Sonntag, 18. März 2012

WELEDA Österreich wird abgewickelt

Der Belegschaft der WELEDA Österreich wurde am 9. November 2011 ihr weiteres Schicksal mitgeteilt. Dies bedeutet:
  • WELEDA Österreich in Wien wird teilweise geschlossen.
  • 30 der insgesamt 36 Mitarbeitern wird in 2 Stufen gekündigt, nur der Außendienst soll bleiben.
  • Das Lager soll 2013 aufgelöst werden.
  • Der WELEDA-Laden wird geschlossen - er war östlich der Donau mit einer Bevölkerung von ca. 300.000 Einwohnern die wichtigste WELEDA-Bezugsquelle und bot u.a. Beratung, Infos über anthroposophische Veranstaltungen usw. an..
  • Das Telefon der WELEDA Österreich wird nach Deutschland umgeleitet (ab 1. April 2012).
  • Belieferung, Veranstaltungsorganisation etc. erfolgt von Deutschland aus.
Die WELEDA in Wien ist der erfolgreichste WELEDA-Betrieb seit Jahren, u.a. weil er nur Low-Budget-Marketing macht und auch sonst die Kosten unter strenger Kontrolle hat. Dies spiegelt sich in allen Geschäftsberichten mit teilweise dreistelligen ! Umsatzzuwächsen und entsprechenden Gewinnen wieder. Kommentar von Herrn Dr. Volker Fintelmann anlässlich eines Besuches in Wien: "So klein und flexibel und vor Ort sollten alle Weleda-Betriebe sein!"
Gerald Kaufmann, langjähriger Geschäftsführer der WELEDA Österreirch, wollte sich mit seinem erfolgreichen, eingespielten Team als Franchise-Nehmer selbständig machen, um nicht ständig den Basler Direktiven ausgesetzt zu sein, dies wurde ihm (natürlich) nicht genehmigt - ihm wurde gekündigt, so dass er diese Stelle per Ende März verlassen wird. Ein Geschäftsführer wird dann ja auch nicht mehr wirklich nötig sein, nur ein "Abwicklungsbeauftragter", dessen Aufgabe es sein wird, den Betrieb besenrein an den Nachmieter zu übergeben ... 
WELEDA Österreich führt bis jetzt sehr erfolgreich Veranstaltungen für Hebammen, Ärzte, Tierärzte, Medizinstudenten etc. durch, die jetzt alle sehr gekürzt und nur mehr von Deutschland aus organisiert werden sollen. Die Lücken sind jetzt schon spürbar, das Entsetzen bei allen WELEDA-Partnern sehr groß. 
Seit der Bekanntmachung der Pläne, die im fernen Basel - wohl unbelastet von tieferer Kenntnis der lokalen Situation und nur anhand reiner kaufmännischer Zahlen - ausgedacht worden waren, hat sich eine aktive "konstruktiven Protestbewegung" im ostösterreichischen anthroposophischen Netzwerk gebildet, um die sehr erfolgreichen Aktivitäten der WELEDAin Österreich zu schützen.  Auch Dr. Johannes Zwiauer - 60 Jahre lang für Weleda tätig, bis 1998 (da war er schon fast 80) als Herstellungsleiter in Wien - kämpft immer noch für die Weleda insgesamt und natürlich für die kleine Wiener Weleda. Er bildet er zur Zeit noch Pharmazeuten in Wien aus und ist auch am Goetheanum präsent, obwohl er im Januar dieses Jahres 90 Jahre alt wurde!   
Dieses Netzwerk hofft immer noch, dass die Entscheidungsträger zur Besinnung kommen und dass der neue Verwaltungsrat die Anliegen der kleineren Weleda-Betriebe ernst nimmt und die Arbeit, die durch sie in den einzelnen Ländern für die Menschen vor Ort gemacht wird, endlich gewürdigt wird. 
Im Vergleich zu Schweiz und Deutschland ist Weleda in Österreich immer noch relativ wenig bekannt, Vorträgen, Hebammenschulungen usw. treffen auf großes Interesse und die Mitarbeiter kamen allen Anforderungen und Wünschen an sie kaum hinterher. Als "Drehkreuz für das östliche Mitteleuropa" ist die WELEDA in Wien auch Ansprechpartner für die Menschen aus Slowenien, Ungarn, der Slowakei und Tschechien, der Bedarf an Information und auch an besserer Belieferung ist weiterhin enorm - doch all diese Potentiale sind den Entscheidern in Basel offensichtlich absolut unwichtig. Es ist unfassbar.
Protestieren auch Sie – am besten direkt in der Zentrale der WELEDA in Basel per Email bei den zuständigen Geschäftsführern Herrn Peter Braun und Herrn Moritz Aebersold, sowie bei Paul Mackay, Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach, Schweiz, als Großaktionär.

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