Sonntag, 13. Juli 2008

Wie transparent ist die "Transparenz"

Highlights aus der neuen Transparenz:

Auf Seite 18 findet sich die Überschrift "Zukunftsidee Apotheke"
Dazu nur eine kleine Bemerkung am Rande: Diese "Zukunftsidee" hatte ich schon 2001 in meine Stellungsnahme 2001 zur Weiterentwicklung der WELEDA an die Geschäftsleitung gerichtet. Schön dass es jetzt umgesetzt wird - nur eine Idee die schon ein Jahrsiebt alt ist als "Zukunft" zu verkaufen, ist etwas seltsam - vielleicht sollte besser da stehen: "Alte Idee endlich verwirklicht". Auch die in meiner Stellungsnahme als Voraussetzung genannte Erstellung eines Firmeninternen Intranets scheint sich langsam zu verwirklichen.

Auf Seite 32 findet sich doch wirklich die Überschrift "Weleda Führunskultur"
- für mich als engagierten Mitarbeiter, der trotz nachprüfbarer Erfolge und guter Ergebnisse ohne Aussprache und Abfindung aus dem Unternehmen geworfen wurde, ein blanker Hohn! Aber vielleicht findet Führungskultur nur in Deutschland statt, nicht aber in WELEDA Schweiz?

Wenn dann noch auf Seite 56 stolz zu lesen ist:
In diesem Zusammenhang (mit der Gesamtbilanz) sei darauf hingewiesen, dass wir ganz bewusst von »Einkommen« und »Mitarbeitern« sprechen, und nicht von »Personalkosten« und »Personal«. Wir sehen die Mitarbeiter als Beteiligte am Leistungsprozess, als Mitunternehmer« und nicht als Produktionsfaktor.
Dann ist das für mich, der ich ganz bewußt als "Mitunternehmer" Verantwortung für die bis jetzt brachliegende Entwicklung der WELEDA in Asien übernehmen wollte, ein wirklicher Schlag ins Gesicht.

Aber Papier ist ja geduldig - und auch wenn WELEDA von "Einkommen" und nicht von "Personalkosten" spricht, bedeutet dies noch lange nicht dass das "Einkommen" der "Mitarbeiter" auch zum "Auskommen" der "Mitarbeiter" ausreicht.

Wo ist die Transparenz? Es fehlt immer noch die Darstellung der Einkommen der Geschäftsleitung.

Leider wird auch der Umsatzzuwachs um 11,7 % nicht in Relation zum Wachstum des Gesamtmarktes Naturkosmetik gesehen. Dieser Betrug nämlich in den letzten Jahren durchgehend weit über 10% pro Jahr. In den letzten Jahren hat WELEDA also trotz des erfreulichen Umsatzwachstums signifikante Marktanteile eingebüßt.

Verwaltungsrat dezimiert

Mit Handelsregisterauszug vom 16.6. wurde bekannt gegeben, dass folgende WELEDA-Geschäftsführer aus der Geschäftsleitung ausscheiden:

Rudolf Frisch
Rainier Dierdorf
Marc Follmer
Mathieu van den Hoogenband (geht in den Ruhestand)

Stattdessen wurde Peter Braun aus Günsberg als Direktor in die Geschäftsleitung berufen - über den nur zu finden ist, dass er von 2001bis 2004 Präsident des Verwaltungsrates einer Firma namens Sinus-Point AG tätig war, die chirurgisches Nahtmaterial herstellt. Aber vielleicht ist Herr Braun ja von den neuen Investoren entsandt worden?


Das bedeutet, dass folgende Personen jetzt noch zeichnungsberechtigt im der Geschäftsleitung der WELEDA AG sind:

Moritz Aebersold - Geschäftsführer WELEDA Schweiz
Patrick Sirdey - Geschäftsführer WELEDA Frankreich und neuer Vorsitzender der WELEDA Gruppenleitung (siehe Bild rechts - entnommen aus der Transparenz)
Patrick Kersting-Hartmann - Leiter Controlling und Finanzen
Dr. Hans W. Steisslinger - Leiter Forschung und Entwicklung Kosmetika
Peter Braun
Rolf Kerler als Präsident
Dr. Henner Ehringhaus

Ob dies zur besseren Entwicklung der WELEDA AG beiträgt?

China boomt - und WELEDA schaut zu


Werdende Chinesische Mütter sind nicht nur sehr bewußt, was ihr eigenes Aussehen während der Schwangerschaft betrifft, sie sorgen sich auch sehr um das Wohl der Babys - meist nach dem Motto "Das Beste ist gerade gut genug".
Firmen aus HongKong bedienen zur Zeit den Markt der hochpreisigen Babyprodukte.
Als ich 2002 bei WELEDA aufhören musste, waren die Weichen gestellt für eine expansive Marktdurchdringung des chinesischen Marktes, beginnend mit den Auslandschinesen in Singapur, Malaysia, Thailand, Philippinen etc., um sich dort auf einen professionellen Markteintritt in China vorzubereiten.
Nach meinen letzten Informationen sind WELEDA Babyprodukte in China nur über verschiedene Zwischenhändler und zu Preisen zu bekommen, die teilweise wesentlich über den Schweizer Preisen liegen.
Kurz - eine verpasste Chance sowohl um Geld zu verdienen als auch um den Weg zu bereiten für anthroposophisches Gedankengut.