Donnerstag, 28. Februar 2008

Verpasste Chancen und Aufgaben

In der angesehenen Zeitschrift "CO'MED" erscheint soeben ein zweiteiliges Firmenporträt über die WELEDA. Wie in vielen anderen Veröffentlichungen auch, ist der Reporter begeistert von dem Ambiente, der Fürsorge für die Mitarbeiter, die Mitarbeiterentwicklung, die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten, die den Mitarbeitern zur Verfügung stehen etc..

Leider sind mir persönlich viele Menschen bekannt, die von Innen heraus andere Erlebnisse haben. Wohlgemerkt: Ich spreche vor allem von WELEDA Schweiz in Arlesheim und von Erlebnissen, die inzwischen einige Jahre zurück liegen. Aber weder in der Struktur der WELEDA noch in der personellen Besetzung der Geschäftsführung hat sich seitdem wesentliches verändert, so dass davon ausgegangen werden kann dass die Strukturen noch so sind wie im folgenden beschrieben.

Wichtig ist noch, dass ja WELEDA Schweiz rechtlich gesehen das Mutterhaus ist, WELEDA Deutschland nur eine rechtlich unselbständige Niederlassung.

Als Exportverantwortlicher war ich in WELEDA Schweiz verantwortlich für die Entwicklung des asiatischen Marktes. Auf Grundlage eines von mir während meiner Asien-Management-Ausbildung verfassten Marketingplanes (PDF Datei, 190 MB) wurde ich eingestellt mit dem Ziel - mündlich mit Herrn Aebersold vereinbart - diesen Plan im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten umzusetzen.

Leider bekam ich für diese Aufgabe keinerlei Rückhalt in der Geschäftsführung. Im Gegenteil, meine Bemühungen wurden konterkariert.

Einige Beispiele:

Ich hatte (angekündigt und der Geschäftsleitung mitgeteilt) Besuch eines koreanischen Investors und potentiellen Vertriebspartners. Er besaß in Korea eine Apothekenkette und hatte gerade eine ehemalige Bayer-Fabrik übernommen. Ich hatte ihn u.a. durch das Goetheanum geführt (sein Kommentar: "Das alte Goetheanum ist viel schöner. Das möchte ich in Korea möglichst Originalgetreu in Holz bauen lassen.") - und um einen Termin bei der Geschäftsführung gebeten - der wurde aber ncht gewährt, es hatte niemand Zeit. (Wohlgemerkt: Die Geschäftsführung war im Haus, es waren nur andere Besprechungen anscheinend wichtiger.) Da Koreaner aber nur auf Augenhöhe verhandeln, wurde weder aus der potentiell sehr vielversprechenden Vertriebsparterschaft etwas noch aus dem Goetheanumbau in Korea.
Fazit: Peinlicher "Gesichtsverlust" und verpasster Marktzugang zum koreanischen Markt.

Nach interessanten und erfolgreichen Verhandlungen hatten wir einen Vertrag unterzeichnet mit einem Importeur für die Vereinigten Arabischen Emirate. Die ersten Lieferungen waren bestellt und bezahlt, zur Markteinführung wollte der Importeur WELEDA in einem eigenen Stand auf der GULF BEAUTY (der drittgrößten Kosmetikmesse weltweit) vorstellen. Er würde alles finanzieren (inclusive Unterstützung aus der Schweiz) nur den Stand (ca. 5.000 SFr.) sollte WELEDA buchen, damit WELEDA im Ausstellerverzeichnis steht. Dieser Betrag wurde von der Geschäftsleitung nicht bewilligt.
Um nicht ganz das Gesicht zu verlieren, nahm ich eine Woche Urlaub und flog (Business Class und mit Familie) auf Einladung des Importeurs nach Dubai, baute dort die Messe mit auf, gab den Mitarbeitern eine Einführung in die WELEDA Philosophie und die Prdukteingenschaften und war auf der Messe präsent. Zu bemerken ist, dass die Mitarbeiter - größtenteils indischer oder pakistanischer Herkunft und teilweise mit Doktortiteln in Chemie und Phamazie - nach einer relativ kurzen Einführung durch mich und intensivem Studium der Inhaltsstoffe auf der Messe die Produkte mindestens so gut und treffend erklären konnten wie viele WELEDA BeraterInnen in Deutschland mit vielen Jahren Berufserfahrung.
Fazit: Peinlicher Gesichtsverlust - WELEDA wird inzwischen von einem anderen Importeur in den VAE vertreten, die geplante WELEDA-Shop-Kette in den Einkaufszentren íst nicht Wirklichkeit geworden. (Dubai ist das Shopping-Zentrum für den ganzen mittleren Osten bis nach Moskau und Mombasa).

Auf ebendieser Messe besuchte der Marketingleiter des drittgrößten indischen Kosmetikherstellers den WELEDA Stand. Nach einer langen Diskussion über die WELEDA Rasierseife (die sie in ähnlicher Rezeptur herstellten) fragte er, ob seine Firma nicht WELEDA Produkte in Lizenz für Indien herstellen könnte. Meine an die Geschäftsleitung gerichtete Anfrage blieb unbeantwortet. (Mit einer indischen Produktionsbasis könnte WELEDA zu annehmbaren Kosten nicht nur in Indien, sondern in ganz Ost- und Südostasien präsent sein und so ein Stück "Lebensphilosophie" transportieren. Zur Zeit kosten z.B. WELEDA Calendula Babypflegeprodukte in China ca. das 1,5 fache wie in der Schweiz)
Fazit: In Indien wird WELEDA immer noch von einer kleinen Apotheke vertreten. (Der indische Mittelstand ist inzwischen größer und kaufkräftiger als die Bevölkerung Mitteleuropas)

Nach der Unterzeichnung des Vertrages mit einem Importeur für Griechenland (mit dem ich immer noch persönlich befreundet bin) erhielt ich die Einladung, zur Eröffnung des ersten WELEDA Shops nach Athen zu kommen. Weder erhielt ich die Erlaubnis, dorthin zu fliegen, noch nahm ein anderer WELEDA Delegierter an der Ladeneröffnung teil.
Fazit: Peinlicher Gesichtsverlust, Griechenland wird inzwischen von Deutschland aus betreut.

Diese Liste ließe sich noch mit vielen anderen Punkten fortsetzen und soll nur als Beispiel dienen wie "individuelle Mitarbeiterentwicklung" in WELEDA Arlesheim praktiziert wurde - und da die Geschäftsleitung immer noch im Sattel sitzt, hat sich auch mit einem neuen Gebäude wahrscheinlich nicht viel daran geändert.

Samstag, 23. Februar 2008

Zensur zum zweiten - die Angst des Goetheanums vor der Wahrheit

Leider weigert sich auch nun auch die Zeitschrift "Das Goetheanum", eine (selbstverständlich von mir bezahlte) Kleinanzeige zu drucken, die auf diesen Blog hinweist.

Schade - über die Beweggründe kann sich jeder seine Gedanken machen - ist es die Angst vor einer Diskussion, die nur jemand haben muss der etwas zu verbergen hat? Oder ist es einfach die Furcht einer unselbständigen Redaktion vor eventuellen Konsequenzen der "Mächtigen"? Oder werden generell unbequeme Themen ausgeklammert, damit die "heile Welt" der esoterischen Diskurse nicht gestört werden? Wir wissen es nicht - aber vielleicht schreiben Sie einfach einmal eine Mail an die Zeitschrift selber und fragen Sie, was die Zeitungsmacher so an diesem Blog stört dass sie verhindern will dass ihre ehrenwerte Leserschaft ihn zu Gesicht bekommt? Schreiben Sie direkt an den Geschäftsführer, Herrn Christian Peter, unter christian.peter@dasgoetheanum.ch.
Und falls Sie auch die Zeitschrift "Die Drei" kennen, können Sie dieselben Fragen auch gleich an deren Redaktion stellen: Schreiben Sie an Herrn Stefan Eisenhut unter st.ei@diedrei.org.

Aber vielleicht können ja Sie, liebe Leserinnen und Leser, dazu beitragen, dass die Tatsachen über WELEDA und ihre versäumte Aufgabe bekannt und diskutiert werden, indem Sie Ihre Freunde und Bekannte auf diesen Blog aufmerksam machen. Immerhin haben bis jetzt fast 1.000 Menschen diesen Blog gelesen ...

Ich freue mich auch über Ihr Feedback in Form eines Kommentars oder einer Mail an info@weledablog.eu.

:-): Was macht ein Deutscher in einer Schweizer Bank? Er zumwinkelt!