Im Wirtschaftsteil der Basler Zeitung vom Dienstag, 27. 3. wird Paul Mackay in seiner neuen Funktion als Präsident des Verwaltungsrats der WELEDA interviewt.
Seine Antworten sind entlarvend - jedenfalls für die, die die Diskussion schon seit vielen Jahren mitgemacht haben. Wenn er sagt "Unsere Wahrnehmung als Hauptaktionäre war: Weleda geht es nicht gut, jedenfalls nicht so, wie es ihr gehen sollte." dann muss ich mich schon fragen: Warum kommt diese "Wahrnehmung" erst jetzt? Ist der anthroposophische Schulungsweg nicht gerade auch dazu da, die Phänomene zu erkennen? Die Phänomene einer kranken Firma hat er jahre-, ja jahrzentelang direkt vor seiner Haustüre gehabt und will sie nicht wahrgenommen haben? Die Gespräche die ich mit ihm geführt habe, meine Reden auf verschiedenen Generalversammlungen der AAG - alles dies nicht wahrgenommen??? Dies ist ziemlich unglaubwürdig.
Schade deshalb, dass Paul Mackay so wenig ehrlich ist. Ehrlich wäre vielleicht zu sagen: Ja, wir haben das Ganze schon viele Jahre mit großer Sorge betrachtet / hatten aber nicht den Mut einzugreifen / waren mit anderen Dingen so beschäftigt / waren zu bequem uns in Auseinandersetzungen mit dem Management zu begeben / ... - ich denke / hoffe kaum, dass die Wahrheit lauten würde "Wir haben von dem Management der WELEDA Versprechungen / Drohungen erhalten und uns nicht getraut ..." - aber möglich ist alles.
Weiter sagt er "Uns war rasch klar, dass die Weleda einen handlungsfähigen Verwaltungsrat braucht." - auch hier fragt sich der geneigte Leser: Warum erst jetzt? WELEDA hatte jahrzehntelang keinen handlungsfähigen Verwaltungsrat, diese Handlungsunfähigkeit, die ein unfähiges Management jahrzehntelang hat rumwurschteln lassen, ist die Hauptursache der Krise.
Weiter: "Es war uns klar, dass die Weleda eine starke Führung braucht, damit die Mitarbeiter wissen, in welche Richtung es geht." - ja, genau dies wussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis jetzt nicht, und nach diesem Interview muss leider Zweifel bleiben ob der Verwaltungsrat wirklich die Fähigkeit, die Klarheit und das Standvermögen hat, seine Zielbestimmungskompetenz einzusetzen und dem hoffentlich bald fähigen Management zu sagen, mit welcher Zielvorstellung es die WELEDA steuern soll.
Weiter: "Es war uns klar, dass die Weleda eine starke Führung braucht, damit die Mitarbeiter wissen, in welche Richtung es geht." - ja, genau dies wussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis jetzt nicht, und nach diesem Interview muss leider Zweifel bleiben ob der Verwaltungsrat wirklich die Fähigkeit, die Klarheit und das Standvermögen hat, seine Zielbestimmungskompetenz einzusetzen und dem hoffentlich bald fähigen Management zu sagen, mit welcher Zielvorstellung es die WELEDA steuern soll.
Wenn Paul Mackay auf die Frage, ob die letzte Führungsmannschaft etwas falsch gemacht hat, antwortet: "Ich hatte den Eindruck, dass man insbesondere im letzten Jahr zu stark von Wachstum ausgegangen ist. Aber das hat sich dann nicht wie erwartet eingestellt. Wir sind heute weltweit tätig, in Neuseeland, in Brasilien…" - dann verschweigt er die Ursachen, warum das - durchaus mögliche - starke Wachstum im Export nicht eingetreten ist: Weil es keine schlüssige und stringente Export- und Expansionsstrategie gab und Menschen, die dies durchführen wollten - wie ich - als Rivale des zuständigen Managers statt als Partner gesehen wurden.
Zusammengefasst: Ein Interview, dass verzweifelt versucht, den Schein eines kontrollierten und gesteuerten Prozesses zu wahren, wo es in Wirklichkeit um einen unkontrollierter Zusammenbruch handelt.
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