genau, WELEDA hat sich seit vielen Jahren hemmungslos verschuldet, z.B. durch die GLS Fonds Weleda 1 mit über 5 Mio. € und Weleda 2 mit 10 Mio. €, um grundlegende Investitionen zu tätigen. Beide Fonds müssen übrigens ab 2012 getilgt, also zurückbezahlt werden - ob da nach der Tilgung noch Geld für Gewinne übrig bleibt???
Weiter geht es in dem Artikel mit inhaltlichen Gesichtspunkten:
"Damit die Arzneimittel ... sich eigenständig behaupten können, wurden grundlegende Kursänderungen vorgenommen: "Unsere Dachmarke Weleda ist gut etabliert und hat ein fantastisches Image", erläutert Nikolai Keller." Das stimmt vielleicht noch, aber WELEDA tut viel dazu, dass dieses Image den Bach hinuntergeht - so z.B. durch die Ramschverkäufe über Drogeriegroßmärkte wie Müller (siehe vorherigen Beitrag).
Leider ist auch das darauffolgende Interview mit Dr. Frank Meyer nicht sehr erhellend, denn auch Dr. Meyer ist im Auftrag der WELEDA unterwegs. Herr Meyer geht auf die WELEDA Qualität ein., die "Sorgfalt im Herstellungsprozess", die "eigenen, oft sehr aufwändigen Verfahren". Ja, es stimmt, bei WELEDA werden Prozesse mit hohem Qualitätsanspruch durchgeführt - nur die Mitarbeitenden der WELEDA, die die Arbeit tun, werden dabei nicht wirklich gewürdigt. Hat Herr Meyer mal einige Monate bei WELEDA im Garten oder in der Produktion mitgearbeitet? Qualität im quantenphysikalischen Sinne kann nur dann stattfinden, wenn die Ausführenden ihre Arbeit mit ganzem Herzen und in positiver Stimmung tun und die Arbeitsbedingungen ganzheitlich optimiert sind - und dazu gehört mehr als "abbe Ecken" und Lasurfarben an den Wänden. Ein quantenphysikalisch erweitertes Qualitätsverständnis fehlt bei WELEDA leider ganz - so wurden in der alten WELEDA Arlesheim die homöopatischen Verdünnungen und Verreibungen in einem Raum gemacht, der wenige Meter Luftlinie von der Oberleitung der Straßenbahn entfernt war - und jedesmal, wenn eine Straßenbahn vorbeifuhr, schob sich ein starkes elektromagnetisches Feld durch den Raum. Ganzheitliches Qualitätsmanagement sieht anders aus - meine Bedenken diesbezüglich wurden übrigens nicht gehört.
Das Problem der WELEDA und der WELEDA Qualität ist doch: Bei WELEDA gibt es einen großen Wasserkopf an Management, der sich jetzt auch noch in Basel seine eigenen Büros eingerichtet hat, um möglichst ungestört von den "niederen Gefilden" der Produktion Entscheidungen treffen zu können. Die Menschen aber, die die Arbeit tun und die Qualität produzieren, werden nur als austauschbare Rädchen gesehen, die vollkommen unwichtig sind. Das hat auch Herr Meyer anscheinend nicht verstanden.
Bleibt noch die Frage: Was veranlasst Info3, einen so schlecht recherchierten und so offensichtlich von der Marketingabteilung der WELEDA gesteuerten Titelartikel zu bringen??? Ob mein Leserbrief an Info3 wohl gedruckt wird??? Er lautet:
Was veranlasst Info3, einen mit so suggestiven Artikel zu bringen? Er suggeriert, das Weleda ein erfolgreiches Unternehmen sei. Die Weleda-Fakten zeigen aber (Bilanz 2010)
  • einen Verlust von fast 3 Mio € 
  • eine Verminderung des Eigenkapitals um 10,7%
  • eine Verminderung der Bilanzsumme um 8,1% auf einen Bilanzverlust von 10,5 Mio CHF
  • eine Verminderung des Umsatzes um 3,5% 
  • eine Erhöhung der Nettoverschuldung von 88 Mio € auf 101 Mio € auf fast 120% des Eigenkapitals 
  • eine Dividende kann nicht gezahlt werden. 
Die Zahlen eines erfolgreichen Unternehmens sehen anders aus!
Weiterhin suggeriert er, dass die Kritiker praktisch Querulanten und violette Strickstrumpfanthroposophen seien, ohne sie direkt zu Wort kommen zu lassen. Keiner der Kritikpunkte wurde journalistisch hinterfragt, z.B. durch Kontakt zu Mitarbeitenden, stattdessen kommt Dr. Meyer zu Wort, der im Auftrag der Weleda Kurse hält – da ist der Interessenskonflikt doch schon vorprogrammiert. Schade.

Freitag, 29. April 2011

2010 für WELEDA wieder ein Verlustjahr

Ein "Ergebnis" von - (Minus) 3.735.000 CHF (Quelle: Einladung zur Aktionärsversammlung) weist das Geschäftsergebnis der WELEDA 2010 aus, über das die Aktionäre der WELEDA bei der 88. Generalversammlung der Aktionäre Ende Mai zu entscheiden haben.
Zum Vergleich: BodyShop trug mit einem Geschäftsergebnis 2010 von + 65,3 Millionen € Gewinn vor Steuern (Vorjahr: 53,8 Millionen) zum Gesamtergebnis von L'Oreal bei. BodyShop war vor 35 Jahren noch viel kleiner als WELEDA, damals war es eine "Garagenfirma" einer engagierten Umweltschützerin, die aber professionelle Geschäftskonzepte aufbaute und professionell managte. Vor einigen Jahren wurde BodyShop für ca. 1 Mrd. € an L'Oreal verkauft - wie hoch wäre der Wert der WELEDA, die knapp 50 Jahre älter ist als BodyShop, bei einem professionellen Management heute???
Auch ein Vergleich mit der WALA, die ja der WALA Stiftung gehört, zeigt, wie schlecht die Geschäftsführung der WELEDA wirtschaftet. Bei einer Eigenkapitalquote von 55% erzielte WALA 2009 ein Ergebnis von + 11,3 Mio € (2008: + 9,6 Mio €).
Die 88 ist eigentlich eine Glückszahl, und es wäre WELEDA zu wünschen, dass sie ihre Aktionäre auch finanziell endlich einmal wieder glücklich machen würde - die Anthroposophische Gesellschaft könnte dieses finanzielle Glück jedenfalls gut gebrauchen, auch um einigen Menschen, die ihr Leben bis jetzt für die Anthroposophie gelebt haben, weiter zu beschäftigen. Damit bei WELEDA wieder - finanziell und menschlich - glücklichere Zeiten anbrechen, wäre es an der Zeit - wie es bei jeder anderen Aktiengesellschaft der Fall ist, wenn dauernd negative Geschäftsergebnisse in einem sonst boomenden Markt erwirtschaftet werden - dass das Management, also die Geschäftsführung, ausgetauscht wird. Dies kann nur die Aktionärsversammlung fordern und entscheiden, indem sie der Geschäftsführung ihr Vertrauen entzieht. Jedenfalls bedeutet dieses Ergebnis, dass sowohl die Aktionäre als auch die Besitzer der Partizipationsscheine wieder in die finanzielle "Röhre" schauen, die nämlich leer ist.
Bitte, falls jemand eine WELEDA Aktie zu verkaufen hat, oder jemanden kennt, der eine WELEDA Aktie verkaufen will, ich würde sie trotz dieses miserablen Ergebnisses kaufen! Auch wenn sich ein WELEDA Aktionär durch mich auf der WELEDA Generalversammlung vertreten lassen will, würde ich mich sehr freuen, der Geschäftsleitung einige direkte und unbequeme Fragen zu stellen.
Interessant wird z.B. sein, was der Umzug des "Kaders" von Arlesheim ins Basler Zentrum (Peter-Merian-Strasse 34, eines der teuersten Pflaster in Basel) gekostet hat, was er für weitere Folgekosten hat und wie seine Notwendigkeit begründet wird. War Arlesheim zu klein für eine Firma von "Weltrang"? War den Herren der Geschäftsleitung die Adresse "Dyckweg 14" in Arlesheim nicht fein genug? Oder war es einfach zu lästig, jeden Tag die unzufriedenen Gesichter der MitarbeiterInnen zu sehen? Vielleicht wollte man auch gar nicht mehr Gefahr laufen, die täglichen Katastrophe der Herstellung mit zu erleben, sondern ungestört auf Basis von Zahlen und "Fakten" aus zweiter Hand entscheiden? Zu viel Nähe zu Menschen, über die entscheiden werden muss, kann auch manchmal hinderlich sein, um "notwendige Restrukturierungsprozesse" durchzuführen ...
Eine andere Frage könnte sein, wie es mit der Heartbalance AG steht, für die Herr Moritz Aebersold als alleiniger Zeichnungsberechtigter auch die alleinige Verantwortung trägt und die ja in Liquidation begriffen ist, und wie viel Geld die WELEDA in dieses Abentheuer der Herren Aebersold und Dierdorf hineinversenkt hat.
Ebenfalls könnte interessieren, was es mit dem Wohlfahrtsfonds der WELEDA AG auf sich hat, der, 1984 gegründet, sich inzwischen ja ebenfalls in Liquidation befindet - wieder mit der Handschrift von Moritz Aebersold, unterstützt von seinem "Weggefährten" und früheren Vorstand der AAG Rolf Kerler.
Weiterhin interessant und dringend Not-wendig wäre auch eine Diskussion über die gesamte Sortimentspolitik der Naturkosmetik: Heute (1.5.) gab es bei uns in der "Ramschpost" beim Angebotsblättchen vom Müller-Drogeriemarkt eine Aktion "20% auf WELEDA - 20% des Verkaufspreises werden direkt an der Kasse abgezogen." Das verärgert natürlich den Fach-Einzelhandel, der die Beratung macht und Stammkunden gewinnt, und jeder treue Kunde, der WELEDA Kosmetik regelmäßig nutzt und zum "Normalpreis" kauft, fühlt sich vera....t. Ist WELEDA eigentlich eine Ramsch-Marke? Sind die WELEDA-Produkte wo wenig wert, dass sie über Sonderangebote verkauft werden müssen? Oder sind die Einkaufskonditionen von MüllerMarkt zu gut? Diese Politik zerstört, was WELEDA mit viel Mühe und Geld aufgebaut hat: Das Image der Qualitätsmarke.

Montag, 18. April 2011

Mitgliederversammlung der AAG - ein Rückblick

So gut besucht war bisher wohl kaum eine Mitgliederversammlung der AAG - der große Saal voll und der Grundsteinsaal mit Video-Übertragung fast.
Der Vorstand konnte wieder alle seine Vorschläge durchbringen bzw. alle anderen Anträge abbiegen - nur dem Antrag, eine Mitgliederversammlung zum Thema WELEDA einzuberufen, wurde mit überwältigender Mehrheit gegen das Votum des Vorstandes - durch Frau Zimmermann, doch dazu später - zugestimmt. Danke an alle Mitglieder, die dies ermöglicht haben.
Dass der Vorstand versuchte, den Mitgliedern die Kompetenz abzusprechen eine Mitgliederversammlung zu beantragen und den Antrag als einen "Konsultativ-Antrag" bezeichnete, ist eine unerfreuliche Nebensache, wirft aber kein gutes Licht auf den Vorstand.
Doch der Reihe nach: Der erste Themenkomplex mit dem Antrag, dem Vorstand das Vertrauen zu entziehen, war m.E. schlecht gestellt, denn die Alternative zu dem bestehenden Vorstand wäre praktisch ein Vakuum gewesen mit ungewissem Ausgang. So war auch meine Stimme eine von den ungültige, denn ich konnte weder dem Vorstand mein Vertrauen aussprechen noch dem Antrag unterstützen, der ein ungewisses Vakuum zur Folge gehabt hätte. Mein Vorschlag: Bei der nächsten Mitgliederversammlung einen Antrag stellen, dem Vorstand das Vertrauen zu entziehen und ihn beauftragen, so lange geschäftsführend im Amt zu bleiben mit der alleinigen Aufgabe, eine weltweite Mitgliederbefragung und Wahl eines neuen Vorstandes zu organisieren. Der neue Vorstand sollte vor allem die Aufgabe haben (in einem separater Antrag zu stellen) zu prüfen, ob die zentralistische Organisation der AAG (mit dem Anspruch eine "Weltgesellschaft" zu sein) mit Dornach als Mittelpunkt im Zeitalter von globalen Netzwerken noch handlungs- und zukunftsfähig ist und ob - ähnlich wie bei WELEDA - der Lauf der Zeit einfach verschlafen wird oder ob nicht eine Netzwerkstruktur für eine moderne Gesellschaft wesentlich sinnvoller ist. Die Idee eines globalen anthroposophischen Netzwerkes wurde schon vor ca. 10 Jahren von Nicanor Perlas ins Gespräch gebracht, aber nie wirklich diskutiert.
Diese Diskussion - auch wieder eine Art Nabelschau, auch wenn nicht so schlimm wie bei der Konstitutionsdebatte - dauerte bis über die Mittagspause, so dass für das Thema WELEDA nur noch relativ wenig Zeit blieb.
Nach der Vorstellung des Antrages kamen die Redner:
Danielle Lemann (Ärztin aus der Schweiz, Vorstand der anthroposophischen Ärzte) sprach als erste und sich für die Versammlung aus.
Dr. Holger Ehrhard, pensionierter Mitarbeiter der WELEDA Schwäbisch Gmünd und damals Mitglied des Betriebsrats, ging auf die Situation der Mitarbeiter ein und sprach genau das aus, was ich schon vor im Jahr 2000 schriftlich festgehalten habe: Dass in der in der Firma herrschenden Stimmung aus Angst um den Arbeitsplatz und Unsicherheit keine anthroposophischen Heilmittel mehr hergestellt werden können (was auch quantenbiologisch und -physikalisch begründbar ist, da bei den sensiblen Prozessen der Herstellung die Konstitution und Stimmungslage der bearbeitenden Menschen einen entscheidenden Einfluss haben - mein Kommentar, verifiziert z.B. in diesem auch sonst interessanten Film von Prof. Kröpke, Uni Stuttgart). Weiterhin stellte er klar, dass die angebliche "Unrentabilität" der Heilmittelproduktion vor allem daher kommt, dass die Urtinkturen für viel zu hohe Preise ("500 € für 250 ml Tinktur") von WELEDA Naturals GmbH eingekauft werden müssen - einer Firma, die nicht mehr wirklich zu WELEDA gehört.
Ich durfte dann auch noch einen Beitrag halten und ging darauf ein, dass es bei dieser geplanten Mitgliederversammlung nicht nur um den Erhalt der Arzneimittel gehen dürfe, sondern dass es dringend erforderlich ist, den Gesamtorganismus WELEDA inclusive der Kosmetiksparte zu betrachten. Weiterhin ging ich rückblickend darauf ein, dass die WELEDA AG ihre Chancen als das erste Naturkosmetik-Unternehmen in keinster Weise genutzt hat und immer noch als zwar im lokalen Markt (Deutschland, Schweiz) bekannte Marke, aber im Umsatz und Gewinn sehr unterdurchschnittlich und im Management sehr ungenügend ist - also das, was ich schon vor einigen Jahren sagte (siehe Beiträge in diesem Blog aus den Jahren 2008 ff), aktualisiert und mit dem deutlichen Hinweis, dass die WELEDA das einzige werthaltige Objekt ist, das die AAG besitzt.
Walter Frischknecht als nächster Redner betonte, dass eine Mitgliederversammlung dringend Not-wendig sei, dass die Entwicklung mit all ihren Fehlern nun leider so ist wie sie ist und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.
Die Fortführung dieser negativen Entwicklung kann nur und muss durch den Verwaltungsrat geändert werden.
Die Stationen auf diesem zweifelsohne langen Weg müssen sein:
1. Die AAG- und Klinik-Verwaltungsräte müssen gemeinsam ihr Leitbild überarbeiten und zu anderen strategischen Zielen kommen und diese ihrem Stimmrecht gemäß im Verwaltungsrat implementieren
2. Der Verwaltungsrat-Ausschuss muss sich strategisch anders orientieren und dies der Geschäftsleitung klar vermitteln und kontrollieren.
Weitere Maßnahmen müssen sein:
- Die Geschäftsleitung der WELEDA muss neue operative Ziele gemäß Leitbild erzeugen
- Die mindestens jährlichen Rechenschaftsberichte müssen jeweils von der nächsthöheren Stufe akzeptiert werden, bzw. die entsprechende Stufe muss in ihrer Verantwortung entlastetet werden
- In die jährlichen AAG-Mitgliederversammlungen gehört ein knapper „Welededabericht“ des Vorstandes.
Andreas Arendt von der internationalen anthroposophischen Ärztegesellschaft IVAA betonte, dass es von der IVAA keine Stellungsnahme, sondern nur einen Bericht gab, und dass "erreicht" wurde, dass die Reduktion der Ampullen nicht so stark durchgeführt würde wie geplant.
Patrick Sirdey als Vorstand der Geschäftsleitung WELEDA ging auf keine der Vorwürfe ein, sondern betonte stolz, dass er schon vor 3 Jahren Bedenken an der Zukunftsfähigkeit der anthroposophischen Heilmittelproduktion bei der WELEDA hatte, wenn das Unternehmen "nicht der heutigen Realität angepasst" würde - also die typische Haltung der Geschäftsleitung, statt progressiv nach Lösungen zu suchen den Rückgang statt auf die eigene Unfähigkeit auf die "Veränderung der Zeiten" zu schieben. Götz Werner - als Unternehmer ja nicht gerade erfolglos - rügte ihn darauf hin. Patric Sirdey weiter: "Wir müssen einen gewissen wirtschaftlichen Realismus entwickeln" - was bedeutet, dass statt sich um mehr Absatz zu bemühen - z.B. durch internationale, attraktive und fundierte Schulung von Ärzten in der Anwendung der anthroposophischen Arzneimittel - eben die Mittel, die nicht genügen nachgefragt werden, gestrichen werden. Erfolgreiche Unternehmer sind nur die, die Ziele und Visionen haben und nicht versuchen, mit einem sog. "wirtschaftlichen Realismus" ihre eigene Unfähigkeit zu entschuldigen. Nur mit "wirtschaftlichenm Realismus" hätte Götz Werner aus der elterlichen Drogerie keinen weltweit operierenden, milliardenschweren Drogeriekonzern gemacht!
Andreas Worel ging nochmals darauf ein, wie wichtig die WELEDA für die AAG ist und warum die eine außerordentliche Mitgliederversammlung nötig ist. Er schilderte die geschichtlichen Hintergründe der Verknüpfung zwischen WELEDA und der AAG:
- alle Aktien der WELEDA gehören Mitgliedern der anthropsophischen Gesellschaft, das ist eine Bedingung in den Statuten für den Aktienerwerb
- die AAG besitzt 22% des Aktienkapitals (aber 40% der Stimmrechte), das aus dem Nachlass der 1923 pleite gegangenen Industrieholding "Futurum" bzw. "der kommende Tag" stammt.
- die "internationalen Laboratorien" waren Teil der Futurum AG und deshalb gefährdet, deshalb bat Rudolf Steiner die Mitglieder, dem Goetheanum die Aktien zu schenken - nur unter dieser Bedingung war er bereit, den Vorsitz des Verwaltungsrates der "internationalen Laboratorien" - später WELEDA - zu übernehmen. Diese Aktien sind der Grundstock des AAG-Anteils an den Aktien der WELEDA
- Der Ita-Wegmann-Anteil (12,5 %) stammt aus den Investitionen von Ita Wegmann in die "internationalen Laboratorien" und spätere Schenkungen von Patienten etc., es sind ebenfalls 40% der Stimmrechte
- AAG und Ita-Wegmann-Klinik besitzen zusammen 80% der Stimmrechte und bestimmen damit, was in der WELEDA (Rudolf Steiner: "ein geistig-wirtschaftliches Unternehmen") geschieht
- Die angedachte Überführung der WELEDA (vor einigen Jahren diskutiert als notwendige Maßnahme, um die WELEDA bei einer Insolvenz der AAG aus der Insolvenzmasse herauszuhalten) in eine Stiftung ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft zulässig
- Rosenkreutzertum: "den Labortisch zum Altar werden lassen"
- Rudolf Steiner: "Aus den Gewinnen der Heilmittel die anthroposophische Arbeit finanzieren".
Seija Zimmermann sprach dann für den Vorstand - und verneinte die Notwendigkeit einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, da die IKAM (internationale Kommission Arzneimittel) das volle Vertrauen besäße - die Mitglieder sollten diese Arbeit "bitte nicht gefährden". Als sie vor 11 Jahren als anthroposophische Ärztin in Finnland meine "Kundin" war, beteiligte sie sich selbst an den intensiven Diskussionen, die es schon damals um die von dem Geschäftsleitung geplante Reduzierung des Arzneimittelbestandes gab - und damals war sie mit der Vertretung der Ärzte in der WELEDA eindeutig nicht zufrieden und sprach sich gegen eine Reduzierung des Arzneimittelbestandes aus, der damals einen wesentlich größeren Umfang hatte als er es heute hat. Ich hatte deshalb Hoffnungen für WELEDA, als sie Mitglied des AAG-Vorstandes wurde - leider wurden diese Hoffnungen enttäuscht. Ihr Statement war rein aus ihrer Funktion als Vorstand definiert, und insbesondere durch ihren Hinweis, dass sie noch als Ärztin in Finnland praktiziert, unglaubwürdig - denn vor 10 Jahren, als sie noch nicht im Vorstand der AAG und nur einfache, etwas vernachlässigte Kleinkundin der WELEDA war, hatte sie sich noch heftig für einen Erhalt aller Arzneimittel eingesetzt.

Montag, 7. März 2011

Antrag zur Generalversammlung 2011

Zur Generalversammlung der AAG haben einige Mitglieder - vor allem anthroposophisch arbeitende Ärzte - einen Antrag gestellt, den ich sehr befürworte.
WENN SIE MITGLIED DER AAG SIND UND ES EINRICHTEN KÖNNEN, BITTE, KOMMEN SIE ZUR GENRALVERSAMMLUNG AM 16. APRIL 2011 UND STIMMEN SIE FÜR DIESEN ANTRAG.
Viele Elemente dieses sechsteiligen Antrages habe ich schon gefordert bzw. vorgeschlagen, als ich noch bei WELEDA arbeitete - also vor 12 Jahren, wie beispielsweise die Forderung, dass die AAG und der Vorstand als Großaktionär ihre Verantwortung für die WELEDA aktiv wahrnehmen solle. Auch die unsägliche "Selbsterneuerung" (man könnte auch von Inzest sprechen) der Geschäftsleitung und des Vorstandes durch die Kooption habe ich als unerträglich empfunden und seit vielen Jahren eine Veränderung angemahnt. Die Forderung, der WELEDA eine ihr angemessene Rechtsform zu suchen und zu finden, habe ich schon während meiner Arbeitszeit gestellt.
Auch wenn es sehr bedauerlich ist, dass die Anthroposophischen Ärzte erst jetzt aufwachen, wo es fraglich ist ob es noch 5 Sekunden vor 12 oder schon 15 Minuten nach 12 ist, d.h. ob die WELEDA in der ihr angemessenen Form noch zu retten ist, freue ich mich natürlich sehr, dass diese Anträge endlich nicht nur von mir als Einzelkämpfer vertreten werden. Es brauchte anscheinend den Weg über die Erkenntnis und das Erlebnis des Mangels und der drohenden endgültigen Nicht-Verfügbarkeit der WELEDA Arzneimittel, um einen Blick auf den Gesamtorganismus WELEDA zu richten und zu sehen, dass es ohne eine grundlegende, zeit- und menschengemäße Unternehmensreform nicht möglich ist, weiterhin mit anthroposophischen Heilmitteln anthroposophische Medizin zu betreiben.
Dabei sind die Ursachen ja selbstgemacht und sowohl von den anthroposophischen Ärzteverbänden, der medizinischen Sektion und dem Unternehmen WELEDA zu verantworten. Die Hauptursache ist ja die mangelnde Nachfrage nach spezifischen anthroposophischen Heilmitteln, die eine rationelle und qualitätsgesicherte Produktion erlauben würde. Eine Nachfrage kann aber nur entstehen, wenn es genügend anthroposophische Ärzte gibt, die mit diesen Heilmitteln arbeiten. Meines Erachtens hat aber weder die WELEDA noch die medizinische Sektion noch die organisierte anthroposophische Ärzteschaft dafür gesorgt, dass eine interessante, bezahlbare und regelmäßige Aus- und Weiterbildung in anthroposophischer Medizin für Mitarbeiter der Gesundheitsberufe angeboten wird - und zwar nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern international und auch für Teilnehmer aus sog. "Entwicklungsländern" bezahlbar.
Eine von mir geplante und in meinem Marketingplan vorgesehene WELEDA Niederlassung in Singapur hätte diese Kurse - wie unter Punkt 6.7 beschrieben - für asiatische Ärzte durchgeführt - die Nachfrage beispielsweise aus den Philippinen und Thailand ist groß.

P.S.: Kleine Bemerkung am Rande: Wie kommt es, dass ein Vorstand der AAG so viel freie Zeit hat, dass er noch Verwaltungsratspräsident eines Agrar- und Landwirtschaftsbedarfs-Großhändlers sein kann? Oder ist das die Vorbereitung, falls dem Vorstand ein Misstrauensvotum ausgesprochen wird? Der kluge Mann baut vor - und Paul MacKay ist klug!

Sonntag, 20. Februar 2011

Zur "Transparenz" 2009

Ein interessantes Detail:
Frau Paola Ghillani ist neues Verwaltungsratsmitglied der WELEDA.
Damit "konnte sichergestellt werden, dass die unternehmerische Kompetenz wie auch die anthroposophische Ausrichtung im Gremium adäquat vertreten sind."
Auch wenn Frau Ghillani sicher für die unternehmerische Kompetenz steht, ist es schon interessant, dass die WELEDA den Lesern der "Transparenz" eben nicht transparent machen wollten, dass Frau Ghillani ihre Karriere bei Ciba/Novartis begonnen hat - sonst ist die Personenbeschreibung fast identisch mit der Selbstdarstellung auf ihrer Homepage.

Sicher, es ist keine "Sünde" bei Ciba/Novartis die Karriere zu beginnen, aber warum wird es in der "Transparent" nicht erwähnt?

Wo aber bleibt die anthroposophische Kompetenz? Frau Schneider - die ich als GRÜNER Lokalpolitiker sehr schätze - ist mir bisher in dieser Hinsicht jedenfalls nicht aufgefallen.