Samstag, 3. November 2012

Aus dem "Nähkästchen" geplaudert ...


Inzwischen erreichen mich einige Zuschriften von Menschen, die von der Misere bei der WELEDA betroffen sind bzw. die einen Einblick in die Geschehnisse haben und deren Identität ich hier natürlich nicht preisgeben kann. Ihre Berichte und Einschätzungen von aktuellen und vergangenen Zuständen und Entscheidungen des Managements stellen aber natürlich auch immer nur eine persönliche Meinung und (authentische) Beurteilung dar.

Zum Blog selber heisst es da u.a.:
"... Ihren Blog habe ich immer sehr geschätzt und eigentlich ist es ein Jammer, dass er überhaupt nötig ist, weil niemand gekommen ist und gesagt hat, ja, das sind gute Ideen, das setzen wir um.
Aber vielleicht wird das jetzt besser, wenn irgendwelche Egoismen immer weniger nützen."

Zur aktuellen Situation:
"... In Schwäbisch-Gmünd wurde kürzlich wieder mit den "alten" Methoden gekündigt, 13 von 18 Mitarbeitenden im Medizinischen Außendienst, sehr rüde und unvorbereitet, behalten wurden ausgesprochen nur die "Gehorsamen", "Leicht zu Führenden", die die selbst denken und schon 20 Jahre und mehr dabei sind, sind unerwünscht.
... Ralph Heinisch wird als sehr wohltuend wahrgenommen, weil auch erreichbar für die "einfachen" Mitarbeiter, aber das Übel scheint sein "Einflüsterer", Andreas Sommer zu sein, der letzte, der von der Basler Führungsriege übriggeblieben ist. ...
... Herrn Heinisch ist es ja egal, wen er kündigt, er kennt sich noch nicht so aus. ...
... Es wird also immer noch unnötig viel Porzellan zerschlagen ...
... Auch wenn die Zahlen bald wieder stimmen, es geht doch auch um den Erhalt der Zukunftsfähigkeit! Selbst wenn man sich derzeit von langjährigen Mitarbeitern trennen muss - und damit von sehr viel Know-How -, sollte das doch unter Bedingungen geschehen, die die Menschen nicht langfristig verstören. Das scheint auch von den Neuen am Ruder offensichtlich noch viel zu wenig verstanden zu werden. ..."

und
" ... Über die Notwendigkeit von Sanierungen braucht man nicht diskutieren. Es ist auch richtig, den Wasserkopf im Management abzubauen. Jetzt aber sind Führungskräfte am Werk, die über keine Qualifizierung im Arzneimittelbereich verfügen.
... Der gesamte Außendienst Medizin wurde aufgelöst, langjährige und engagierte Mitarbeiter mit umfassendem Wissen entlassen.
... Nirgendwo in der Presse findet man, dass WELEDA zur Zeit umfangreiche Entlassungen durchführt. "Natürlich" geschieht das im gegenseitigen Einvernehmen und die Mitarbeiter unterschreiben, dass nichts an die Öffentlichkeit gelangt."

und mehr auf die Vergangenheit bezogen:
"...die vielen Leute im Headquarter Basel und die, die nachher in Arlesheim alle eingestellt wurden, sind vollkommen oversized (= es sind viel zu viele), man hatte dort eine eigene Business Unit (= Abteilung) für Naturkosmetik angesiedelt (Head Marketing NOC (=  Marketingleiter für Naturkosmetik), Head of F & E  NOC (= Leiter der Forschung und Entwicklung Naturkosmetik), Head of Production NOC (= Produktionsleiter Naturkosmetik), Head Projektleitung NOC.). Die F & E Naturkosmetik (Galenik) wurde von Schwäbisch Gmünd nach Arlesheim verlegt wo die F & E  Actives / Fragrances (= Wirkstoffe / Düfte) schon waren, incl. den beiden Verpackungsentwicklern. In Schwäbisch Gmünd hat man die Abteilung F & E Galenik NOC dann geschlossen, die Leute (Laboranten, Chemieingenieure usw.) dort sind dann gegangen, nur die zwei Verpackungsingenieure sind in Schweiz mit umgezogen, für die hat man dann noch zusätzlich einen Teamleiter gesucht. Für jeweils Galenik und Actives in CH wurden neue Leiter über Consulting Firmen eingestellt, für die einzelnen NOC Segmente (Baby, Face, Body, Hair, Cleansing) wurden Entwicklungsingenieure und Laboranten neu eingestellt, die meisten auch über Consulting Firmen. In Basel wurden in 2011 bis Anfang 2012 noch neue Nachhaltigkeitsbeauftragte, Marketingconsultants, Projektleiter bzw. ein Leiter Projektmanagement eingestellt (von renommierten Unternehmen).
Bemerkung: Eine Anwerbung von Fachkräften über Consultingfirmen kostet immer richtig Geld, denn diese Firmen lassen sich ihre Dienste etwas kosten. Das Einschalten von Consultingfirmen zur Personalsuche ist immer dann notwendig, wenn niemand in der Firma die wirkliche Verantwortung für die Entscheidung für oder gegen einen Mitarbeiter / eine Mitarbeiterin übernehmen will oder wenn niemand die Zeit hat, sich darum zu kümmern. 
... Naturkosmetik sind immer Kleinmengen gegenüber konventioneller Kosmetik, der Headcount ist vollkommen oversized.
... Weleda kann nicht so viele Flaschen/Tuben bzw. neue Artikel listen damit sich der ganze personelle Headcount rechnet. Die Verpackungsentwicklung kann man über beide Sparten (Pharma und NOC) abdecken, das Supply Chain Management bzw. Quality ist auch für beide Sparten zuständig. Der dezentrale Einkauf ist ein Luxus den sich das Unternehmen leistete, drei Länder kaufen Kleinstmengen an Gläsern, Tuben, Kartonagen usw. ein, die Lieferanten schüttelten den Kopf. Die Glashütten lieferten z.T. nicht mehr direkt wegen den Mengen und verweisen auf Händler. Andere Lieferanten hatten die Mindestbestellmengen signifikant erhöht."

Bemerkungen eines Kunden (Therapeuten):
"... beim sporadischen Lesen Ihres Blogs sehe ich immer wieder das Bild von Rudolf Steiner auf der rechten Bildseite. Es ist ein sehr bezeichnendes, gut gewähltes Bild. Rudolf Steiner wollte ursprünglich sehr viele WELEDA-Niederlassungen mit einem ureigenen Impuls: zeitgemäße Heilmittel herstellen.
... Der anthroposophische Geist weht, wo er will. Der "Niedergang" im finanziellen Geldwesen der WELEDA hat mit dem spiritus rector zu tun, der dort abhanden gekommen ist.
... Ich beobachte diese Entwicklungen auch schon seit Jahren, zumal die WELEDA auch Therapeuten vor den Kopf gestoßen hat mit einseitigen bzw. ignoranten Maßnahmen.
Es sind ja Abgründe in unserem Zeitalter schon aufgerissen zwischen Mensch und Mensch!
In einer Weise, wie es die Menschen gar nicht ahnen, gehen sie heute aneinander vorbei, ohne sich im geringsten zu verstehen. [...]
Wie blind heute die Menschen aneinander vorbeigehen, das sieht man dann, wenn diese Menschen in den mannigfaltigsten Gesellschaften und Sozietäten sich vereinigen. Die sind heute oftmals für die Menschen durchaus nicht eine Gelegenheit, Menschenkenntnis sich zu erwerben. Die Menschen können heute jahrelang mit anderen Menschen zusammensein und sie nicht genauer kennen als sie sie kannten, als sie mit ihnen bekannt geworden sind. [...]
Und das ist das ungeheuer Wichtige, daß in uns der Trieb erwacht, nicht bloß den Menschen, wenn wir ihm gegenüberstehen, nach Sympathien und Antipathien zu empfinden, nicht bloß in uns den Trieb erwachen zu lassen, irgend etwas am Menschen zu lieben oder zu hassen, sondern ein liebe- und haßfreies Bild, wie der Mensch ist, in uns zu erwecken.
12.12.1918, GA 186, S. 170ff."

Donnerstag, 18. Oktober 2012

WELEDA im Schweizer Fernsehen

Der folgende Beitrag wurde am 8. Oktober im Schweizer Fernsehen SF gezeigt:


Ich empfinde diesen Beitrag als sehr wohlwollend. Er beschreibt sowohl die Aufgabe als auch die Fähigkeiten, die Ralf Heinisch in das Unternehmen einbringt - Fähigkeiten, die im krassen Unterschied zu dem stehen, was das vorherige Management einbrachte: "... die Menschen anzuleiten ..." war beispielsweise eine der Fähigkeiten, die den Herren Moritz Aebersold, Patrick Sirdey & Co vollkommen fehlte - diese Anleitung wurde ersetzt durch Druck, Drohung und Erniedrigung. Völlig undenkbar war, dass sie sich bemüht hätten, "Stimmungen im Betrieb wahrzunehmen" - nein, sie fuhren sogar zu den regelmäßigen Besprechungen zwischen WELEDA Arlesheim, Hüningen und Schwäbisch Gmünd in Karlsruhe im gleichen Zug separat in der 1. Klasse, um ja nicht in Kontakt mit uns "normalen" Angestellten zu kommen, die wir in der 2. Klasse fuhren, und wenn wir uns im Bordrestaurant begegneten, wurden wir von den Mitgliedern der Geschäftsleitung vollkommen ignoriert - kein einziges Wort wurde zwischen der Geschäftsleitung und uns Mitarbeitern gewechselt, selbst wenn die Tische, an denen wir im Bordrestaurant saßen, direkt nebeneinander standen. 
"Wirtschaftlichkeit interessierte lange Zeit nicht" - hier wird es ausgesprochen. Als ich das schon vor über 10 Jahren darauf hingewiesen habe und durch erschließen von Exportmärkten die Wirtschaftlichkeit fördern wollte, wurde ich nicht gehört und in meiner Arbeit behindert. Auch Herr Paul Mackay wusste schon viele Jahre über die Probleme " ... es muss schnell gehandelt werden ..." kann sich deshalb nur darauf beziehen, dass er endlich den Hinweisen glauben schenkte, und nach dieser Erkenntnis die Initiative ergriff. Objektiv waren die Probleme und auch seine Kenntnis (und die Kenntnis seiner Vorgänger) schon lange vorhanden. Siehe auch hier meine Briefe an den Verwaltungsrat aus den Jahren 2000 und 2001 sowie an Herrn Rolf Kerler - dem Vorgänger von Paul Mackay aus den Jahren 2001 und 2004 / 1, 2004 / 2 und 2004 / 3
" ... die Sorge dass nicht schnell genug gehandelt würde ..." ist eine harmlose Umschreibung für die Erkenntnis, dass das bisherige Management absolut unfähig war, die Probleme in den Griff zu bekommen - die im Beitrag angesprochene Entscheidung für den Wasserkopf-Standort Basel ist ein Beispiel für diese Unfähigkeit des alten Managements von Herrn Aebersold, Herrn Sirdey & Co, die Realität zu sehen.
Und immer mehr stellt sich die Frage, warum die Probleme nicht vorher erkannt und Lösungen gesucht wurden, zu Zeiten, wo die regulatorischen Anforderungen für die Medikamente noch wesentlich geringer waren.
Es natürlich stellt sich auch die Frage - die den Rahmen des Beitrages sprengen würde - warum der Absatz der Medikamente so niedrig ist.
Warum verordnen so wenige Ärzte diese Medikamente?
Warum sind sie so unbekannt?
Was kann getan werden, damit dieser Schatz an Wissen und Präparaten erhalten bleibt und wie können Therapeuten geschult werden, mit ihnen umzugehen und sie einzusetzen?

Donnerstag, 13. September 2012

Rückblicke auf eigene Versäunisse sind schwer ...


Die WELEDA unter neuer Führung von Ralph Heinisch interessiert nun auch die nicht-anthroposophische und Wirtschaftspresse. Und da wird schreiben durchaus fähige Redakteurinnen und Redakteure, die Erfahrung mit der korrekten und objektiven Beschreibung von Firmen und ihren Eigenarten haben, wie sie die WELEDA sehen, ihre Vergangenheit zu verstehen suchen und die Chancen und Stolpersteine in der Zukunft bewerten.
Auch die Wirtschaftswoche übernahm diesen Artikel in leicht abgeänderter Form mit der Überschrift "Weleda im Einklang mit Natur und Profit"
Doch was macht die "anthroposophische" Presse? Statt sich über die ausführliche und objektive Berichterstattung zu freuen und dies als Anlass zu nehmen, von alten Versäumnissen Abstand zu nehmen, schreibt der anthroposophische Nachrichtendienst INMEDIA als Kommentar zu dem Link zu dem Artikel der Wirtschaftswoche: "Ausführlicher, aber journalistisch wenig überzeugender Artikel über den neuen Weleda-Chef Ralph Heinisch: mit nebulösen Andeutungen aus unklaren Quellen und haarsträubenden Aussagen über die angeblich fatale Angewohnheit der Anthroposophen, immer nur „das Gute im Menschen zu sehen“ (LK)"
Warum so negativ? Ist die Wahrheit wirklich so schwer zu ertragen, dass der Artikel so negativ beurteilt werden muss? Oder ist es die Konkurrenz, weil man es selbst nicht geschafft hat - trotz wesentlich besserer Kenntnis der handelnden Personen, der Umstände und der Hintergründe - einen solch objektiven und dabei noch spannend und abwechslungsreich zu lesenden Artikel zu schreiben? Hätte Frau Laura Krautkrämer (die sich ja wohl hinter dem Kürzel LK verbirgt) wohl gerne auch einen so "schmissigen" und lesenswerten Artikel über WELEDA geschrieben? Hat sie aber nicht, sondern nur - vor etwa einem Jahr - einen absolut unkritischen Artikel, der mehr die Werbebotschaften der WELEDA widerspiegelt als eine unabhängige und objektive Berichterstattung - siehe dazu auch meinen Blogeintrag "Unkritischer Journalismus - Info3-Artikel "Globuli & Geld" vom Juni 2011.
Ja, diese Artikel von Kristina Gnirke haben eine andere journalistische, investigative und kritische Qualität als das, was Frau Krautkrämer in Info3 über WELEDA geschrieben hat - wer diese beiden Artikel nebeneinander liest kann selbst beurteilen, wo "nebulöse Andeutungen" zu finden sind. In meinen Augen jedenfalls eher in dem Artikel von Frau Krautkrämer (ich will hier meinen o.g. Blogbeitrag nicht wiederholen) als in dem präzisen Artikel von Frau Gnirke. Und das Frau Gnirke ihre Quellen nicht alle angibt, kann auch seinen Grund darin haben, dass sich in der "anthroposophischen Szene" die Menschen eben kennen und eine Namensnennung einer Quelle die "Ächtung" des / der BetroffeneN zur Folge hätte.
Aus meinen Erfahrungen bei der WELEDA kann ich jedenfalls die Beschreibungen, die sich auf die Vergangenheit und die Ursachenforschung, warum die wirtschaftliche Lage dieses Unternehmens in einer der Boombranchen der letzten Jahrzehnte so katastrophal ist, sowohl vom sachlich-inhaltlichen als auch vom gefühlsmäßig-atmosphärisch-menschlichen Gesichtspunkt vollumfänglich bestätigen.
Auch das Frau Krautkrämer es als "haarstäubende Aussage" empfindet, dass Frau Gnirke mit ihren Worten "das Gute im Menschen sehen" kritisiert, dass dem alten Management nicht rechtzeitig - also vor über 10 Jahren - die Tür gewiesen wurde, obwohl klar war, dass dieses einfach Fehl am Platze und für die Sache (also für die WELEDA) schädlich war, ist ihr gutes Recht - nur wenn das zweifellos in jedem Menschen vorhandene "Gute" eben überdeckt wird von Geltungssucht, Unvermögen und anderen Eigenschaften, die dann aufkommen wenn Menschen die Realität nicht mehr sehen wollen und sich selbst immer dadurch beweisen müssen, dass sie andere Menschen, die ihnen weisungsmäßig unterstellt sind, schlecht machen (wie ich dies beim Management der WELEDA erfahren habe), dann muss auch neben dem "Guten" dessen Gegenstück gesehen und die Konsequenzen gezogen werden. Dass dies bei WELEDA nicht rechtzeitig geschehen ist, zeigt die wirtschaftliche Lage ja eindeutig. Dies beschreibt Frau Gnirke und damit hat sie vollkommen recht. 
Es ist schade, dass sich auch Medien, die sich selbst als "Erneuerer" und "kritische Begleiter" der Anthroposophie verstehen, wie Info3, den nötigen Abstand nicht haben um die Ursachen der Misere objektiv zu sehen.
Ja, wenn die Anthroposophie so wenig Abstand gewinnen kann von alten Versäumnissen, so wenig Zugeben kann, dass es vielleicht doch falsch war, das alte Management jahrzehntelang "rumwursteln" zu lassen, dann hat es Ralph Heinisch wirklich schwer, den Laden wieder auf Vordermann zu bringen. Dies ist insofern absolut unverständlich, als dass die Hauptverursacher der Misere - also die Herrn Aebersold, Sirdey & Co - ja überhaupt nicht mehr im Unternehmen sind und die jetzigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - jedenfalls diejenigen, die die wirkliche Arbeit machen und sich nicht im jetzt aufgelösten "Wasserkopf" des Basler Büros häuslich niedergelassen haben - wohl mehr unter dem Management gelitten haben als das es ihnen geholfen hat. Warum sich jetzt gegen einen klaren Blick auf die Vergangenheit so gewehrt wird, kann ich nicht verstehen.

Montag, 4. Juni 2012

Zum Geschäftsergebnis 2011


Ja, 2011 war geschäftlich kein gutes Jahr für die WELEDA, und die Zahlen im Geschäftsbericht 2011 sind nicht gerade erfreulich für die Aktionäre und Inhaber von Partizipationsscheinen, die in diesem Jahr auch keine Dividende erhalten.
Wer die Zahlen der letzten Jahre nebeneinander stellt, kann eine geschäftliche Entwicklung sehen, die leider nur eine Tendenz zeigt: nach unten. Dies ist also das Ergebnis der langjährigen und unheilvollen Tätigkeit des Duos Moritz Aebersold (Geschäftsführer 1994 - 2012) und Patrick Sirdey (Geschäftsführer 2004 - 2012). Die Abwärtsbewegung begann schon mit der Assistenz von Mathieu van den Hoogenbandt (Geschäftsführer 2004 - 2008), mit verantwortlich sind auch Rudolf Wilhelm Frisch (Geschäftsführer 1998 - 2009), Hans Steisslinger (Geschäftsführer 2008 - 2010), Rainier Dierdorf (Geschäftsführer 1998 - 2008),  Marc Follmer (Geschäftsführer 1990 - 2011) sowie Andreas Sommer (Geschäftsführer 2011 - 2012), Peter Braun (Geschäftsführer 2009 - 2012) und Patrick Kersting (Geschäftsführer 2009 - 2012). Hauptverantwortlich sind aber m.E. - neben dem Verwaltungsrat unter dem Vorsitz von Georg Fankhauser (VR-Mitglied 2001 - 2012, VR-Präsident 2009 - 2012), der diese Personen jahrelang ungestört so wirtschaften lies - die beiden Erstgenannten, die seit vielen Jahren die Geschäfte der WELEDA lenkten und im Hintergrund die Fäden zogen.














































Mit verantwortlich für die Untätigkeit des Verwaltungsrates sind sicher auch die langjährigen Mitglieder Henner Ehringhaus (VR-Mitglied 2000 - 2009), Michaela Glöckler (VR-Mitglied 1999 - 2009), Johanna Lobeck (1997 - 2008), Marc Theurillat (VR-Mitglied 1995 - 2009) sowie natürlich das langjährige Verwaltungsratsmitglied und ehemalige Verwaltungsratspräsident Rolf Kerler (VR-Mitglied 2004 - 2011, VR-Präsident 2003 - 2009), den ich noch selbst wiederholt und intensiv auf die Probleme bei der WELEDA aufmerksam gemacht habe.
































Indirekt verantwortlich sind aber auch alle Mitglieder der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, die sich trotz der warnenden Anzeichen, trotz vieler Hinweise und Nachrichten, nicht um die geschäftliche Entwicklung "ihrer" WELEDA und um die teilweise schlimmen Zustände in Personal- und Geschäftsführung gekümmert haben, die sich von dem bunten Schein der Werbeanzeigen und schönen Produkte haben blenden lassen und dem untätigen Verwaltungsrat vertraut haben.
Die folgenden Grafiken zeigen deutlich, welch schwierige Aufgabe sich Ralf Heinisch und seine neue Führungsmannschaft vorgenommen und welch katastrophales Erbe sie angetreten haben! Auf der Haben-Seite der WELEDA stehen nun vor allem die immateriellen Güter, insbesondere die Kompetenz, die Qualifikation und der Einsatzwille der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Qualität der von ihnen entwickelten und produzierten Produkte sowie der in Jahrzehnten gewachsene gute Name des Unternehmens. Die Aufgabe ist, mit diesen immateriellen Werten auch genügend materielle Werte zu schaffen um ein wenigstens ausgeglichenes Ergebnis zu erwirtschaften und mittelfristig sogar den Schuldenstand abzubauen.
Ich schreibe dies hier so deutlich, da mit dem 1. Juni 2012 auch personell ein klarer Schnitt in der Verantwortlichkeit gemacht wurde, der durch die Ereignisse der letzten 6 Monate vorbereitet wurde. So kann dann in einigen Jahren die hier dargestellte Geschäfts- und Ergebnisentwicklung der Ägide Aebersold / Sirdey mit der dann hoffentlich wesentlich positiveren Entwicklung der Ägide Heinisch verglichen werden. 
Die Geschäftsergebnisse der WELEDA zeigt die folgende Grafik:




















Aufschlussreich ist aber auch die Entwicklung von Eigenkapital (blaue Linie) und Fremdkapital (rote Linie). Das erschreckende Ergebnis zeigt die grüne Linie. Der Übersichtlichkeit halber habe ich es getrennt dargestellt für die WELEDA AG, Arlesheim, und die WELEDA Gruppe. Bitte beachten Sie, dass die Zahlen der folgenden Grafiken eine Null mehr haben also bei der Ergebnisrechnung - die Differenz zwischen Eigen- und Fremdkapital liegt also bei ca. 100 bzw. ca. 140 Mio CHF. Die genauen Zahlen und Details finden Sie in den jeweiligen Geschäftsberichten, die Sie in der Rubrik "Dokumente" rechts aufrufen können.


Sonntag, 3. Juni 2012

Resturkturierung der Unternehmensführung abgeschlossen

Zwei entscheidende positive Weichenstellungen wurden anlässlich der Generalversammlung der WELEDA Aktionäre bekanntgegeben:
  1. Der Standort Basel wird aufgelöst. Dieser reine Verwaltungsstandort in bester und teuerster Basler Bürolage war mit ein Grund zur Entfremdung von Verwaltung und Produktion. Den dortigen Verwaltungs- und Marketingmitarbeiterinnen und -mitarbeitern wird entweder ein Arbeitsplatz an einem der drei Unternehmensstandorte angeboten oder sie werden das Unternehmen verlassen, dem sie großteils auch erst wenige Jahre angehören.
  2. Neben Patrick Sirdey, dessen Ausscheiden schon lange feststeht, werden auch Peter Braun und Moritz Aebersold die Unternehmensführung verlassen. Dieses Dreigestirn war für die bisherige Ausrichtung des Unternehmens und die Fehlentscheidungen der letzten Jahre und Jahrzehnte verantwortlich. Auch wen ihnen natürlich ausführlich für ihre bisherige Arbeit gedankt wird, ist diese lange überfällige Entscheidung mit das Beste, was WELEDA geschehen konnte. 
Inzwischen wird auch offen diskutiert, was ich schon zu Beginn meiner Tätigkeit kritisiert habe, dass nämlich die Kalkulation auch in der Herstellung der Körperpflege nicht sauber ist und dass teilweise Produkte unter den Herstellungskosten an Ländergesellschaften weitergegeben wurden. Wenn die Verhandlungen mit Großabnehmern wie Drogeriemärkten ähnlich verliefen wie ich das mit Ländergesellschaften und Importeuren erlebt habe, sind die schlechten Ergebnisse der letzten Jahre und Jahrzehnte nicht verwunderlich.
Jetzt ist also der Weg frei für eine neue WELEDA ohne Altlasten und es bleibt zu hoffen, dass die Substanz, die  vor allem in den qualifizierten, einsatzbereiten und loyalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der von ihnen geschaffenen Qualität begründet ist, erhalten bleibt und die Grundlage für einen Neuanfang und ein qualitätsorientiertes Wachstum wird.
Von dieser Seite her also ein herzliches Dankeschön und einen herzlichen Glückwunsch an Paul Mackay und Ralf Heinisch, die als Verantwortliche in Verwaltungsrat und Geschäftsführung diese notwendigen Schritte geplant und umgesetzt haben.
Eigentlich ist mit diesen Entscheidungen auch die wichtigste Funktion und Mission dieses Blogs erfüllt, denn es ist zu erwarten, dass WELEDA ohne diese beiden "Klötze am Bein" - der aufgeblähten, von der Produktion entfernten Verwaltung und dem ego-zentrierten Management - eine positive Entwicklung nimmt, die von Vernunft und Augenmaß, eben von "best practice", geprägt ist. Trotzdem werde ich die Entwicklung weiterhin positiv-kritisch beobachten und weiter berichten, wenn es etwas wichtiges zu berichten gibt.

Freitag, 25. Mai 2012

Fragen zur Aktionärsversammlung

In der Hoffnung, dass der eine oder andere Aktionär der WELEDA diese Zeilen liest, möchte ich hier einige Fragen auflisten, die ich dem Verwaltungsrat stellen würde wenn ich Aktionär wäre.
Diese Fragen wären:
  1. Wie hoch ist das Gehalt der Geschäftsleitung und des oberen Managements?
  2. Ist das Gehalt des Managements ganz oder teilweise vom Umsatz oder vom Jahresergebnis abhängig, d.h. gibt es ein Fixum plus Bonus und von welchen Ergebnissen ist der Bonus abhängig?
  3. Gibt es Bonuszahlungen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Wenn ja, in welcher Höhe und nach welchen Kriterien?
  4. Wie hoch ist die Fluktuation bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?
  5. Aus welchen Gründen verlassen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die WELEDA? Gibt es arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen? Wenn ja, wie viele?
  6. Wie ist das Durchschnittsalter der ausscheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
  7. Welche Qualifikationen haben ausscheidende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
  8. Diese Zahlen sollten auf die einzelnen Betriebe sowie auf das "Headquarter" in Basel aufgeschlüsselt werden.
Warum diese Fragen? Aus den Betrieben ist zu hören, dass immer mehr gut ausgebildete, junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die WELEDA freiwillig verlassen - ein "Brain Drain" sozusagen, der bei dem immer mehr um sich greifenden Fachkräftemangel am Ende existenzbedrohender werden kann als die finanziellen Probleme. Jedenfalls ist die Mischung von finanziellen Problemen und unzufriedenen und von der Unternehmenspolitik verunsicherten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr schwierig für ein Unternehmen, vor allem in einer Zeit wo eine qualifizierte Arbeitskraft keine Probleme hat, in einer anderen Firma eine Stelle zu bekommen. Die Zeiten, wo WELEDA als einer der beliebtesten Arbeitgeber galt, sind anscheinend vorbei.
Dass dazu noch altgediente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen werden - aus welchen Gründen auch immer - macht die Situation sicher nicht leichter.
Statt aber jetzt zu resignieren, wäre es wichtig, nach vorne zu sehen und dem neuen CEO eine Chance zu geben - sicher ist jedoch, dass es eine Verschlankung des Wasserkopf-Managements geben muss, eine Eliminierung des Standortes in Basel, und eine Veränderung der Wertschätzung, denn: Verwalter und Analysten, die Zahlen (schön)rechnen, Businesspläne schreiben und Marketingkampagnen entwerfen, finden sich überall, aber Menschen, die aus wirklichem Wissen und Können Produktionsprozesse vom der Pflege der Erde über den Anbau der Pflanzen bis zur Abfüllung so gestalten, dass am Ende ein Qualitätsprodukt entsteht, die gibt es immer weniger. Ebenso gibt es immer weniger Menschen, die wirklich von Mensch zu Mensch kommunizieren können, die WELEDA leben und verkörpern und die sich eben nicht alternativ eine Karriere bei Roche oder Novartis vorstellen können. Diese Menschen muss WELEDA finden, überzeugen und halten - vor allem auch durch das gute Beispiel der Geschäftsleitung und durch ein gesteigertes Maß an Wertschätzung, an der es in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr mangelte.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Erste Schritte: Die Geschäftsleitung wird ausgedünnt

Erk Schuchhart (links) muss gehen, Samir Kedwani (rechts) übernimmt seine Aufgaben 
Aus WELEDA Kreisen in Schwäbisch Gmünd wird verlautbart, dass der neue CEO Ralf Heinisch das konkrete und angekündigte "Personal-Sparen" an der richtigen Stelle beginnt. Nicht nur in der Produktion, wo Geld verdient und wertvolle Arbeit gemacht wird, sind "Stellen einzusparen" - wie es so schön im Managerdeutsch heisst -, sondern auch in der bekanntlich sehr breit aufgestellten Geschäftsführung. Es trifft als erstes Erk Schuchhardt, der seit 2008 als Vorsitzender der Geschäftsleitung den Standort Schwäbisch Gmünd leitet. Seine Aufgaben soll der bisherige Produktionsleiter in Schwäbisch Gmünd, Dr. Samir Kedwani, mit übernehmen. Vielleicht gibt es ja dann bald - unter Einbeziehung moderner elektronischer Kommunikationsmethoden - eine gemeinsame Produktionsleitung aller drei produzierenden Standorte in Europa und eine in Ralf Heinisch personifizierte Geschäftsleitung? Wünschenswert wäre es, denn die ewigen Rivalitäten zwischen den Standorten, angestachelt durch den Ehrgeiz der jeweiligen Produktionsleiter und Geschäftsführer, hatten lange Zeit teure und unsinnige Entscheidungen zur Folge, wenn es z.B. um die Entscheidung ging, welches Produkt an welchem Standort produziert werden soll.
Aus persönlicher Sicht muss ich sagen, dass ich die Entlassung von Erk Schuchhardt schade finde, denn ich habe ihn während meiner Zeit bei WELEDA kennen gelernt und mich mit ihm recht gut verstanden. Bleibt zu hoffen dass er dem Unternehmen in anderer Funktion erhalten bleibt und jemand mit weniger menschlichen Qualitäten das Unternehmen dauerhaft verlässt! Es stellt sich die Frage: War der Betriebsrat in die Entscheidung involviert? Wurden die Mitarbeiter gefragt, mit welchem "Chef" sie sich die Zukunft am besten vorstellen können?
Leider ist (noch) nicht bekannt, wie viel Geld durch die Umstrukturierungen gespart wird, ob Erk Schuchhardt eine Abfindung erhält und wie hoch sein Gehalt als Vorsitzender der Geschäftsleitung des WELEDA Standortes Schwäbisch Gmünd ist. Aber vielleicht gibt es mit dem neuen CEO auch eine neue Transparenz, die den Namen wirklich verdient, und wir erfahren, wie viele Tuben Kosmetika verkauft werden müssen, um das Gehalt eines WELEDA Managers zu bezahlen?

Donnerstag, 10. Mai 2012

geBrüllte Reaktionen

Auf meinen Kommentar zum Artikel in Info3 schrieb Ramon Brüll:
Hallo Herr Ferger
Ihr Leserbrief wurde mir von der Redaktion weitergeleitet. Auf einige wenige Punkten will ich gerne eingehen:
Gerade weil in nächster Zeit kein nennenswerter Gewinn zu erwarten ist, ist es ein guter Zeitpunkt, sich über grundsätzliche Fragen der Gewinnverwendung Gedanken zu machen. Denn sobald es etwas Substantielles zu verteilen gibt, werden erfahrungsgemäß die Begehrlichkeiten wieder jede vernünftige Überlegung überschatten.
Entmachtung des Verwaltungsrates: Ich verlange ja gar nicht, dass Sie mir zustimmen. Nur entpuppen Sie sich als Kapitalist wenn Sie davon ausgehen, dass a) der Verwaltungsrat (das heißt die Geldgeberseite) Auftraggeber ist und b) diese Seite prädestiniert wäre, ein letztendliches Weisungsrecht auszuüben.
Ihre Unterstellung bezüglich eines Zusammenhangs von unserer Berichterstattung mit dem Auftragsvolumen der Weleda-Anzeigen in Info3 zeugt von fehlender Wahrnehmung Ihrerseits. Erstens ticken wir anders - vielleicht auch, weil uns, anders als Ihre Denkgewohnheiten es manifestieren, jegliche kapitalistische Hierarchiesierung fremd ist - und zweitens dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass wenn überhaupt eines der anthroposophischen Publikationsorgane die Entwicklung der Weleda in den letzten Jahren kritisch begleitet hat, wir das waren. Nur: Ich komme als Kommentator teilweise zu ganz anderen Ergebnisse als Sie. Es tut mir leid für Sie, wenn Sie das nicht aushalten können.
Mit freundlichen Grüßen
Ramon Brüll

Dazu meine Mail an Ramon Brüll:

Hallo Herr Brüll
Natürlich kann ich aushalten, dass Sie da anderer Meinung sind. Glücklicherweise leben wir in einer Gesellschaft, in der Meinungsvielfalt herrscht - auch wenn diese insbesondere in der anthroposophischen Szene manchmal eher gefürchtet als gefördert wird.
Was Punkt 1 anbelangt: Sind Sie der Meinung, dass WELEDA jemals substanzielle Beträge an die Anteilseigner abgeliefert hat?
Dazu mal eine Übersicht der Dividendenzahlungen der letzten 7 Jahre:
2004: 625 TCHF
2005: 625 TCHF
2006: 625 TCHF
2007: 998 TCHF
2008: 000 TCHF
2009: 712 TCHF
2010: 000 TCHF
Das sind also in 7 Jahren gerade mal 3,5 Mio CHF – weniger als das Goetheanum allein in diesem Jahr an Legaten „eingenommen“ hat, und im Vergleich zu den Fehlbeträgen, die bei WELEDA aufgelaufen sind, eine relativ unbedeutende Summe. Das bedeutet, dass die WELEDA nicht wesentlich besser dastünde, wenn alle Anteilseigner auf ihre Dividende verzichtet hätten. Die Anthroposophische Gesellschaft erhielt davon gemäß Ihrem Kapitalanteil 22%, also 788 TCHF – also jedes Jahr etwas mehr als 100 TCHF – was wahrscheinlich weniger ist als der Vorstand und die Sektionen beispielsweise jährlich an Reisekosten ausgeben. Dazu kommt, dass in diesem Jahr die Tilgung der von der GLS-Bank aufgelegten WELEDA Fonds beginnt - d.h. es müssen in den nächsten Jahren 15 Mio € zurückgezahlt werden. 
Dazu noch eine vielleicht provokante Frage: Wäre es denn verwerflich, wenn WELEDA mit Naturkosmetik Gewinn macht? Naturkosmetik ist in keinster Weise lebensnotwendig, es ist ein Luxus (mehr als eine gute Seife braucht der Mensch nicht wirklich für die Körperpflege …), und mit Luxus Gewinne zu machen, die immerhin für einen guten Zweck sind – nämlich für die Erhaltung der finanziellen Grundlagen der Anthroposophie – ist m.E. eine recht löbliche Angelegenheit. Interessanter wäre es vielmehr zu wissen, wie hoch die Managergehälter in den letzten Jahrzehnten waren – ich kann mir gut vorstellen, dass sie mindestens so hoch waren wie die Dividendenzahlungen. Nur darüber spricht niemand, Sie und Info3 leider auch nicht.
Ihren zweiten Punkt finde ich interessant. Ich bin also ein Kapitalist, wenn ich fordere, dass die Inhaber einer Firma für diese Firma Verantwortung übernehmen? Wer soll denn bitteschön die Mitglieder der Geschäftsleitung, die sich jahrzehntelang durch Co-Option selbst erneuert haben und für den ganzen Niedergang verantwortlich sind, Weisungen und Aufträge geben? Wer soll denn Verantwortung übernehmen? „Eigentum verpflichtet“ ist ein sehr guter Grundsatz, der schon in unserem Grundgesetzt verankert ist, und Eigentum verpflichtet auch zur Verantwortung. Dass WELEDA kein wirkliches Leitbild hat, das als Richtschnur und Ziel des Handelns sowohl der Manager als auch der Mitarbeiter gelten kann, ist ja bezeichnend. Nein, das Desinteresse und genau die von Ihnen propagierte „Zurückhaltung der Besitzer (Sie können sie auch „Kapitalisten“ nennen, wenn Sie meinen dass die AAG und die Ita-Wegmann-Klinik Kapitalisten sind)“ ist ja die Ursache des Übels. Dass das langfristige Ziel der Restrukturierung der Eigentumsverhältnisse der WELEDA in Richtung einer Stiftung gehen soll, da könnten wir ja sogar einer Meinung sein - nur schlussendlich ist die Stiftung dann Eigentümer und muss als dieser auch Verantwortung übernehmen. Jedenfalls kann ein Management nicht langfristig ohne eine Aufsicht durch einen Aufsichts- oder Verwaltungsrats arbeiten, ohne die Orientierung und die Zielorientiertheit zu verlieren. Das ist m.E. auch nicht "kapitalistisch", sondern einfach gesunder Menschenverstand und etwas Einsicht in das Wesen der Menschen.
Last but not least meine Vermutung der Zahnlosigkeit einem guten Anzeigenkunden gegenüber: Wenn dem nicht so ist, dann kann ich z.B. den Beitrag über WELEDA in Info3 vom Juni letzten Jahres noch weniger verstehen - auch wenn er ja nicht von Ihnen war, sondern von Laura Krautkrämer. Von einer Zeitschrift, die sich eine kritische Begleitung und eine kritische und unvoreingenommene Sichtweise auf die Anthroposophie auf die Fahnen geschrieben hat, hätte ich da wirklich wenigstens einen kritischen Blick in den Geschäftsbericht und einige kritische Fragen – z.B. nach den Gehältern der WELEDA Manager - erwartet. Wenn Sie Beiträge wie diesen „kritische Begleitung“ nennen, dann haben wir von diesem Begriff sehr unterschiedliche Vorstellungen. Sicher ist Info3 kritisch im Vergleich zu den anderen „anthroposophischen Publikumsorganen“, die überhaupt nichts zu dem Thema veröffentlicht haben, diesen Verdienst habe ich Ihnen auch nicht abgesprochen, nur ist das immer noch nicht das, was ich unter „kritischem Journalismus“ verstehe.
Mit vielen Grüßen aus Südbaden
Dietmar Ferger

Montag, 7. Mai 2012

Gut geBrüllt, Ramon ... oder?

Ramon Brüll hat in der aktuellen Info3-Ausgabe einen Bericht und einen offenen Brief an Paul Mackay veröffentlicht. Während dem Bericht nichts hinzuzufügen ist, kann der offenen Brief nicht unkommentiert bleiben. Da dies auch angesprochen wird möchte ich auch hinzufügen, dass ich natürlich auch gerne lieber direkt mit den Mitmenschen spreche als über sie, dass ich dies auch mit Paul Mackay und auch seinen Vorgängern im Amt versucht habe - auch in Bezug auf den vorhergehenden Artikel - dass aber auf mehr oder weniger verständnisvolles Zuhören keine Taten erfolgten.
Auch wenn ich mir nicht anmaße ein guter Kapitän für ein "Schiff" wie die WELEDA zu sein, und erst recht sicher nicht ein besserer als der jetzige, Ralph Heinisch, möchte ich doch einige Aspekte hinzufügen, die m.E. von Bedeutung sind.
Erst einmal ist zu überlegen, ob Paul Mackay der richtige Ansprechpartner ist, denn das "manövrieren" des "leckgeschlagenen Schiffes WELEDA" ist ja nicht Aufgabe des Verwaltungsratspräsidenten Paul Mackay, sondern des CEO -  der Verwaltungsratspräsident ist eher der Reeder, dem das Schiff gehört und der die Aufträge erteilt. 
Zu Punkt 1 ist zu sagen: Gerade jetzt ist ein neuer Kapitän auf dem Schiff - Ralph Heinisch - und Ramon Brüll möchte diesem gleich den Gehalt kürzen? Das geht ja schon garnicht, was aber auf jeden Fall wichtig wäre ist, zu wissen, wie hoch dieser Gehalt (und der Gehalt der anderen Offiziere auf dem Schiff) ist - denn nur dann kann beurteilt werden, ob sich Leistung und Bezahlung einigermaßen in der Waage halten. Die Veröffentlichung von Managergehältern ist in guten Firmen schon heute üblich - warum eigentlich bei WELEDA nicht? Auch rückwirkend wäre es interessant zu wissen, was die Offiziere aus der "alten Riege" (Moritz Aebersold, Patrick Sirdey, Marc Follmer, Rudolf Frisch, Olaf Sommer, Nicolai Keller, Mathieu van den Hoogenband, Rainer Dierdorf, Peter Braun, Patrick Kersting ...) so verdienen oder verdient haben und ob dieser "Verdienst" in einem angemessenen Verhältnis zu ihren Leistungen steht oder stand. Dazu ist zu sagen, dass mir persönlich ein professioneller nicht-anthroposophischer Manager, der mit WELEDA die in der Naturkosmetik üblichen Margen (zweistellige Umsatzrendite) erreicht, lieber ist als ein pseudo-anthroposophisches Führungsteam, das im anthroposophischen Sumpf erstickt und Verluste erwirtschaftet - denn professionelle Manager wissen heute durchaus den Wert von guten MitarbeiterInnen zu schätzen, was bei den bisherigen Führungsriegen oftmals nicht der Fall war. Soweit zu Punkt 1.
Über Punkt 2, der Gewinnverwendung, muss sich in den nächsten Jahren kaum Gedanken gemacht werden, denn bevor irgendwelche Dividenden zur Verfügung stehen, wird es noch einige Jahre dauern. Eigentlich ist die Forderung aber zu kurz gegriffen, denn es ist die Eigentumsfrage, die bei WELEDA völlig neu gegriffen werden sollte - ein wenigstens zeitweises Miteigentum der Mitarbeiter wäre das mindeste, was eine WELEDA an sozialen und Dreigliederungsgedanken umsetzen sollte.
Der Forderung nach dem Abbau des Verwaltungswasserkopfes, die Ramon Brüll in Punkt 3 stellt, kann ich mich vollumfänglich anschließen. Das ganze Büro in Basel gehört aufgelöst, die Verwaltung muss wieder in räumliche und persönliche Nähe zur Produktion. Wenn Weltfirmen mit -zigfachem Umsatz der WELEDA in kleinen Schwarzwalddörfern ihren Hauptsitz haben, dann sollte sich WELEDA ihres Hauptsitzes in Arlesheim nicht schämen.
Der Forderung in Punkt 4 dagegen nach einer Entmachtung des Verwaltungsrates kann ich in keinster Weise zustimmen, denn die Macht- und Interessenlosigkeit des Verwaltungsrates und der Eigentümer (der Anthroposophischen Gesellschaft und der Ita-Wegmann-Klinik) sind ja schließlich die Ursache der Probleme. Wer dann Vertreter in den Verwaltungsrat entsendet - ich vermisse dort sehr die Vertreter der Mitarbeiter / Arbeitnehmer - ist eine andere Frage, aber ein unkontrolliertes, im eigenen Saft schmorendes, sich selbst ergänzendes Management, wie es viele Jahre vor sich hingewurschtelt hat, kann nicht das Ziel sein und würde die Problematik wieder verschärfen.
Insofern kann ich dazu nur sagen - als etwas abgewandeltes Sprichwort -: "Ramons die brüllen, beissen nicht" - was schade ist, denn etwas mehr Biss in der Berichterstattung der letzten Jahrzehnte, etwas weniger Rücksicht auf den großen Anzeigenkunden WELEDA, hätte den Prozess vielleicht etwas beschleunigt und einige der Aktionäre oder der Anthroposophen etwas früher aufgeweckt und so die Katastrophe abgemildert.

Sonntag, 6. Mai 2012

Kann Wahrheit subjektiv sein oder die Kunst, Fehler einzugestehen

Wenn Paul Mackay die Ereignisse so schildert, wie er es tut - etwa in seinem Interview mit der Basler Zeitung oder auch in seinen Darstellungen und Berichten während der letzten Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, sind die Worte natürlich so richtig wie er sie sagt. Er sagt sie aber so, dass es dem Leser oder Zuhörer, der die Geschehnisse im Bezug auf die Entwicklung der WELEDA in den letzen 20 Jahre nicht präsent im Bewusstsein hat, so erscheint, als sei die Situation der WELEDA erst im letzten Jahr so bedrohlich und vorher alles in bester Ordnung gewesen und als ob er - und die anderen Mitglieder des Vorstandes der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft - erst im letzten Jahr von den Problemen der WELEDA erfahren und dann sofort gehandelt hätte. Da dies nachweislich nicht der Fall ist, (Paul Mackay und auch sein Vorgänger im Amt des Vorstandes und auch des Verwaltungsrats, Rolf Kerler, haben von den Problemen der WELEDA schon seit vielen vielen Jahren gewusst - wie auch dieser Blog dokumentiert -, das Vorstandsmitglied Seija Zimmermann hat vor ihrer Berufung in den Vorstand als finnische anthroposophische Ärztin und indirekt auch meine (in meiner Funktion als Exportverantwortlicher in Arlesheim 1998 - 2001) "Kundin" sehr direkt die schon damals bestehenden Probleme erlebt und sich sogar mit mir darüber ausgetauscht, auch Michaela Glöckler war immer über alles bestens informiert), beginnt hier die (philosophische?) Frage, ob eine nur teilweise mitgeteilte Information immer noch "wahr" ist, oder ob sie durch das Fehlen relevanter Tatsachen und Zusammenhänge in ihrem Wahrheitsgehalt signifikant eingeschränkt wird.
Natürlich stellt sich dann auch die Frage, warum die bekannten Probleme der WELEDA über Jahre hinweg einfach ignoriert, unter den Teppich gekehrt und totgeschwiegen wurden und warum der Vorstand seine Verantwortung im Verwaltungsrat der WELEDA so viele Jahre hinweg nicht wahrgenommen hat. Wenn wir davon ausgehen, dass im Vorstand einigermaßen intelligente Menschen saßen und sitzen, die gelernt haben, ihre Wahrnehmung zu schulen, die auch in wirtschaftlichen Zusammenhängen Erfahrungen haben und die sich ihrer Verantwortung für das Erbe Rudolf Steiners, für die WELEDA und für das Fortbestehen und die finanziellen Grundlagen der Anthroposophischen Gesellschaft bewusst waren und sind, dann stellt sich die Frage, warum die Schritte, die der Vorstand jetzt gemacht hat, nicht schon vor 10 oder mehr Jahren geschehen sind - vor allem da auch bekannt ist, dass sie in mindestens einem Fall - nämlich von mir - dezidiert darauf hingewiesen wurden. Es lassen sich da viele Spekulationen anstellen. War es einfach eine Art "Angst", ein so heisses Eisen anzufassen? War der Vorstand in der (unrealistischen) Hoffnung, dass sich ein Wunder ereignen und sich alles zum Besseren wenden würde? Konnte er es nicht übers Herz bringen, die "lieben Freunde" in der Geschäftsleitung zu kritisieren oder sogar zu feuern und nahm dafür den Niedergang des ganzen Unternehmens in Kauf? Gab es Absprachen, von denen wir alle nichts wissen? Hatte oder hat die Geschäftsleitung der WELEDA Macht und Einfluss über den Vorstand bzw. den Verwaltungsrat? Gab es "graue Eminenzen", die den Vorstand beeinflusst haben? ...???
Ich möchte betonen und unterstreichen, dass ich froh und glücklich bin, dass endlich diese Schritte gegangen worden sind, dass mir klar ist, dass es für die handelnden Personen - also inbesondere Paul Mackay - nicht einfach gewesen ist, dies zu tun - und doch stellt sich die Frage, warum gerade jetzt? War es der Druck aus der Ärzteschaft? Waren es die endgültige und langfristige Absenz von Dividenden aus der WELEDA? War es der Druck der Aktionäre bzw. der Inhaber von Partizipationsscheinen (denn da gibt es ja noch einen nicht-anthroposophischen Großaktionär, die Albin Kistler AG)? Oder war es einfach die Erkenntnis, dass die eigene (finanzielle) Grundlage, die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft, kurz vor der Insolvenz steht - denn dass es 2011 so viele "Legate" (also Hinterlassenschaften gestorbener Anthroposophen zu Gunsten der Anthroposophischen Gesellschaft) geben würde, war ja nicht vorauszusehen?
Neben diesen Fragen, die vielleicht eines Tages die Historiker beschäftigen werden, stellt sich dann die aktuelle Frage, warum es Paul Mackay als Sprecher des Vorstandes und des Verwaltungsrates nötig hat, die Historie so "selektiv" darzustellen wie er es in dem Interview und auch während der Generalversammlung tat und warum er es nicht über sich gebracht hat darauf hinzuweisen, dass da langjährige Versäumnisse des Vorstandes und des Verwaltungsrates vorliegen, die jetzt endlich behoben werden.
Was wäre geschehen, wenn Paul Mackay auf der Generalversammlung und auch in der Außendarstellung die historisch richtige Wahrheit ausgesprochen hätte und auch Hinweise darauf gegeben hätte, was den Vorstand bewogen hat, so lange Zeit dem Niedergang der WELEDA so tatenlos zuzusehen? Und auch, was ihn bewogen hat, genau jetzt zu handeln? 
Ich persönlich finde es schade, dass er diesen Mut nicht aufgebracht hat!
Nachtrag: es geht mir hier nicht um Schuldzuweisung oder Rechtfertigung nach dem Motto "seht mal, das hab ich doch schon seit vielen Jahren gesagt", sondern es geht mir darum dass ich überzeugt davon bin, dass wir es dem Erbe Rudolf Steiners schuldig sind, umfassende Zusammenhänge auch umfassend, klar, deutlich und wahrhaftig darzustellen und dass es dem Anspruch der Anthroposophie und ihres Vorstandes widerstrebt, durch selektives Weglassen von Tatsachen Versäumnisse und Fehler beschönigen zu wollen - denn jeder Mensch der handelt läuft Gefahr, Fehler zu machen, nur wer nicht handelt kann keine Fehler machen. Außerdem bin ich überzeugt, dass die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft ihrem Vorstand auch Fehler zugestehen und nicht den Anspruch haben, dass dieser "unfehlbar" ist.

Dienstag, 10. April 2012

"Selektive Berichterstattung" auf der Homepage des Goetheanums

Auf der Homepage des Goetheanums fand sich bis zum 10. April dieser kurz gefasste Bericht über die Diskussion über die WELEDA während der Generalversammlung der AAG:
"Engagiert widmeten sich die rund 450 Mitglieder der Entwicklung des Unternehmens Weleda. Die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft ist eine seiner beiden Hauptaktionäre und seit 23. März durch Paul Mackay im neu gebildeten Verwaltungsrat vertreten. Die Anträge, die die Mitglieder in Fragen der Unternehmensführung der Weleda einbeziehen wollten, wurden von der Versammlung abgelehnt." (Inzwischen wurde er - nach einem Schreiben an den Vorstand der AAG - geändert und heisst nun "Engagiert widmeten sich die rund 450 Mitglieder der Entwicklung des Unternehmens Weleda. Die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft ist eine seiner beiden Hauptaktionäre und seit 23. März durch Paul Mackay im neu gebildeten Verwaltungsrat vertreten. Der leicht veränderte Antrag 1.1 (außerordentliche Generalversammlung mit Thema Eigentümerverantwortung gegenüber der Weleda) wurde von der Versammlung abgelehnt, die Anträge 1.2 bis 1.6 wurden zurückgezogen.")
Dies war, wie aus meinem detaillierten Bericht ersichtlich ist, der Versuch, durch "selektive Berichterstattung" die Begebenheiten auf der Generalversammlung einseitig und falsch darzustellen. Muss es erst einen Brief an den Vorstand geben, damit objektive Berichte erscheinen, die nicht tendenziös indirekt falsche Tatsachen behaupten? Um es nochmals deutlich darzustellen:
  1. Nur der Antrag 1.1 – zur Erneuerung und Bekräftigung der Verbindlichkeit des vor einem Jahr fast einstimmig beschlossenen Auftrags an den Vorstand zur Einberufung einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung – ist in einer leicht abgeänderten Fassung zur Abstimmung gekommen und abgelehnt worden. Die Anträge 1.2 bis 1.6 wurden nicht abgelehnt, sondern durch die Antragsteller (freundlicherweise) zurückgezogen!
  2. Die gestellten Anträge wollten in keiner Weise „die Mitglieder in Fragen der Unternehmensführung der WELEDA einbeziehen“, sondern lediglich die Verantwortung der AAG gegenüber der Weleda AG klären, so wie dies im Absatz 3 des Antrags 1.1 festgehalten ist: „Die Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft beauftragt den Vorstand, eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen. Diese soll sich ausschließlich mit der Eigentümerverantwortung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft an der WELEDA AG und den damit verbundenen materiellen und immateriellen Vermögensanteilen befassen, im Hinblick auf die Sicherung der in ihrem Fortbestand gefährdeten anthroposophischen Heilmittel."
Gegenteilige Äusserungen, die während der Behandlung des 1. Antrags am 31. März 2012 von mehreren Sprechern/-innen – bewusst oder unbewusst – gemacht wurden, entsprechen nicht der Wahrheit. Die Antragsteller wären ja auch absolut unprofessionell wenn sie verlangen würden, dass eine Mitgliederversammlung Beschlüsse fassen solle, die in die operative Geschäftsführung der WELEDA AG eingreifen würden. (Der letzte Verwaltungsrat hat wohl wiederholt in das operative Geschäft eingegriffen - vielleicht mit dem Ziel, noch Schlimmeres zu verhindern?) Dies ist und war in keinster Weise beabsichtigt, und es wurde von den Antragstellern ja auch wiederholt betont, dass der Antrag vor der Neubesetzung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gestellt wurde, dass aber die Frage der Verantwortung eine Grundsätzliche sei und deshalb unabhängig vom operativen Geschäft und den Personalien des Verwaltungsrates und der Geschäftsführung ist.
Aber auch die neue Formulierung des Berichtes auf der Homepage des Goetheanums "Der leicht veränderte Antrag 1.1 (außerordentliche Generalversammlung mit Thema Eigentümerverantwortung gegenüber der Weleda) wurde von der Versammlung abgelehnt." ist tendenziös, denn es ging nicht um die "außerordentliche Generalversammlung mit Thema Eigentümerverantwortung gegenüber der Weleda", sondern um eine Erneuerung des Auftrages, denn es heisst im Antrag unter 1.2 eindeutig: Die an der Generalversammlung anwesenden Mitglieder erneuern diesen Auftrag und bekräftigen ihn ausdrücklich als verbindlich.
Deshalb ist der Beschluss auf Einberufung einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung zum Verhältnis von AAG und WELEDA AG vom 16. April 2011 weiterhin rechtskräftig und harrt weiterhin seiner Erfüllung durch den Vorstand. Denn eine Ablehnung der Erneuerung und Bekräftigung des Auftrages bedeutet nicht die Ablehnung des Auftrages an sich. Dazu hätte der Vorstand selbst einen Antrag stellen müssen, den Beschluss der Mitgliederversammlung von 16. April 2011 aufzuheben. Die ausserordentliche Mitgliederzusammenkunft vom 28. Mai 2011 ersetzt die beschlossene, beschlussfähige und ordentlich einzuberufende, ausserordentliche Mitgliederversammlung in keiner Weise!
Das in den Statuten festgehaltene Quorum von 1/5 der Mitglieder ist auf den im Jahre 2011 rechtzeitig traktandierten und publizierten Antrag nicht anwendbar und wurde im Vorfeld vom Vorstand auch weder schriftlich noch mündlich kommuniziert. Die Abstimmung direkt vor der Auszählung der Stimmen als rein konsultativ zu bezeichnen, ist sowohl den Antragstellern wie den Mitgliedern gegenüber absolut unfair und einer Anthroposophischen Gesellschaft unwürdig.

Freitag, 6. April 2012

Jahresergebnisse der WELEDA

Auf der Generalversammlung der AAG wurde es ja erwähnt: Die WELEDA AG hat in den letzten Jahren sehr oft Verluste geschrieben. Für eine bessere Übersicht habe ich aus den Geschäftsberichten der WELEDA 2005, 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010 (durch klicken auf die Jahreszahlen können Sie die Geschäftsberichte herunterladen und die Zahlen verifizieren ...) die relevanten Zahlen herausgesucht, also aus der sog. "Erfolgsrechnung" (was in einigen Jahren eher "Misserfolgsrechnung" heissen sollte) die Bilanzen, die jeweils getrennt für die WELEDA AG in Arlesheim und die gesamte WELEDA Gruppe aufgeführt sind.
Hier ergibt sich folgendes Bild - alle Zahlen sind jeweils in 1.000 CHF angegeben:
2005: Jahresergebnis WELEDA AG Arlesheim: 5.534
Jahresergebnis WELEDA Gruppe: 2.811
Bilanz (nach Verlust / Gewinnvortrag): 5.687
2006: Jahresergebnis WELEDA AG Arlesheim: -984
Jahresergebnis WELEDA Gruppe: -113
Bilanz (nach Verlust / Gewinnvortrag): -722
2007:  Jahresergebnis WELEDA AG Arlesheim: 1.482
Jahresergebnis WELEDA Gruppe: 3.712
Bilanz (nach Verlust / Gewinnvortrag): 1.482
2008:  Jahresergebnis WELEDA AG Arlesheim:  -10.826
Jahresergebnis WELEDA Gruppe: -5.736
Bilanz (nach Verlust / Gewinnvortrag): -10.826
2009:  Jahresergebnis WELEDA AG Arlesheim:  4.800
Jahresergebnis WELEDA Gruppe: 4.584
Bilanz (nach Verlust / Gewinnvortrag): -6.026
2010:  Jahresergebnis WELEDA AG Arlesheim:  -3.735
Jahresergebnis WELEDA Gruppe: -4.708
Bilanz (nach Verlust / Gewinnvortrag): -10.473
2011 soll das Jahresergebnis wieder bei ca. -10 Mio. CHF liegen!
dies wäre in der Bilanz (nach dem Verlustvortrag von 2011) dann bei ca. - 20 Mio CHF!
Grafisch dargestellt, sieht dies aus wie folgt:




















Interessant wäre zu wissen, ob sich diese "Erfolge" auch in den Gehältern der Manager widerspiegeln - leider sind diese trotz dem verführerischen Namen der WELEDA Geschäftsberichte "Transparenz" leider ganrnicht transparent und nicht angegeben.

Mittwoch, 4. April 2012

Antrag zur Unternehmens-Fördermitgliedschaft auf der Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 2012

Auf der Generalversammlung der AAG geb es noch einen zweiten Antrag, der trotz seiner eher unscheinbaren Formulierung größte Brisanz für die Form, Struktur und Zukunft der Anthroposophie und der Anthroposophischen Gesellschaft hat.
Gestellt hat diesen Antrag Dr. Benedictus Hardorp, der als Jurist die Tragweite der vom Vorstand anscheinend schon ausformulierten und diskutierten geplanten Änderung erkannt hat, auf Grund derer der Vorstand der AAG wohl auch schon an verschiedene Firmen herangetreten ist.
Der Hintergrund ist die Finanznot des Goetheanums, die den Vorstand wohl bewogen hat, eine Änderung der Vereinssatzung zu entwerfen und auszuarbeiten, nach der auch "juristische Personen" - also in erster Linie Firmen, aber auch Schulen oder andere Vereine - "Fördermitglieder" werden können, d.h. sie können mit einem Firmen-Mitgliedsbeitrag - der sicher höher ist sein wird als der Mitgliedsbeitrag von "natürlichen" Personen - die AAG unterstützen und diesen Mitgliedsbeitrag natürlich dann in ihrer Steuererklärung steuermindernd einsetzen.
Was vom technischen Ablauf her auf den ersten Blick ganz vernünftig klingt, wird dann problematisch, wenn die "Wesenheit" der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und ihre Aufgabe als "Gemeinschaft von Menschen" betrachtet wird. Unter diesem zutiefst und originär anthroposophischen Gesichtspunkt - und dies wurde von Dr. Hardorp überzeugend, und klar dargestellt - ist eine Mitgliedschaft von "juristischen" Personen in der AAG nur unter Aufgabe eines zentralen Teils der Identität und der Spiritualität der Gesellschaft möglich.
Ob dieser Preis gezahlt werden soll, der die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft auf die gleiche spirituelle Stufe stellen würde wie ein Museums- oder Kaninchenzüchterverein, muss gut überlegt werden.

Sonntag, 1. April 2012

Kommentar zur Diskussion um die WELEDA auf der Generalversammlung

... Lesen Sie vielleicht erst den vorherigen Beitrag ... zum besseren Verständnis ...
Ein Antrag auf Ende der Debatte, obwohl noch viele Menschen einen Beitrag geben wollen, in einer Gesellschaft, deren Ziel u.a. die Freiheit des Menschen ist ... eine Gesprächsleitung, die Menschen an den Rednerpult holt, die nicht reden wollten, andere dafür nicht reden lässt ... ein eklatantes Missverhältnis zwischen Befürwortern und Gegnern das Antrags, sowohl in der Quantität als auch in der Kompetenz der von der Gesprächsleitung aufgerufenen Redner (beispielsweise wurde Herbert Holliger, Geschäftsführer der anthrosana Verein für anthroposophisch erweitertes Heilwesen, nicht zugelassen, ich auch nicht ...), ein Vorstand, der jeden Antrag als Angriff empfindet ... als Beispiel für Diskussionskultur kann diese Generalversammlung - wie auch die vorherigen, die ich miterlebt habe - leider nicht dienen, eher als Abschreckung für diejenigen, die nicht leidensfähig genug sind, dies über sich ergehen zu lassen.
Aber nicht nur in der Form, auch inhaltlich ist die Diskussion unverständlich. Da sind hoch qualifizierte Menschen, die einen schützenden Kreis um ein von Insolvenz bedrohtes Unternehmen bilden wollen, die eingebunden werden wollen in die Diskussion um die Zukunft dieses Unternehmens, die aus freiem Willen, engagiert und unentgeltlich, ihre Kompetenz und ihre Zeit einbringen wollen, um die Zukunft dieses Unternehmens zu sichern - und statt diese Menschen willkommen zu heißen, ihr Wissen und Können abzurufen und zu integrieren, werden sie abgewiesen. Jedes andere Unternehmen wäre froh, auch nur einen Bruchteil dieses "Fanclubs" zu haben! Wenn ich Ralph Heinisch wäre, ich würde nach 100 Tagen als CEO eine Einladung an alle Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft aussprechen, um ihnen die Situation des Unternehmens darzustellen und mit ihnen über Lösungs- und Gestaltungsaufgaben und -möglichkeiten zu diskutieren, würde Arbeitsgruppen und Diskussionsforen einrichten und versuchen, diese Kompetenz für die Zukunft der Weleda nutzbar zu machen.

Antrag zur WELEDA auf der Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 2012

In diesem Artikel versuche ich, die wichtigsten Inhalte der Debatte um den  "Antrag zur Rettung der anthroposophischen Heilmittel und der Weleda AG" darzustellen.
Ein schöner sonniger Frühjahrssamstag am Goetheanum, der große Saal ist etwa 3/4 besetzt.
Zum Beginn des 2. Teils der Generalversammlung ruft Paul Mackay den Antrag auf und zitiert aus den Statuten, dass der Vorstand eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen muss, wenn 1/5 aller Mitglieder dies fordern.
Anschließend erläutert Dr. Andreas M. Worel den Antrag. Er geht darauf ein dass dieser Antrag auf der Ebene des Rechtes angesiedelt ist und dass die Rechtsebene die Ebene des Herzens ist, dass er deshalb keine formelle rechtliche Auseinandersetzung sucht, sondern an die Herzensebene appelliert. Er betont, dass in den letzten 20 Jahren sich schon sehr viele Menschen in großer Sorge um die Entwicklung der WELEDA an den Vorstand gewendet haben (u.a. meine Wenigkeit ...), dass aber keinerlei Reaktionen seitens des Vorstandes erfolgten, und schließt die Frage an, wie weit die AAG ihre Verantwortung für die WELEDA wahrnimmt.
Weiterhin erläutert er, dass dieser Antrag vor der Umgestaltung des Vorstandes und der Geschäftsführung der WELEDA formuliert wurde, dass er deshalb aber nicht zurückzuziehen sei, denn die Frage sei immer noch, welcher Maßnahmen es bedarf um den Fortbestand der WELEDA zu sichern, was die AAG dafür tun kann, wie die nötige öffentliche Unterstützung herzustellen sei und wie alle Mitglieder mit innerer Kraft die WELEDA unterstützen können. Er betont, dass Öffentlichkeit auch Transparenz bedeutet und dass Transparenz heisst, die Tatsachen anzuschauen - und diese Tatsachen sind, dass die WELEDA in 4 der letzten 5 Jahren Verluste gemacht hat und kurz davor sei, keine Kredite mehr zu erhalten für die Zahlung der Zinsen und Löhne und Gehälter. Er verknüpft weiter die Identität der AAG mit der Wahrheitsfrage und betont, dass AAG und  WELEDA abhängig voneinander sind, dass die WELEDA das äußerste Organ der AAG sei und das sie existenziell miteinander verbunden sind.
Paul Mackay rechtfertigt die Handlungen des Vorstandes, er geht darauf ein, dass am 8.12.2011 intensive Gespräche zur Rettung der WELEDA begonnen hatten, die in der soeben erfolgten Umgestaltung resultierten, und betont, dass der neue Verwaltungsrat jetzt Ruhe brauche um seine Arbeit zu tun und dass es darum ginge, wie wir ihn dabei unterstützen können. Seine Darstellung entspricht in etwa dem was er auch im Interview mit der Basler Zeitung dargestellt hat - und ist auch ebenso zu bewerten. (siehe untenstehender Abschnitt).
Als nächster Redner plädiert auch Andreas Studer dafür, dem neuen Verwaltungsrat und der WELEDA Zeit zu geben sich neu zu strukturieren.
Anschließend wird Dr. Andreas Jäschke aufgerufen, obwohl er sich nicht zu Wort gemeldet hatte. Er bezweifelt, dass der Antrag zielführend sei, und betont, dass die WELEDA eine rechtlich eigenständige Firma sei und eben kein Organ der Anthroposophischen Gesellschaft, und deshalb unabhängig von ihr zu sehen sei.
Anschließend spricht Theo Stepp und vergleicht die WELEDA mit einem Burn-Out-Patienten, der jahrelang überfordert gewesen sei und deshalb zur Genesung Ruhe benötige.
In einem weiteren Beitrag schildert Dr. Thomas Breitkreuz, wie die anthroposophische Ärzteschaft das Handeln der WELEDA Geschäftsführung und des Verwaltungsrates in den letzten Monaten im Hinblick auf die Gestaltung der Arzneimittelherstellung als Vertrauensbruch empfunden haben, da die Ärzte seit vielen Jahren in die Entscheidungen der WELEDA eingebunden waren, nun aber Entscheidungen gefällt wurden, die mit ihnen nicht abgesprochen waren und von ihnen auch nicht mitgetragen werden konnten. Mit der Berufung des neuen Verwaltungsrates und des neuen CEO habe sich die Situation aber fundamental verändert, die AAG und die Ita-Wegmann-Klinik sei personell und direkt in Verantwortung gegangen. Er bittet, den Antrag zurückzuziehen.
Anschließend warnt Laurenz Kistler am Ende einer etwa 8-minütigen! Rede vor der drohenden Insolvenz der WELEDA.
Dann geht Dr. Michaela Glöckler ans Pult und lobt, dass die WELEDA bis jetzt die Versorgung der anthroposophischen Ärzte mit Arzneimitteln sichergestellt hat, und weist darauf hin dass die Arzneimittelsparte erst seit etwa 1997 defizitär geworden sei durch die Verschärfung der Behördenauflagen und den Ausschluss aus der Erstattung durch die Krankenkassen in Deutschland, und dass seit 1988 regelmäßige Treffen mit den Ärzten am Goetheanum stattfinden.
Anschließend weist John Ermel nochmals darauf hin, das die AAG ihre Verantwortung wahrnehmen muss, dass sie dies auch den Mitarbeitern der WELEDA schuldig sei und dass es jetzt "5 vor 12" sei.
Der Gesprächsführer möchte die Debatte beenden und zur Abstimmung kommen, obwohl noch viele Redebeiträge angemeldet sind.
Wiederum meldet sich Dr. Andreas M. Worel zu Wort und stellt den Ordnungsantrag, den Formulierung des Antrages zu ändern. Dieser Antrag wird mit 188 zu 182 Stimmen angenommen.
Dr. Andreas M. Worel erläutert, dass Antrag 1 bis 1.5 unverändert zur Abstimmung gestellt werden, Antrag 1.6 so formuliert wird, dass diese außerordentliche Mitgliederversammlung bis zum 31.10.2012 stattfinden soll, Antrag 1.7 soll heißen, dass Anträge dazu bis 3 Wochen vor dem festgesetzten Termin eingereicht werden können, Antrag 1.8 soll heißen, dass das Ziel dieser außerordentlichen Generalversammlung sein solle, die Führung und die Mitarbeiter der WELEDA zu unterstützen und eine breite, unterstützende Basis mit sachkundiger Begleitung zu schaffen, die in der Mitgliedschaft vorhanden wäre.
Daraufhin wird ein Antrag auf Schluss der Debatte gestellt, der mit Mehrheit angenommen wird.
Ebenso mit Mehrheit wird anschließend gegen den veränderten Antrag 1 gestimmt.
Zum Schluss weist Dr. Andreas M. Worel darauf hin, dass der Antrag so formuliert ist, dass seine Ablehnung nicht die Aufhebung des Beschlusses der Generalversammlung 2011 bedeute, die den Vorstand beauftragt hat, eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen, dass dieser Beschluss und Auftrag also weiterhin gültig sei. Er zieht angesichts der fortgeschrittenen Zeit und der inzwischen emotionalen Stimmung die Anträge 1.2 bis 1.8 zurück.
Falls es etwas zu ergänzen oder zu korrigieren gibt bei diesem Bericht, freue ich mich auf Ihre Mail. Danke!

Samstag, 31. März 2012

Motivation?

Auf der Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft heute in Dornach wurde ich gefragt, was mich motivieren würde, diesen Blog zu schreiben. Dazu erst einmal: Nein, es ist nicht meine Hauptbeschäftigung, und Nein, es ist auch nicht, weil ich immer noch verbittert oder gekränkt wäre wegen meines "Rauswurfs" aus der WELEDA vor 10 Jahren - denn ohne diesen hätte ich viele interessante und sehr lehrreiche Erfahrungen, Entwicklungen, und Bekanntschaften in den letzten 10 Jahren nicht machen dürfen. Dieser Blog ist nicht mehr als ein "Hobby" neben einigen anderen wie meiner Aufgabe als Grüner Stadt- und Kreisrat in Lörrach, und natürlich neben meiner Familie und meiner Arbeit als Inhaber der Firma IonLife.
Meine Motivation ist wohl, dass die Anthroposophie wohl das ist, was man "geistige Heimat" nennt - und wenn diese geistige Heimat Gefahr läuft, zerstört oder verzerrt zu werden, wenn diese Heimat sich nicht so entwickelt wie es ihr Potential eigentlich ist, wenn sie an Ansehen verliert und eher belächelt als ernst genommen wird, dann fühle ich mich betroffen. Und da WELEDA ein Teil dieser Heimat ist und ich WELEDA und ihre Strukturen gut kenne, sehe ich es irgenwie als meine Aufgabe an, dazu beizutragen, dass auch diese Firma ihr Potential ausschöpft. Eine geistige Heimat ist vielleicht umso wichtiger, je weniger die räumliche Heimat gegeben ist - auch wenn ich jetzt in Lörrach zu Hause bin und mich ganz für das Wohl dieser schönen Stadt einsetze.
Vielleicht ist es eine Charaktereigenschaft von mir, dann etwas zu tun anstatt zu resignieren, auch auf die Gefahr hin dass nicht alles richtig ist. Aber wer etwas tut, läuft immer Gefahr, dass es falsch ist.
Dazu kommt vielleicht auch noch ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl und eine Abneigung gegen Machtstrukturen und Menschen, die auf Grund ihrer Position (strukturelle) Gewalt ausüben und andere Menschen in ihrer Freiheit und Entfaltung behindern. Dafür gibt es den Begriff "ethischer Individualismus", dem ich mich verbinden fühle. Vielleicht ist diese Frage damit wenigstens ansatzweise beantwortet?

Mittwoch, 28. März 2012

Paul Mackay im BaZ-Interview

Im Wirtschaftsteil der Basler Zeitung vom Dienstag, 27. 3. wird Paul Mackay in seiner neuen Funktion als Präsident des Verwaltungsrats der WELEDA interviewt.
Seine Antworten sind entlarvend - jedenfalls für die, die die Diskussion schon seit vielen Jahren mitgemacht haben. Wenn er sagt "Unsere Wahrnehmung als Hauptaktionäre war: Weleda geht es nicht gut, jedenfalls nicht so, wie es ihr gehen sollte." dann muss ich mich schon fragen: Warum kommt diese "Wahrnehmung" erst jetzt? Ist der anthroposophische Schulungsweg nicht gerade auch dazu da, die Phänomene zu erkennen? Die Phänomene einer kranken Firma hat er jahre-, ja jahrzentelang direkt vor seiner Haustüre gehabt und will sie nicht wahrgenommen haben? Die Gespräche die ich mit ihm geführt habe, meine Reden auf verschiedenen Generalversammlungen der AAG - alles dies nicht wahrgenommen??? Dies ist ziemlich unglaubwürdig.
Schade deshalb, dass Paul Mackay so wenig ehrlich ist. Ehrlich wäre vielleicht zu sagen: Ja, wir haben das Ganze schon viele Jahre mit großer Sorge betrachtet / hatten aber nicht den Mut einzugreifen / waren mit anderen Dingen so beschäftigt / waren zu bequem uns in Auseinandersetzungen mit dem Management zu begeben / ... - ich denke / hoffe kaum, dass die Wahrheit lauten würde "Wir haben von dem Management der WELEDA Versprechungen / Drohungen erhalten und uns nicht getraut ..." - aber möglich ist alles.
Weiter sagt er "Uns war rasch klar, dass die Weleda einen handlungsfähigen Verwaltungsrat braucht." - auch hier fragt sich der geneigte Leser: Warum erst jetzt? WELEDA hatte jahrzehntelang keinen handlungsfähigen Verwaltungsrat, diese Handlungsunfähigkeit, die ein unfähiges Management jahrzehntelang hat rumwurschteln lassen, ist die Hauptursache der Krise.
Weiter: "Es war uns klar, dass die Weleda eine starke Führung braucht, damit die Mitarbeiter wissen, in welche Richtung es geht." - ja, genau dies wussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis jetzt nicht, und nach diesem Interview muss leider Zweifel bleiben ob der Verwaltungsrat wirklich die Fähigkeit, die Klarheit und das Standvermögen hat, seine Zielbestimmungskompetenz einzusetzen und dem hoffentlich bald fähigen Management zu sagen, mit welcher Zielvorstellung es die WELEDA steuern soll.
Wenn Paul Mackay auf die Frage, ob die letzte Führungsmannschaft etwas falsch gemacht hat, antwortet: "Ich hatte den Eindruck, dass man insbesondere im letzten Jahr zu stark von Wachstum ausgegangen ist. Aber das hat sich dann nicht wie erwartet eingestellt. Wir sind heute weltweit tätig, in Neuseeland, in Brasilien…" - dann verschweigt er die Ursachen, warum das - durchaus mögliche - starke Wachstum im Export nicht eingetreten ist: Weil es keine schlüssige und stringente Export- und Expansionsstrategie gab und Menschen, die dies durchführen wollten - wie ich - als Rivale des zuständigen Managers statt als Partner gesehen wurden.
Zusammengefasst: Ein Interview, dass verzweifelt versucht, den Schein eines kontrollierten und gesteuerten Prozesses zu wahren, wo es in Wirklichkeit um einen unkontrollierter Zusammenbruch handelt.

Aufruf an die Mitglieder der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft

Dr. 
med. 
Andreas 
M.
Worel, anthroposophischer Arzt aus 
Selzach/Schweiz und einige Zeit Mitarbeiter der WELEDA Arlesheim, ruft die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und sich um das Schicksal der WELEDA und vor allem der von ihr hergestellten Arzneimittel und der anthroposophisch erweiterten Medizin zu kümmern.
Aus diesem Aufruf, "an der Generalversammlung am 31. März 2012 im Goetheanum engagiert und konstruktiv teilzunehmen" wird aber nicht klar, was er nun für den richtigen und zukunftsfähigen Lösungsweg hält. Tatsache ist ja, dass auch die Ärzte erst dann angefangen haben, sich um die WELEDA zu kümmern, als die Probleme so groß waren, dass sie selbst beim Zudrücken aller Augen und Hühneraugen unübersehbar waren. Auch das größte Engagement der Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft kann die WELEDA nicht vor der Insolvenz retten, wenn nicht Ralph Heinisch und sein hoffentlich bald vervollständigtes Führungsteam es schafft, die Firma organisatorisch und finanziell wieder auf die Füße zu stellen und finanziell zukunftsfähig zu machen. Denn gerade die "Treue" der Anthroposophen zur WELEDA und ihres Managements hat die kritische Distanz überbrückt, die zur Beurteilung und unvoreingenommenen Entscheidungsfindung  notwendig ist.
Es gilt jetzt, die verbliebenen Stärken der WELEDA - eine engagierte und leidensfähige Mitarbeiterschaft, gute Produkte, einen sehr guten Namen, treue Kunden - geschickt in die Waagschale zu legen  um damit die Schwächen im finanziellen und organisatorischen Bereich sowie aus dem aufgeblähten Verwaltungs-Wasserkopf in Basel auszugleichen. Wenn dies gelingt und die Liquidität sichergestellt bleibt - trotz der dieses Jahr beginnenden Tilgung der GLS-WELEDA-Fonds in Höhe von etwa 20 Mio € -, kann gehofft werden, dass WELEDA ohne Insolvenz die nächsten Jahre übersteht und sich aus dem Cash Flow wieder ein finanzielles Polster "anfuttern" kann, um in Zukunft auch notwendige Investitionen selbst zu finanzieren.

Ralph Heinisch neuer Konzernchef - Patrick Kersting als "Bauernopfer"

Ralf Heinisch, der neue WELEDA-CEO
Ja, sie haben es getan. Sie haben einen neuen Leiter an die Spitze des Unternehmens gestellt. Gratulation an den neuen Verwaltungsrat, der so dem ewige Spielchen der sog. "Co-Option", dem "Hineinbitten" von liebsamen und befreundeten Personen in die Geschäftsführung, ein Ende gesetzt hat.
Hoffen wir, dass es Ralph Heinisch, dem neue Chef, gelingt, das sinkende Schiff noch so zu steuern dass es in den rettenden Hafen kommt, repariert werden und wieder lossegeln kann. Erfahrung und Erfolg kann er jedenfalls vorweisen, so rettete der Unternehmensberater und auf die Restrukturierung und den Aufbau von Unternehmen spezialisierte Manager von 2007 bis 2009 das Paracelsus-Spital in Unterlengenhardt vor der Insolvenz - allerdings auf Kosten des spezifisch "anthroposophischen" Profils.
Wenn es nun gelingt, in einer kooperativen Zusammenarbeit zwischen der Leitlinien- und Zielbestimmungskompetenz des neuen Verwaltungsrats und dem Fachwissen, der Energie und der Erfahrung eines erfahrenen und kompetenten Managers klare Linien für die WELEDA vorzugeben, können wir hoffen dass der Turnaround gelingt und WELEDA bald wieder in neuem Glanz erstrahlt.
Ralph Heinisch sei von dieser Stelle erst einmal viel Glück und Erfolg gewünscht!
Parallel zu seinem Eintritt muss aber Patrick Kersting gehen - ein Manager, der als Verantwortlicher für die Finanzen seit 4 Jahren auf diesem Schleudersitz saß. Ihn Ablösen wird Heinz Stübi, externer Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer mit eingehender Erfahrung bei mittleren und großen Unternehmen verschiedener Branchen.

Generalversammlung - WELEDA Antrag wird erneut gestellt

Am 30. und 31. März lädt die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft wieder zur jährlichen Generalversammlung - immer im Rahmen einer sog. "Jahrestagung" - ein.
Bei der am 31. März stattfindenden Behandlung der Anträge aus der Mitgliedschaft wird als erster und nach den vorhergehenden Wochen und Monaten sicher auch spannendster Antrag der Antrag des letzten Jahres in fast unveränderter form wiederum gestellt, in dem eine außerordentliche Generalversammlung mit dem Hauptthema "WELEDA" gefordert wird.
Ersatzweise wird die inhaltliche Behandlung der WELEDA betreffenden Anliegen gefordert, u.a. eine Neubesetzung des Verwaltungsrates, bei der die vorgeschlagene Sitzverteilung nicht sehr von der soeben erfolgten Neubesetzung abweicht bis darauf, dass die Antragsteller je einen Sitz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Schwäbisch Gmünd, Arlesheim und Huningue fordern. Weiter wird gefordert, eine "angemessene Rechtsform" zu entwickeln um das materielle, ideelle und geistige Vermögen der WELEDA vor dem Zugriff der Spekulation zu schützen.
Wird der Vorstand der AAG die soeben durchgeführte Neuwahl des Verwaltungsrats als Vorwand nehmen, wiederum die Ablehnung dieses Antrags zu empfehlen?

Dr. Walter Kugler entlassen

Dr. Walter Kugler
Der Verein "Rudolf Steiner Nachlassverwaltung, Verein zur Erhaltung, Erforschung und Veröffentlichung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachlasses von Rudolf Steiner" war lange Zeit das neben der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft wichtigste Organ der Anthroposophie, da er die Rechte an dem Werk Rudolf Steiners besaß und diese sogar gerichtlich gegen die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft verteidigte. Dr. Walter Kugler war 30 Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter, davon die letzten 18 Jahre im Vorstand des Vereins. Nun muss er gehen - wenige Jahre vor seinem regulären Renteneintritt. Dr.Walter Kugler hatte sich durch seine wissenschaftliche und schriftstellerische Arbeit weltweite Akzeptanz und Hochachtung erworben und war im letzen Jahrzehnt "das" Gesicht der Anthroposophie, wenn es um das Werk Rudolf Steiners ging.
In ihrer Mitteilung schreibt der verbliebene Vorstand der Nachlassverwaltung, dass die Kündigung "wegen Vertrauensfragen" geschah und dass "gegenseitiges Einvernehmen" besteht.
Im Zuge dieser Ereignisse lässt sich nur fragen, was gerade auf dem "heiligen Hügel" der Anthroposophie in Dornach passiert, welche Endzeitstimmungen sich dort breit machen, dass so für das öffentliche Ansehen der Anthroposophie wichtige und verdiente Menschen entlassen werden?
Auch bei der WELEDA wurden in den letzten Jahren viele wesentliche, bekannte und anerkannte anthroposophische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen, so dass die Zahl der Menschen, die Anthroposophie nicht nur kenne, sondern auch leben und vermitteln können, systematisch bis zur Wahrnehmungsgrenze dezimiert wurde.

Freitag, 23. März 2012

Neuer Verwaltungsrat gewählt

Während einer dreistündigen Sitzung von 14  bis 17 Uhr im Grundsteinsaal des Goetheanmus wurde heute, am 17.3.2012, WELEDA- und anthroposophische Geschichte geschrieben. (Ob es allerdings möglich ist, nach drei Stunden ohne Pause noch eine überlegte und durchdachte Entscheidung zu fällen, sei dahingestellt ...) Die dort anwesenden Aktionäre (es waren auch einige Inhaber von Partizipationsscheinen ohne Stimmrecht da) wählten einen völlig neuen Verwaltungsrat:
In den Verwaltungsrat wurde gewählt
Herr Paul Mackay (geb. 1946), Seit 1996 Mitglied des Vorstandes der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, Dornach. Paul Mackay  studierte Wirtschaftswissenschaften in Rotterdam und Business Administration in Fontainebleau. Nach einigen Jahren Tätigkeit im internationalen Bankwesen folgte die Begegnung mit der Anthroposophie und deren Studium in England und Deutschland (1974-1977). Von 1977 bis 2012 war Paul Mackay im anthroposophischen Bankwesen tätig, unter anderem als Mitbegründer und Direktor der Triodos Bank, Niederlande, und als Vorstand der GLS Bank, wo er bis zum 16. März 2012 Vorsitzender des Aufsichtsrats war.
Herr Dr. math. Andreas Jäschke (geb. 1956), seit 2008 Mitglied im Verwaltungsrat und Leiter Finanzen und Controlling der Ita-Wegmann-Klinik, Arlesheim. Andreas Jäschke studierte Mathematik, Philosophie und Musik an den Universitäten Bielefeld und Athens, Georgia (USA). Nach Tätigkeiten in Forschung und Lehre promovierte er in Mathematik. 1998 folgte eine Leadership-Ausbildung bei MIRA in Deutschland und 2007 die Ausbildung zum DAS Controller an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Seit 1993 ist Andreas Jäschke an der Ita Wegman Klinik in Arlesheim tätig. 1998 wurde er Mitglied der Klinikleitung. Seit 2005 ist er Vorstandsmitglied des internationalen Verbandes der anthroposophischen Kliniken.
Herr Dr. med. Harald Matthes  (geb. 1961), Ärztlicher Leiter des Klinikums Havelhöhe, Berlin. Harald Matthes besuchte die Rudolf Steiner-Schule und studierte Humanmedizin in Berlin. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter für Innere Medizin und Gastroenterologie am Universitätsklinikum Charité, wo er 1987 promovierte. Es folgten Auslandsaufenthalte in London (UK) und Stanford (USA). Harald Matthes ist Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie / Onkologie und Psychotherapie. Seit 1995 leitet er die Abteilung für Gastroenterologie am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, welches er mit begründete und wo er auch als Ärztlicher Leiter tätig ist. 2011 folgte die Habilitation an der Charité Berlin im Fach Innere Medizin. Harald Matthes ist Mitglied der Kommission C und der Stufenplankommission am deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie Mitglied der Kommission Medizin der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und des Nationalen Krebsrates AG5. Er ist zudem Mitglied des Vorstandes der Hufelandgesellschaft, der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Tumorzentren (ADT) sowie des Tumorzentrums Berlin (TZB und TZKB).
Frau Elfi Seiler (geb. 1955), seit 2002 Mitinhaberin der St.-Peter-Apotheke in Zürich und Präsidentin des Trägervereins des Paracelsus-Spitals Richterswil. Elfi Seiler ist gelernte Drogistin. Sie ist seit 23 Jahren Mitarbeiterin der St. Peter-Apotheke in Zürich. Elfi Seiler gehört seit 15 Jahren der Geschäftsleitung an und ist Präsidentin des Verwaltungsrates der Apotheke.
Herr Dr. jur. Jürg Galliker (geb. 1964), Advokat und Mediator, seit 2001 Partner bei der Kanzlei Natterer - López - Galliker und Partner, Basel und seit Oktober 2011 ehrenamtlicher Präsident des Stiftungsrats der Wegwarte Basel. Jürg Gallicker studierte Jura, erwarb 1991 das Anwaltspatent und promovierte 1994 an der Universität Basel zum Dr. iur. Rechtsanwalt. Nach Tätigkeiten im Konzernrechtsdienst eines Basler Pharmaunternehmens und im Rechtsdienst einer Basler Privatbank wechselte er zu seiner jetzigen Kanzlei. Im Jahre 2006 schloss er an der Fachhochschule Nordwestschweiz die Ausbildung zum Mediator ab. Seit Oktober 2009 ist Jürg Galliker freiberuflicher Anwalt in Basel und berät und unterstützt Unternehmen und Organisationen sowie Privatpersonen in rechtlichen und unternehmerischen Fragestellungen.
Paul Mackay - Dr. Andreas Jäschke - Dr. Harald Mettes - Elfi Seiler - Dr. Jürg Galliker:
Der neue Verwaltungsrat der WELEDA.
Wünschen wir ihm Erfolg und Entscheidungsfreudigkeit bei seiner Arbeit!
Von dieser Stelle aus kann dem neuen Verwaltungsrat nur viel Glück und Entscheidungsfreude gewünscht werden bei dem schwierigen Vorhaben, die WELEDA zu retten und die notwendigen weiteren Schritte ebenso konsequent zu gehen, denn neben einem neuen Verwaltungsrat bedarf es mindestens ebenso dringend einer neuen Geschäftsleitung. Vor allem diejenigen Mitglieder der Geschäftsleitung, die WELEDA in jahre- und teilweise jahrzentelanger Arbeit konsequent auf den Weg in die jetzt drohende Insolvenz geführt haben, müssen schnellstmöglich durch Menschen ersetzt werden, die die wahren Werte und Ziele der WELEDA verinnerlichen und über das Streben nach persönlicher Macht und Anerkennung stellen. Denn nur einen neuen Verwaltungsrat zu wählen, der dann in der operativen Führung alles beim Alten lässt, ist wenig sinnvoll.
Die Kunst wird sein, Menschen für die operativen Führungsaufgaben zu finden, die das Kunststück vollbringen, die für WELEDA nötige Liquidität zu schaffen, möglichst vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Arbeitsplatz zu erhalten und die Produktion weiter laufen zu lassen.
Ich persönlich hoffe sehr, dass sich in einem Punkt die Geschichte nicht wiederholt: Als Rolf Kerler noch im Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft war, konnte ich einige Gespräche mit ihm führen über die Zustände in der WELEDA und der Geschäftsleitung. Er hörte mir verständnisvoll zu - es geschah aber nichts. Dann wurde er Mitglied des Verwaltungsrates - und es änderte sich trotzdem nichts in der operativen Führung. Auch mit Herrn Paul Mackay habe ich schon über die WELEDA gesprochen, auch er hat mir verständnisvoll zugehört, es ist bis jetzt nichts geschehen. Nun wird auch er Mitglied des Verwaltungsrates. Hoffentlich ändert sich jetzt auch etwas in der operativen Führung!