Donnerstag, 29. August 2013

WELEDA macht Werbung in Fernsehen - ist das die Zielgruppe?


Wie die Zeitung "Markenartikel-Magazin" berichtet, wird WELEDA viel Geld in herkömmliche Werbung stecken. Geld, das die Konsumenten zum Kauf anreizen soll - nur wo kaufen die Konsumenten dann WELEDA? Hauptsächlich sicher in den Drogeriemärkten - denn Reformhaus- und Bioladen-Kunden kaufen WELEDA mit oder ohne Werbung, bei diesen wird die Werbung wenig zusätzliche Käufe ermöglichen.
Mich macht diese Ankündigung traurig und besorgt. Geht WELEDA jetzt den Weg, ein ganz normaler Markenartikelhersteller zu werden, der kurz oder lang zu einem der großem Konzerne gehören wird? Will sich WELEDA mit diesen Aktionen, die ja vor allem den Wert der Marke WELEDA stärken, fit machen für einen möglichst teuren Verkauf?
Zur Erinnerung: Der französische Kosmetikhersteller L'Oreal hat vor etwa 10 Jahren für die Kosmetikkette BodyShop mit ihrem Franchisesystem und den Body-Shop-Läden einen Kaufpreis von über 1. Mrd. (1.000 Millionen!) € bezahlt. Wenn WELEDA für nur 1/10 dieses Kaufpreises "wegginge", wäre die Anthroposophische Gesellschaft für einige Jahre saniert. Nur - ist das noch im Sinne des Gründers, im Sinne Rudolf Steiners?
Sicher war Rudolf Steiner ein moderner Mensch, und es ist auch grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, Menschen über das Medium Fernsehen zu erreichen. Nur: Welche Message bietet WELEDA? Bringt WELEDA noch einen "tieferen Sinn" zum Kunden, oder bedient WELEDA ganz allgemein den Trend zu hochwertigen Produkten, die das Ego des Kunden stärken? Ganz abgesehen davon, dass sich Familien mit einem durchschnittlichen Einkommen WELEDA nicht mehr leisten können und die Marke eine Marke für die Schicht der "Besserverdienenden" wird.
Nochmals als Erinnerung: Die WELEDA Kosmetiksparte wurde von Rudolf Steiner gegründet mit zwei Aufgaben:
  • Als Botschafter für die Anthroposophie zu dienen. Denn mit den Kosmetik-Artikeln kommen die Produkte zu Menschen, über diesen Kontakt können Informationen, Werte und Denkanstöße vermittelt werden - nicht plump missionarisch, aber doch so, dass Menschen zum Selbst-Nachdenken angeregt werden. Oder es können Unterstützer für die vielen Engagements anthroposophischer Initiativen weltweit gesucht und gefunden werden.
  • Geld für die Finanzierung der Anthroposophie zu verdienen. Denn mit Kosmetik konnte auch damals schon gutes Geld verdient werden, und im Gegensatz zu Medikamenten und Lebensmitteln, wo das "Geld verdienen" mit Krankheit und Hunger eher fragwürdig ist, ist es auch nicht moralisch verwerflich, denn Kosmetika sind ein Luxusartikel - mehr als eine gute Seife brauch eigentlich kein Mensch wirklich. Auch deshalb sollen WELEDA Medikamente kostendeckend, aber nicht gewinnbringend kalkuliert werden.
  • Werden diese beiden Ziele mit diesen Aktionen erreicht? Ich glaube eher Nein.
    Menschen, die in einem mehr oder weniger anonymen Drogerie- oder Supermarkt WELEDA Produkte erwerben, bekommen von der "Botschaft" wenig mit - vor allem da WELEDA alles dafür tut, möglichst "normal" zu werden (wobei "normal" nicht unbedingt "gesund" bedeutet). WELEDA wird zu einem Image-Produkt sowohl für die der wachsenden, kommerziell immer mehr ausgeschlachtete Gruppe der LOHAS als auch von Menschen, die meinen "etwas besseres zu sein". Ein Transfer von Werten, Botschaften oder Informationen, die mehr sind als nur die Produktinformationen, findet nicht statt.
    Wie ist es mit dem Geld verdienen? Wer die "Hackordnung" im Konsumgeschäft kennt der weiß, dass inzwischen die Produzenten ganz unten stehen. Die großen Handelsketten diktieren die Preise und haben die Macht, einem Hersteller über Nacht viel Umsatz weg zu nehmen, indem sie ihn einfach nicht mehr ins Regal stellen - oft reicht auch ein einfaches Umplatzieren, wenn ein Produkt an einer anderen, ungünstigeren Stelle steht, wird es weniger gekauft - Werbung hin oder her. Und natürlich stellen die großen Handelsketten diejenigen Produkte an die bevorzugten Stellen, an denen sie am meisten verdienen. Ein guter Platz im Regal wird also von zwei Seiten bezahlt: Einmal vom Kunden durch einen höheren Preis, zum anderen vom Hersteller durch einen höheren Rabatt.
    Fazit ist, dass diese Werbeaktionen vor allem den großen Handelsketten einen höheren Gewinn bringen und ins Leere laufen, wenn WELEDA als Hersteller den Ketten nicht saftige Rabattmargen einräumt. Dass dies dauerhaft zur Gesundung des Unternehmens beiträgt, ist eher fraglich.
    Gerne würde ich wissen, wie viele WELEDA Fillialgeschäfte in einigen Großstädten hätten eingerichtet werden können von dem Geld, das jetzt für Werbespots und Großflächenplakate ausgegeben wird. Fillialgeschäfte, in denen reale Menschen einen interessanten Arbeitsplatz haben und in denen Kundinnen und Kunden die wirklichen Werte der WELEDA kennenlernen, in denen auch Veranstaltungen stattfinden können und in denen der Kaufpreis auch ganz an die WELEDA geht. Sicher wird das eventuell das Produktionsvolumen anfänglich etwas verringern, doch: Hat WELEDA wirklich die Aufgabe, die hochwertige Kosmetik herzustellen für die besserverdienenden Massen, die WELEDA nur zum aufpolieren ihres Images brauchen?
    Oder soll vielleicht diese ganze Aktion nur bewirken, dass die großen Ladenketten WELEDA wieder auf ein bessere Platzierung im Regal setzen? Oder vielleicht sogar das Auslisten von WELEDA zugunsten der Eigenmarken verhindern? Der dm Markt beispielsweise - der sicher einen hohen zweistelligen Prozentanteil am gesamten Umsatz der WELEDA hat - hat mit seiner Hausmarke alverde eine Marke geschaffen, die nicht nur in allen Test hervorragend abschneidet, sondern auch zu einem Preis verkauft wird, der auch für ein normales Familienbudget machbar ist. Welchen Grund soll nun ein Konsument haben, statt der guten und günstigen alverde die ebenfalls gute, aber wesentlich teurere WELEDA zu kaufen, wenn die eigentlichen Werte, die hinter WELEDA stecken und die den höheren Preis rechtfertigen, nicht wirklich vermittelt werden können? Denn für das Vermitteln dieser Werte bedarf es mehr als eines 20-sekündigen Fernsehspots oder eines Großflächenplakats - vor allem wenn es eine "emotionale Ansprache" der Kunden werden soll, wie Herr Stroink betont.

    Dienstag, 6. August 2013

    Kartellverfahren: WALA muss Bußgeld und evtl. Schadenersatz zahlen - was mach WELEDA?


    Im Sommer 2009 hatte das Bundeskartellamt die Geschäftsräume von WALA durchsucht. WALA wurde vorgeworfen, durch Depotverträge eine sog. "vertikale Preisbindung" bei den Kosmetikprodukten durchgesetzt zu haben. WALA hat die "Verfehlungen" zugegeben, sich mit dem Kartellamt geeinigt und ein Bußgeld in Höhe von 6,5 Mio € akzeptiert.
    "Vertikale Preisbindung" bedeutet, dass - anders als bei den "horizontalen Kartellen", wo Konkurrenten ihre Preise absprechen - ein Hersteller die Preise der Handelsstufen vorschreibt. Dies kann sogar zulässig sein, wenn davon die Verbraucher profitieren. Der Vorteil – etwa eine fachliche Beratung – muss vom Hersteller allerdings quantifiziert werden. Im Falle WALA konnte dies anscheinend nicht belegt werden.
    Nach Abschluss des Verfahrens planen nun verschiedene Verkäufer, vor allem Versand-Apotheken, die von WALA wegen Nicht-Einhaltung der Endkundenpreise nicht mehr beliefert wurden, eine Schadenersatzklage wegen entgangenem Umsatz und Gewinn. Diese Klagen haben durchaus Aussicht auf Erfolg, da die europäischen Wettbewerbs-Richtlinien Preisbindungen verbieten und mit dem festgestellten Kartellverstoß die Kläger eine Rechtsgrundlage haben. Da die Verkäufer WALA als "Schlüsselmarke" definieren, können sie mehr Schaden geltend machen als den reinen Verdienstausfall, denn sie können sagen dass Kunden überhaupt nicht bei ihnen gekauft hatten, weil die Marke WALA fehlte.
    Welche Schlüsse können daraus gezogen werden?
    Einmal wird deutlich, dass ein Hersteller nur sehr begrenzt die Endkundenpreise beeinflussen kann, denn es gibt "übliche" Margen für die verschiedenen Handelsstufen und für die Händler ein Recht auf Gleichbehandlung. Ein Hersteller kann also nicht verhindern, dass beispielsweise eine Supermarktkette seine Produkte mit nur einem minimalen Aufschlag auf den Einkaufspreis weiterverkauft - so lange es "normale" Produkte sind, die keine spezielle Beratung bedürfen.
    Welche Auswege gibt es daraus?
    Der einzige Ausweg, den es daraus gibt, ist die Beschränkung des Verkaufs auf eigene Läden, in denen eine umfassende Beratung sichergestellt werden kann. Nur wenn ein Hersteller seine Produkte ausschließlich selbst verkauft, kann er den Endkundenpreis bestimmen. "BodyShop" ist ein solches Beispiel, die BodyShop Produkte gibt es ausschließlich in den eigenen Läden - dadurch ist einerseits eine auskömmliche Marge gesichert, andererseits wird verhindert dass die Produkte "verramscht" werden.
    WELEDA könnte nun - vielleicht sogar gemeinsam mit WALA - ein System von eigenen Ladengeschäften aufbauen, in denen die WELEDA (und vielleicht auch WALA) Produkte verkauft werden. Dann fallen natürlich die Verkäufe über Bioläden, Drogerien, Apotheken etc. weg, und es wird anfänglich sicher einen Umsatzeinbruch geben. Denkbar und gegenüber Kartellamtsklagen sicher wären sicher auch ein Franchise-System, bei dem Inhaber von Bioläden, Drogerien oder Apotheken Franchisenehmer werden, eine Franchisegebühr entrichten, an Franchise-Lehrgängen teilnehmen und damit das Recht erhalten, die Produkte zu verkaufen.
    Wie ist die Situation heute im "normalen" Handel? Durch die zunehmende Konzentration wird die Macht der Handelsketten immer größer, Hersteller sind - wenn sie kein eigenes Vertriebsnetz haben - dieser Macht schutzlos ausgeliefert und müssen Preise akzeptieren, die mit viel Glück das Überleben sichern, aber keine Gewinne zulassen die für soziale, kulturelle oder Expansionszwecke genutzt werden können - vor allem wenn die Herstellung - wie bei WELEDA und WALA - so aufgebaut ist dass viel Handarbeit notwendig ist, dass die Beschaffung der Rohstoffe schwierig ist und dass somit eine Produktionserhöhung nur eine minimale Kostensenkung bewirkt.
    Diese Schwierigkeiten waren vorhersehbar spätestens mit dem Aufkommen des Internethandels, der Preise für den Endkunden vergleichbar macht. Schon 2001 habe ich bei WELEDA deshalb den Aufbau eines Franchise-Systems vorgeschlagen mit dem Ziel, mit eigenen oder Shop-in-Shop-Läden die Kunden direkt und ohne Zwischenhandel zu erreichen. In diesen WELEDA Läden hätten auch weitere Aktivitäten (Lesungen, Buchvorstellungen, Vorträge ...) stattfinden können, die Konsumenten würden direkt erreicht und WELEDA hätte den eigentlichen Zweck seines Bestehend, nämlich der Anthroposophie als Multiplikator zu dienen, erfüllt. Dies wäre ein Konzept ähnlich wie McDonalds, in dem ein Franchisenehmer zum Repräsentant der WELEDA (und evtl. WALA) in einem Gebiet wird und vor Ort verschiedene Vermarktungskanäle betreibt. Ich schrieb (mit vielen anderen Punkten) im Juni 2001 in einer Stellungnahme zum WELEDA Geschäftsentwicklungskonzept "Quo vadis", das von Herrn van Hoogenbandt initiiert wurde:

    Franchise
    Das Franchisekonzept sollte modular aufgebaut sein. Eine regelmässige Schulung der Franchisenehmer und seines Personals ist obligatorisch und in den Franchisekosten inbegriffen.
    • Grundmodul: Das komplette WELEDA Kosmetik- und Diätetik-Programm, etwas Fachliteratur sowie ein Probierausschank für WELEDA Elixiere. Platzbedarf: ca. 20 qm & Lager, somit auch als Shop-im-Shop (evtl. in grossen dm-Filialen) oder in 1a Lagen mit teurer Miete möglich. Gebietsschutz für ein Einzugsgebiet von 100'000 Einwohnern.
    • Ergänzungsmodul 1: Behandlungsräume für Massage. Gebietsschutz für ein Einzugsgebiet von 200'000 Einwohnern.
    • Ergänzungsmodul 2: Wannenbäder und Massage. Gebietsschutz für ein Einzugsgebiet von 200'000 Einwohnern.
    • Ergänzungsmodul 3: Apotheke (beim Vorliegen entsprechender Fähigkeitsausweise des Franchisenehmers) mit vollem WELEDA Sortiment. Gebietsschutz für ein Einzugsgebiet von 100'000 Einwohner
    • Ergänzungsmodul 4: Apotheke (beim Vorliegen entsprechender Fähigkeitsausweise des Franchisenehmers) mit Labor zur Herstellung von WELEDA Magistralpräparaten aus WELEDA Halbfertigfabrikaten. Gebietsschutz für ein Gebiet von 50 anthroposophisch arbeitenden Ärzten.
    • Ergänzungsmodul 5: Nur in Ländern ohne WELEDA Tochtergesellschaft oder WELEDA Vertretung: Versand von Internetbestellungen an Consumer. Gebietsschutz: Ein Land.
    Ich habe dies auch in einem Memorandum an die Geschäftsleitung im Sommer 2001 ausgearbeitet. Leider sahen aber das damalige Management der Herren Aebersold, Sirdey, van Hoogenband etc. keine Notwendigkeit, über solche Konzepte nachzudenken - ich habe noch nicht einmal ein Feedback dazu erhalten. Und so muss auch WELEDA weiterhin seine wertvollen Produkte über Handelsketten verkaufen, die den Wert überhaupt nicht erkennen, und zu Preisen, die eine Einhaltung der selbst gesetzten hohen Qualitätsstandards zunehmend schwierig machen.

    Sonntag, 12. Mai 2013

    Wann ist ein starkes ICH zu viel ICH?


    In den "Nachrichten für Mitglieder" erschien der folgende Beitrag:


    Zur Wahl von Joan Sleigh in den Vorstand der AAG


    Bei der Generalversammlung wurde Joan Sleigh mit großer Mehrheit bei 2 Neinstimmen und 6 Enthaltungen in den Vorstand gewählt.
    Eine der Neinstimmen gehörte mir. Warum?
    Ich kann versichern, dass ich keinerlei persönliche Vorbehalte gegen Joan Sleigh habe. Ich bin auch überzeugt, dass sie eine sehr tüchtige und willensstarke Person ist und im Rahmen des jetzigen Vorstandes ihre Aufgaben erfüllen wird. So wie sie sich selbst auch am Tag nach der Wahl vorstellte: „Joan Sleigh, Vorstand.“
    Warum trotzdem mein „Nein“?
    Es lag an der Präsentation all der Gründe, die den Vorstand bewegten, Joan Sleigh zu kooptieren. Und an der Art, wie sie selbst sich präsentierte als das, „was mich ausmacht.“ Dass sie Südafrika und Europa verbinden kann. Dass sie durch ihre Herkunft als Enkelin von Karl König mit der Camphill-Bewegung und als Tochter eines Priesters mit der Strömung der Christengemeinschaft verbunden ist. Dass sie Qualitäten von Tieren Südafrikas repräsentiert. Und Mutter ist – ein Novum im Vorstand.
    Genügt das? Genügt es, Kontinenten zuzugehören, Strömungen anzugehören, Tochter zu sein, Mutter zu sein?
    Mir war zu wenig „ICH“ anwesend. Zu wenig Anthroposophie, die im ICH ergriffen war, durch das ICH sprach. Keine Initiative für die zukünftige Gestaltung der Anthroposophischen Gesellschaft. Und das hat mich zutiefst nachdenklich gemacht.
    Nun hat bekanntlich auch Rudolf Steiner im Urvorstand Persönlichkeiten gewählt, die bestimmte Strömungen repräsentieren konnten. Doch ging es hier um karmische Strömungen, die im jeweiligen ICH anwesend waren. Ist das nicht gerade das Gegenteil davon, einem bestimmten Land oder Kontinent anzugehören?
    Der ergreifendste Moment der Mitgliederversammlung war, als Bodo von Plato von seinem Verhältnis zu Sergej Prokofieff sprach. Man konnte ahnen, dass hier schicksalsmäßig eine Polarität bestand, die zu einer Steigerung hätte führen sollen und kann nur bestürzt darüber sein, dass dies (noch?) nicht gelang. Wird nun, nach dem Ausscheiden Prokofieffs, statt Steigerung „Harmonie“ walten? Harmonie, die nicht aus der gesteigerten Polarität errungen werden muss, sondern dadurch besteht, dass es gar keine Vertreter ICH-hafter Strömungen im Vorstand gibt? Dafür aber harmonische Repräsentanten von Erdteilen?

    Ich nehme dies als Anlass, auf das "Ich" und seine Bedeutung einzugehen, vor allem im Bezug auf die Arbeit in verantwortlicher Position:

    Sehr geehrter Herr ...
    Wir sind uns noch nicht bewusst begegnet, doch fordert mich Ihr Beitrag auf darzustellen, warum ich gerade die Vorstellung von Joan Sleigh als Wohltat empfand. Es ist doch ein großer Unterschied zwischen einem Künstler (wie Sie dies ja sind) und einem Vorstand eines Vereins, vor allem wenn dieser Verein die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft ist und die Aufgaben erfüllen muss, die der AAG in dieser Zeit gegeben sind.
    Während ein Künstler aus SEINEM ICH heraus SEIN Werk schafft, muss ein Vorstand sich selbst zurücknehmen und Wahrnehmungsorgan werden, welche Aufgaben die NOTWENIGKEIT ihm stellt und welche Handlungen zum bestmöglichen Erfüllen dieser Aufgaben notwendig sind.
    Die Hauptursache der ganzen Misere in der AAG und der WELEDA ist doch genau, dass zu viele ICHe die Notwendigkeiten nicht erkannt oder diese zugunsten der Präsentation des eigenen ICHs geflissentlich übersehen haben.
    An den Gegensätzen der ICHe von Bodo von Plato und Sergej Prokofieff wird dies deutlich, beide sind in erster Linie ICH und erst in zweiter Linie Vorstand. Dies zeigt sich z.B. an der Antwort von Bodo von Plato auf die Frage von Tatiana Garcia-Cuerca nach dem Gegensatz zwischen ihm und Sergej Prokofieff, bei der er die Ursachen in der „unterschiedlichen Sozialisation“ und der „Konfliktscheu“ der Elternhäuser sucht – dabei ist es doch die erste Aufgabe der Ich-Entwicklung, frei von den Einschränkungen seines Elternhauses zu werden. Es sind also große ICHe, die aber noch in den Beschränkungen des Elternhauses verhaftet sind – mit allen Konsequenzen.
    Oder nehmen Sie das Beispiel der WELEDA. Die dort lange Zeit führenden Managementpersonen waren so groß ICH, dass sie die Mitarbeiter kaum gesehen haben. Sie waren so von ihrem ICH überzeugt, dass sie jede Kritik, jeden konstruktiven Vorschlag der nicht von ihnen selbst kam, als Angriff darauf empfanden und mit der Ausübung ihrer Macht (z.B. durch Degradierung, Ausschluss von Informationen, Kündigung der kritisierenden Personen) begegneten – mit dem bekannten Ergebnis, dass die WELEDA sehenden Auges jahrzehntelang ins Verderben driftete. Der Kontrast des jetzigen Managements, das sein „Ich“ zurücknimmt zugunsten der großen Aufgabe, die vor ihm steht, wird deshalb von allen Mitarbeitenden als Wohltat empfunden.
    Ebenso ist es doch mit den Verantwortlichen im Goetheanum. Ein Vorstandsmitglied, das öffentlich verkündet dass „auf einmal“ klar wurde, dass die WELEDA in Nöten ist und Handlungsbedarf besteht, obwohl dies ihm nachweislich schon fast ein Jahrzehnt bekannt war – handelt dieses Vorstandsmitglied im Interesse der Sache oder im Interesse seines ICHs, dem es unmöglich ist einen Fehler zuzugeben? Was bewegt einen Verantwortlichen für so wichtige „juristische Personen“ wie es die WELEDA und die AAG sind, die Nöte und objektiven Bedürfnisse dieser notleidenden „Institutionen“ so zu ignorieren?
    Kurz, ich bin sehr froh, dass im Vorstand nicht ein weiteres „großes Ich“ sitzt sondern eine Frau, der ich zutraue, mit ihrer starken und überzeugenden Persönlichkeit selbstlos, aber in vollem Ich-Bewusstsein, nach bestem Wissen und Gewissen die notwendigen Aufgaben zu ergreifen.
    Ein Vorstand muss in erster Linie dazu fähig sein, sein ICH in den Dienst der Aufgaben zu stellen, statt es überall öffentlich auszubreiten.

    Samstag, 6. April 2013

    Erscheinung vom anderen Stern: WELEDA Bannerwerbung bei Fußballtabellen?

    Mit meinem Sohn habe ich heute Fußballtabellen angeschaut, also für die Nicht-fußballer: Das sind die Tabellen im Internet, wo die Ergebnisse der verschiedenen Fußballwettbewerbe (1. Bundesliga, 2. Bundesliga ...) zusammengefasst und aktuell dargestellt werden. Ich traue meinen Augen nicht: Da kommt eine Bannerwerbung dazwischen - so ein ganz fieser Banner, der sich quer übers Bild schiebt und den man wegklicken muss und über den man sich eigentlich immer mehr ärgert als dass man ihn anschaut - also da schiebt sich so ein Banner mit WELEDA MANDEL GESICHCHTSPFLEGE über die Fußballtabellen. Ich stelle mir hier die Frage, ob das wirklich die richtige Zielgruppe ist - oder hat sich der Banner einfach verlaufen ...??? Oder waren auf meinem PC WELEDA als Stichwort gespeichert? Gekauft habe ich WELEDA jedenfalls nicht im Internet, auch nicht Produkte gesucht. Seltsam seltsam. Was wohl das Erscheinen eines solchen Banners kostet?

    Dienstag, 26. März 2013

    Ist WELEDA noch ein "anthroposophisches" Unternehmen?


    Diese Frage wurde auch auf der Jahresversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in einem Beitrag thematisiert. Diesem Beitrag zufolge ist der Anteil der Mitarbeiter bei WELEDA, die eine "anthroposophische" Einstellung haben und Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft sind, sehr gering, er schrumpfte in den letzten Jahren und Jahrzehnten (absichtlich oder fahrlässig?) auf einen heute geschätzten Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
    Es stellt sich natürlich die Frage, ob ein Mitarbeiter der WELEDA "Anthroposoph" sein muss. Diese Frage ist schwer zu beantworten, da sie die Definition von "Anthroposoph" voraussetzt. Ist ein "Anthroposoph" ein Mensch der Mitglied in der Anthroposophischen Gesellschaft ist? Oder ist derjenige ein Anthroposoph, der sich mit der "Weisheit vom Menschen" beschäftigt"? Oder ist derjenige "Anthroposoph" der mindestens die wichtigsten Schriften Rudolf Steiners gelesen und studiert hat?
    "Anthroposophie" ist ein großes Wort, es bedeutet ja "Die Weisheit vom Menschen", und deshalb ist es auch ein sehr großer Anspruch, den die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" in ihrem Namen führt und damit ausdrückt, dass sie nämlich "allgemein(gültig)" für die "Weisheit vom Menschen" zuständig ist.
    Wer die Debatten auf den Jahresversammlungen verfolgt wird vielleicht zu dem Schluss kommen, dass dieser Anspruch von dieser faktischen "Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft" kaum oder garnicht erfüllt wird, denn die Debatten sind eher das, was beispielsweise in einem "Verein zur Erhaltung und Bewirtschaftung des Goetheanums" zu erwarten wäre - doch kann man dies so kurz sehen? Dr. Seja Zimmermann hat dies in ihrer "Bewerbung" um eine Verlängerung ihrer Vorstandstätigkeit auch ausgedrückt, wenn Sie dort (sinngemäß) schreibt: "Ist die Anthroposophische Gesellschaft das was sie sein kann? Nein!"
    Diese Defizit wird also wenigstens von einigen Menschen im Vorstand gesehen - wird es thematisiert? Was wird dafür getan dass die Anthroposophische Gesellschaft das wird, was sie sein kann und was ihre Aufgabe ist?
    In meinen Augen ist die Frage, ob die WELEDA ein "anthroposophisches" Unternehmen ist, eng damit Verknüpft ob die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" als ein Hauptaktionär ihrem Namen gerecht wird. Wenn die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" ihren Namen als Verpflichtung, als Arbeitsauftrag sieht, unseren Globus, unsere Lebensräume mit "Weisheit vom Menschen", also "menschenweise" gestalten zu helfen, dann ist die WELEDA in meinen Augen ein wichtiges "Tool" um diesen Auftrag zu erfüllen, um die Menschen zu erreichen. Mit "menschenweisen" Körperpflegeprodukten und Medikamenten kann die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" durch die WELEDA den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes "hautnah" nahe kommen, sie kann durch die WELEDA "menschenweise" Informationen vermitteln, die heute von so vielen Menschen verzweifelt gesucht werden - so verzweifelt, dass sie in ihrer Suche oft in Sekten, in Freikirchen, in psychologischen Gemeinschaften (Scientology) und anderen esoterischen Strömungen "landen" die oft nur darauf aus sind an diesen Menschen Geld zu verdienen und sie abhängig zu machen. Die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" hätte eigentlich die Aufgabe, weltweit so präsent zu sein dass sie als ganzheitliche, Religionen und Philosophien übergreifende Alternative empfunden wird, dass Sie die suchenden Menschen erreicht. Sie hätte die Aufgabe, gemeinsam mit den anderen positiven Kräften, die auf andere Weise "menschenweise" arbeiten, vielleicht sogar als integrierendes Element, aktiv die Erde zu gestalten, also gemeinsam mit den spirituellen Führern dieser Welt - ohne selbst als "Sekte" oder "Religion" in Erscheinung zu treten, sondern nur als "Wissenschaft"
    Hier spannt sich wieder der Bogen zur WELEDA. Die Tatsache, dass die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" sich viele Jahrzehnte kaum bis garnicht um die WELEDA gekümmert hat, zeigt, dass sie diesen Arbeitsauftrag, der schon in ihrem Namen begründet liegt, nicht erfüllt und vielleicht sogar noch nicht einmal erkannt hat - deshalb hat sie sich auch nicht darum gekümmert, ob die WELEDA ein "anthroposophisches" Unternehmen ist und bleibt, hat unfähigen Managern jahrzehntelang die Leitung überlasse und war froh, von der WELEDA einige Fränki Dividende zu erhalten um den Goetheanumbau zu erhalten. Ich bin überzeugt dass die Existenz der WELEDA als "wesentliches" Unternehmen (nicht als ein austauschbarer Hersteller von Naturkosmetik unter vielen anderen Herstellern, dessen Unternehmenszweck es ist einige Fränkli zur Erhaltung der Bausubstanz des Goetheanums zu erwirtschaften) erst dann gerechtfertigt ist, wenn sie der "Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft" als Botschafter dient, was aber voraussetzt dass die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" ihren Arbeitsauftrag erkannt hat, ihre Botschaften und Intentionen so formuliert hat dass sie von den Menschen der Gegenwart erkannt und verstanden werden, und dass Menschen in ihren Reihen vorhanden sind, die diesen Arbeitsauftrag weltweit angemessen vertreten können.
    Insofern wird es wenig nützen, wenn die WELEDA wieder verstärkt "anthroposophisch" orientierte Mitarbeiter einstellt, so lange die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" ihren Arbeitsauftrag nicht erkannt und klar formuliert hat und die WELEDA als entscheidendes Kommunikationselement in diesem Arbeitsauftrag eine wichtige Rolle spielt, die sich dann auch im Arbeitsauftrag des WELEDA Managements wiederfinden muss - der Auftrag, der Verbreitung der "Weisheit vom Menschen" zu dienen.

    Sonntag, 24. März 2013

    Was machen die Ex-Manager?


    Da der administrative Wasserkopf bei WELEDA glücklicherweise abgebaut wurde, ist es nun interessant zu sehen, wohin es die Manager verschlagen hat. Welche neuen Aufgaben werden sie finden? Werden Sie zu Firmen wechseln, die WELEDA Konkurrenz machen?
    Fangen wir an mit Moritz Aebersold, der als langjähriges Mitglied der WELDEDA Gruppenleitung und der WELEDA Arlesheim in meinen Augen der Hauptverantwortliche für das finanzielle Desaster der WELEDA ist. Zu ihm meldet die Schweizer Plattform moneyhouse, dass am 17.01.2013 die Firma Contura Consulting AG mit einem Stammkapital von 100.000 CHF ins Handelsregister eingetragen wurde, einziges Verwaltungsratsmitglied mit Einzelunterschrift: Moritz Aebersold.
    Firmenzweck ist laut Handelsregisterauszug: Die Gesellschaft bezweckt die Unternehmensberatung und die Erbringung von Dienstleistungen in den Bereichen Management, Strategie, internationale Marktentwicklung, Branding und Design, ferner den Import und Export sowie den Vertrieb von Waren aller Art. Die Gesellschaft kann alle Geschäfte tätigen, die direkt oder Indirekt mit dem vorerwähnten Gesellschaftszweck zusammenhängen sowie alle Transaktionen des Mobilien- und Immobilienverkehrs vornehmen. Die Gesellschaft kann sich an anderen Unternehmen beteiligen und Zweigniederlassungen errichten.
    Es wird zu beobachten sein, ob und wie Herr Aebersold die bei WELEDA aufgebauten Netzwerke nutzen wird, ob er Konkurrenzunternehmen beraten wird ... .
    Ich frage mich, was einen Manager, der viele Jahre ein Unternehmen wie WELEDA geführt hat, der in vielen Verbänden der Kosmetik- und Pharmaindustrie Mitglied ist, bewegt, sich selbständig zu machen statt sich auf passende Führungspositionen in ähnlichen Unternehmen zu bewerben ...
    Selbständig gemacht hat sich auch Rudolf Frisch, der nach seinem Ausscheiden bei der WELEDA die Unternehmensberatung Commutatio Consult gegründet hat - ich habe Herrn Frisch aber als das einzige Mitglied des Managements in Erinnerung, dass sich nach meiner Entlassung um mich gekümmert hat. Und wenn wir dem Firmenprofil Glauben schenken, beschäftigt er sich mit dem Thema Personalfindung und -vermittlung sowie mit Organsiationsberatung - es ist also keine Konkurrenz zur WELEDA zu erkennen.
    Auch bei Erk Schuchhart ist dies nicht zu erwarten, denn die Lebensmittelzeitung meldet dass er im April als CEO die DAVERT GmbH führen wird. Wir wünschen ihm viel Erfolg.
    Leider gibt es aus der "zweiten Reihe" des Managements aber unschönes zu vermelden: Olaf Maurice, ehemals Vertriebsleiter WELEDA Frankreich, und Martine Schmitt, ehemals Personalleiterin bei WELEDA Frankreich, haben im Elsass eine eigene Naturkosmetik-Produktion begonnen mit dem Ziel in Frankreich der WELEDA Konkurrenz zu machen.
    Dass es auch anders geht, zeigt Nicolai Keller, 2008 bis 2012 Mitglied der Geschäftsleitung der WELEDA, der immer parallel zu seiner Tätigkeit bei WELEDA seine Rechtsanwaltspraxis geführt hat und seit Januar Geschäftsführer des Nicolaus-Cusanus-Hauses in Stuttgart ist. Und dies macht er gut - wie dieser Bericht in der Stuttgarter Zeitung eindrücklich zeigt.

    Wir werden sehen, was es hier noch zu vermelden gibt ... Hinweise sind immer willkommen.

    Samstag, 3. November 2012

    Aus dem "Nähkästchen" geplaudert ...


    Inzwischen erreichen mich einige Zuschriften von Menschen, die von der Misere bei der WELEDA betroffen sind bzw. die einen Einblick in die Geschehnisse haben und deren Identität ich hier natürlich nicht preisgeben kann. Ihre Berichte und Einschätzungen von aktuellen und vergangenen Zuständen und Entscheidungen des Managements stellen aber natürlich auch immer nur eine persönliche Meinung und (authentische) Beurteilung dar.

    Zum Blog selber heisst es da u.a.:
    "... Ihren Blog habe ich immer sehr geschätzt und eigentlich ist es ein Jammer, dass er überhaupt nötig ist, weil niemand gekommen ist und gesagt hat, ja, das sind gute Ideen, das setzen wir um.
    Aber vielleicht wird das jetzt besser, wenn irgendwelche Egoismen immer weniger nützen."

    Zur aktuellen Situation:
    "... In Schwäbisch-Gmünd wurde kürzlich wieder mit den "alten" Methoden gekündigt, 13 von 18 Mitarbeitenden im Medizinischen Außendienst, sehr rüde und unvorbereitet, behalten wurden ausgesprochen nur die "Gehorsamen", "Leicht zu Führenden", die die selbst denken und schon 20 Jahre und mehr dabei sind, sind unerwünscht.
    ... Ralph Heinisch wird als sehr wohltuend wahrgenommen, weil auch erreichbar für die "einfachen" Mitarbeiter, aber das Übel scheint sein "Einflüsterer", Andreas Sommer zu sein, der letzte, der von der Basler Führungsriege übriggeblieben ist. ...
    ... Herrn Heinisch ist es ja egal, wen er kündigt, er kennt sich noch nicht so aus. ...
    ... Es wird also immer noch unnötig viel Porzellan zerschlagen ...
    ... Auch wenn die Zahlen bald wieder stimmen, es geht doch auch um den Erhalt der Zukunftsfähigkeit! Selbst wenn man sich derzeit von langjährigen Mitarbeitern trennen muss - und damit von sehr viel Know-How -, sollte das doch unter Bedingungen geschehen, die die Menschen nicht langfristig verstören. Das scheint auch von den Neuen am Ruder offensichtlich noch viel zu wenig verstanden zu werden. ..."

    und
    " ... Über die Notwendigkeit von Sanierungen braucht man nicht diskutieren. Es ist auch richtig, den Wasserkopf im Management abzubauen. Jetzt aber sind Führungskräfte am Werk, die über keine Qualifizierung im Arzneimittelbereich verfügen.
    ... Der gesamte Außendienst Medizin wurde aufgelöst, langjährige und engagierte Mitarbeiter mit umfassendem Wissen entlassen.
    ... Nirgendwo in der Presse findet man, dass WELEDA zur Zeit umfangreiche Entlassungen durchführt. "Natürlich" geschieht das im gegenseitigen Einvernehmen und die Mitarbeiter unterschreiben, dass nichts an die Öffentlichkeit gelangt."

    und mehr auf die Vergangenheit bezogen:
    "...die vielen Leute im Headquarter Basel und die, die nachher in Arlesheim alle eingestellt wurden, sind vollkommen oversized (= es sind viel zu viele), man hatte dort eine eigene Business Unit (= Abteilung) für Naturkosmetik angesiedelt (Head Marketing NOC (=  Marketingleiter für Naturkosmetik), Head of F & E  NOC (= Leiter der Forschung und Entwicklung Naturkosmetik), Head of Production NOC (= Produktionsleiter Naturkosmetik), Head Projektleitung NOC.). Die F & E Naturkosmetik (Galenik) wurde von Schwäbisch Gmünd nach Arlesheim verlegt wo die F & E  Actives / Fragrances (= Wirkstoffe / Düfte) schon waren, incl. den beiden Verpackungsentwicklern. In Schwäbisch Gmünd hat man die Abteilung F & E Galenik NOC dann geschlossen, die Leute (Laboranten, Chemieingenieure usw.) dort sind dann gegangen, nur die zwei Verpackungsingenieure sind in Schweiz mit umgezogen, für die hat man dann noch zusätzlich einen Teamleiter gesucht. Für jeweils Galenik und Actives in CH wurden neue Leiter über Consulting Firmen eingestellt, für die einzelnen NOC Segmente (Baby, Face, Body, Hair, Cleansing) wurden Entwicklungsingenieure und Laboranten neu eingestellt, die meisten auch über Consulting Firmen. In Basel wurden in 2011 bis Anfang 2012 noch neue Nachhaltigkeitsbeauftragte, Marketingconsultants, Projektleiter bzw. ein Leiter Projektmanagement eingestellt (von renommierten Unternehmen).
    Bemerkung: Eine Anwerbung von Fachkräften über Consultingfirmen kostet immer richtig Geld, denn diese Firmen lassen sich ihre Dienste etwas kosten. Das Einschalten von Consultingfirmen zur Personalsuche ist immer dann notwendig, wenn niemand in der Firma die wirkliche Verantwortung für die Entscheidung für oder gegen einen Mitarbeiter / eine Mitarbeiterin übernehmen will oder wenn niemand die Zeit hat, sich darum zu kümmern. 
    ... Naturkosmetik sind immer Kleinmengen gegenüber konventioneller Kosmetik, der Headcount ist vollkommen oversized.
    ... Weleda kann nicht so viele Flaschen/Tuben bzw. neue Artikel listen damit sich der ganze personelle Headcount rechnet. Die Verpackungsentwicklung kann man über beide Sparten (Pharma und NOC) abdecken, das Supply Chain Management bzw. Quality ist auch für beide Sparten zuständig. Der dezentrale Einkauf ist ein Luxus den sich das Unternehmen leistete, drei Länder kaufen Kleinstmengen an Gläsern, Tuben, Kartonagen usw. ein, die Lieferanten schüttelten den Kopf. Die Glashütten lieferten z.T. nicht mehr direkt wegen den Mengen und verweisen auf Händler. Andere Lieferanten hatten die Mindestbestellmengen signifikant erhöht."

    Bemerkungen eines Kunden (Therapeuten):
    "... beim sporadischen Lesen Ihres Blogs sehe ich immer wieder das Bild von Rudolf Steiner auf der rechten Bildseite. Es ist ein sehr bezeichnendes, gut gewähltes Bild. Rudolf Steiner wollte ursprünglich sehr viele WELEDA-Niederlassungen mit einem ureigenen Impuls: zeitgemäße Heilmittel herstellen.
    ... Der anthroposophische Geist weht, wo er will. Der "Niedergang" im finanziellen Geldwesen der WELEDA hat mit dem spiritus rector zu tun, der dort abhanden gekommen ist.
    ... Ich beobachte diese Entwicklungen auch schon seit Jahren, zumal die WELEDA auch Therapeuten vor den Kopf gestoßen hat mit einseitigen bzw. ignoranten Maßnahmen.
    Es sind ja Abgründe in unserem Zeitalter schon aufgerissen zwischen Mensch und Mensch!
    In einer Weise, wie es die Menschen gar nicht ahnen, gehen sie heute aneinander vorbei, ohne sich im geringsten zu verstehen. [...]
    Wie blind heute die Menschen aneinander vorbeigehen, das sieht man dann, wenn diese Menschen in den mannigfaltigsten Gesellschaften und Sozietäten sich vereinigen. Die sind heute oftmals für die Menschen durchaus nicht eine Gelegenheit, Menschenkenntnis sich zu erwerben. Die Menschen können heute jahrelang mit anderen Menschen zusammensein und sie nicht genauer kennen als sie sie kannten, als sie mit ihnen bekannt geworden sind. [...]
    Und das ist das ungeheuer Wichtige, daß in uns der Trieb erwacht, nicht bloß den Menschen, wenn wir ihm gegenüberstehen, nach Sympathien und Antipathien zu empfinden, nicht bloß in uns den Trieb erwachen zu lassen, irgend etwas am Menschen zu lieben oder zu hassen, sondern ein liebe- und haßfreies Bild, wie der Mensch ist, in uns zu erwecken.
    12.12.1918, GA 186, S. 170ff."

    Donnerstag, 18. Oktober 2012

    WELEDA im Schweizer Fernsehen

    Der folgende Beitrag wurde am 8. Oktober im Schweizer Fernsehen SF gezeigt:


    Ich empfinde diesen Beitrag als sehr wohlwollend. Er beschreibt sowohl die Aufgabe als auch die Fähigkeiten, die Ralf Heinisch in das Unternehmen einbringt - Fähigkeiten, die im krassen Unterschied zu dem stehen, was das vorherige Management einbrachte: "... die Menschen anzuleiten ..." war beispielsweise eine der Fähigkeiten, die den Herren Moritz Aebersold, Patrick Sirdey & Co vollkommen fehlte - diese Anleitung wurde ersetzt durch Druck, Drohung und Erniedrigung. Völlig undenkbar war, dass sie sich bemüht hätten, "Stimmungen im Betrieb wahrzunehmen" - nein, sie fuhren sogar zu den regelmäßigen Besprechungen zwischen WELEDA Arlesheim, Hüningen und Schwäbisch Gmünd in Karlsruhe im gleichen Zug separat in der 1. Klasse, um ja nicht in Kontakt mit uns "normalen" Angestellten zu kommen, die wir in der 2. Klasse fuhren, und wenn wir uns im Bordrestaurant begegneten, wurden wir von den Mitgliedern der Geschäftsleitung vollkommen ignoriert - kein einziges Wort wurde zwischen der Geschäftsleitung und uns Mitarbeitern gewechselt, selbst wenn die Tische, an denen wir im Bordrestaurant saßen, direkt nebeneinander standen. 
    "Wirtschaftlichkeit interessierte lange Zeit nicht" - hier wird es ausgesprochen. Als ich das schon vor über 10 Jahren darauf hingewiesen habe und durch erschließen von Exportmärkten die Wirtschaftlichkeit fördern wollte, wurde ich nicht gehört und in meiner Arbeit behindert. Auch Herr Paul Mackay wusste schon viele Jahre über die Probleme " ... es muss schnell gehandelt werden ..." kann sich deshalb nur darauf beziehen, dass er endlich den Hinweisen glauben schenkte, und nach dieser Erkenntnis die Initiative ergriff. Objektiv waren die Probleme und auch seine Kenntnis (und die Kenntnis seiner Vorgänger) schon lange vorhanden. Siehe auch hier meine Briefe an den Verwaltungsrat aus den Jahren 2000 und 2001 sowie an Herrn Rolf Kerler - dem Vorgänger von Paul Mackay aus den Jahren 2001 und 2004 / 1, 2004 / 2 und 2004 / 3
    " ... die Sorge dass nicht schnell genug gehandelt würde ..." ist eine harmlose Umschreibung für die Erkenntnis, dass das bisherige Management absolut unfähig war, die Probleme in den Griff zu bekommen - die im Beitrag angesprochene Entscheidung für den Wasserkopf-Standort Basel ist ein Beispiel für diese Unfähigkeit des alten Managements von Herrn Aebersold, Herrn Sirdey & Co, die Realität zu sehen.
    Und immer mehr stellt sich die Frage, warum die Probleme nicht vorher erkannt und Lösungen gesucht wurden, zu Zeiten, wo die regulatorischen Anforderungen für die Medikamente noch wesentlich geringer waren.
    Es natürlich stellt sich auch die Frage - die den Rahmen des Beitrages sprengen würde - warum der Absatz der Medikamente so niedrig ist.
    Warum verordnen so wenige Ärzte diese Medikamente?
    Warum sind sie so unbekannt?
    Was kann getan werden, damit dieser Schatz an Wissen und Präparaten erhalten bleibt und wie können Therapeuten geschult werden, mit ihnen umzugehen und sie einzusetzen?

    Donnerstag, 13. September 2012

    Rückblicke auf eigene Versäunisse sind schwer ...


    Die WELEDA unter neuer Führung von Ralph Heinisch interessiert nun auch die nicht-anthroposophische und Wirtschaftspresse. Und da wird schreiben durchaus fähige Redakteurinnen und Redakteure, die Erfahrung mit der korrekten und objektiven Beschreibung von Firmen und ihren Eigenarten haben, wie sie die WELEDA sehen, ihre Vergangenheit zu verstehen suchen und die Chancen und Stolpersteine in der Zukunft bewerten.
    Auch die Wirtschaftswoche übernahm diesen Artikel in leicht abgeänderter Form mit der Überschrift "Weleda im Einklang mit Natur und Profit"
    Doch was macht die "anthroposophische" Presse? Statt sich über die ausführliche und objektive Berichterstattung zu freuen und dies als Anlass zu nehmen, von alten Versäumnissen Abstand zu nehmen, schreibt der anthroposophische Nachrichtendienst INMEDIA als Kommentar zu dem Link zu dem Artikel der Wirtschaftswoche: "Ausführlicher, aber journalistisch wenig überzeugender Artikel über den neuen Weleda-Chef Ralph Heinisch: mit nebulösen Andeutungen aus unklaren Quellen und haarsträubenden Aussagen über die angeblich fatale Angewohnheit der Anthroposophen, immer nur „das Gute im Menschen zu sehen“ (LK)"
    Warum so negativ? Ist die Wahrheit wirklich so schwer zu ertragen, dass der Artikel so negativ beurteilt werden muss? Oder ist es die Konkurrenz, weil man es selbst nicht geschafft hat - trotz wesentlich besserer Kenntnis der handelnden Personen, der Umstände und der Hintergründe - einen solch objektiven und dabei noch spannend und abwechslungsreich zu lesenden Artikel zu schreiben? Hätte Frau Laura Krautkrämer (die sich ja wohl hinter dem Kürzel LK verbirgt) wohl gerne auch einen so "schmissigen" und lesenswerten Artikel über WELEDA geschrieben? Hat sie aber nicht, sondern nur - vor etwa einem Jahr - einen absolut unkritischen Artikel, der mehr die Werbebotschaften der WELEDA widerspiegelt als eine unabhängige und objektive Berichterstattung - siehe dazu auch meinen Blogeintrag "Unkritischer Journalismus - Info3-Artikel "Globuli & Geld" vom Juni 2011.
    Ja, diese Artikel von Kristina Gnirke haben eine andere journalistische, investigative und kritische Qualität als das, was Frau Krautkrämer in Info3 über WELEDA geschrieben hat - wer diese beiden Artikel nebeneinander liest kann selbst beurteilen, wo "nebulöse Andeutungen" zu finden sind. In meinen Augen jedenfalls eher in dem Artikel von Frau Krautkrämer (ich will hier meinen o.g. Blogbeitrag nicht wiederholen) als in dem präzisen Artikel von Frau Gnirke. Und das Frau Gnirke ihre Quellen nicht alle angibt, kann auch seinen Grund darin haben, dass sich in der "anthroposophischen Szene" die Menschen eben kennen und eine Namensnennung einer Quelle die "Ächtung" des / der BetroffeneN zur Folge hätte.
    Aus meinen Erfahrungen bei der WELEDA kann ich jedenfalls die Beschreibungen, die sich auf die Vergangenheit und die Ursachenforschung, warum die wirtschaftliche Lage dieses Unternehmens in einer der Boombranchen der letzten Jahrzehnte so katastrophal ist, sowohl vom sachlich-inhaltlichen als auch vom gefühlsmäßig-atmosphärisch-menschlichen Gesichtspunkt vollumfänglich bestätigen.
    Auch das Frau Krautkrämer es als "haarstäubende Aussage" empfindet, dass Frau Gnirke mit ihren Worten "das Gute im Menschen sehen" kritisiert, dass dem alten Management nicht rechtzeitig - also vor über 10 Jahren - die Tür gewiesen wurde, obwohl klar war, dass dieses einfach Fehl am Platze und für die Sache (also für die WELEDA) schädlich war, ist ihr gutes Recht - nur wenn das zweifellos in jedem Menschen vorhandene "Gute" eben überdeckt wird von Geltungssucht, Unvermögen und anderen Eigenschaften, die dann aufkommen wenn Menschen die Realität nicht mehr sehen wollen und sich selbst immer dadurch beweisen müssen, dass sie andere Menschen, die ihnen weisungsmäßig unterstellt sind, schlecht machen (wie ich dies beim Management der WELEDA erfahren habe), dann muss auch neben dem "Guten" dessen Gegenstück gesehen und die Konsequenzen gezogen werden. Dass dies bei WELEDA nicht rechtzeitig geschehen ist, zeigt die wirtschaftliche Lage ja eindeutig. Dies beschreibt Frau Gnirke und damit hat sie vollkommen recht. 
    Es ist schade, dass sich auch Medien, die sich selbst als "Erneuerer" und "kritische Begleiter" der Anthroposophie verstehen, wie Info3, den nötigen Abstand nicht haben um die Ursachen der Misere objektiv zu sehen.
    Ja, wenn die Anthroposophie so wenig Abstand gewinnen kann von alten Versäumnissen, so wenig Zugeben kann, dass es vielleicht doch falsch war, das alte Management jahrzehntelang "rumwursteln" zu lassen, dann hat es Ralph Heinisch wirklich schwer, den Laden wieder auf Vordermann zu bringen. Dies ist insofern absolut unverständlich, als dass die Hauptverursacher der Misere - also die Herrn Aebersold, Sirdey & Co - ja überhaupt nicht mehr im Unternehmen sind und die jetzigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - jedenfalls diejenigen, die die wirkliche Arbeit machen und sich nicht im jetzt aufgelösten "Wasserkopf" des Basler Büros häuslich niedergelassen haben - wohl mehr unter dem Management gelitten haben als das es ihnen geholfen hat. Warum sich jetzt gegen einen klaren Blick auf die Vergangenheit so gewehrt wird, kann ich nicht verstehen.

    Montag, 4. Juni 2012

    Zum Geschäftsergebnis 2011


    Ja, 2011 war geschäftlich kein gutes Jahr für die WELEDA, und die Zahlen im Geschäftsbericht 2011 sind nicht gerade erfreulich für die Aktionäre und Inhaber von Partizipationsscheinen, die in diesem Jahr auch keine Dividende erhalten.
    Wer die Zahlen der letzten Jahre nebeneinander stellt, kann eine geschäftliche Entwicklung sehen, die leider nur eine Tendenz zeigt: nach unten. Dies ist also das Ergebnis der langjährigen und unheilvollen Tätigkeit des Duos Moritz Aebersold (Geschäftsführer 1994 - 2012) und Patrick Sirdey (Geschäftsführer 2004 - 2012). Die Abwärtsbewegung begann schon mit der Assistenz von Mathieu van den Hoogenbandt (Geschäftsführer 2004 - 2008), mit verantwortlich sind auch Rudolf Wilhelm Frisch (Geschäftsführer 1998 - 2009), Hans Steisslinger (Geschäftsführer 2008 - 2010), Rainier Dierdorf (Geschäftsführer 1998 - 2008),  Marc Follmer (Geschäftsführer 1990 - 2011) sowie Andreas Sommer (Geschäftsführer 2011 - 2012), Peter Braun (Geschäftsführer 2009 - 2012) und Patrick Kersting (Geschäftsführer 2009 - 2012). Hauptverantwortlich sind aber m.E. - neben dem Verwaltungsrat unter dem Vorsitz von Georg Fankhauser (VR-Mitglied 2001 - 2012, VR-Präsident 2009 - 2012), der diese Personen jahrelang ungestört so wirtschaften lies - die beiden Erstgenannten, die seit vielen Jahren die Geschäfte der WELEDA lenkten und im Hintergrund die Fäden zogen.














































    Mit verantwortlich für die Untätigkeit des Verwaltungsrates sind sicher auch die langjährigen Mitglieder Henner Ehringhaus (VR-Mitglied 2000 - 2009), Michaela Glöckler (VR-Mitglied 1999 - 2009), Johanna Lobeck (1997 - 2008), Marc Theurillat (VR-Mitglied 1995 - 2009) sowie natürlich das langjährige Verwaltungsratsmitglied und ehemalige Verwaltungsratspräsident Rolf Kerler (VR-Mitglied 2004 - 2011, VR-Präsident 2003 - 2009), den ich noch selbst wiederholt und intensiv auf die Probleme bei der WELEDA aufmerksam gemacht habe.
































    Indirekt verantwortlich sind aber auch alle Mitglieder der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, die sich trotz der warnenden Anzeichen, trotz vieler Hinweise und Nachrichten, nicht um die geschäftliche Entwicklung "ihrer" WELEDA und um die teilweise schlimmen Zustände in Personal- und Geschäftsführung gekümmert haben, die sich von dem bunten Schein der Werbeanzeigen und schönen Produkte haben blenden lassen und dem untätigen Verwaltungsrat vertraut haben.
    Die folgenden Grafiken zeigen deutlich, welch schwierige Aufgabe sich Ralf Heinisch und seine neue Führungsmannschaft vorgenommen und welch katastrophales Erbe sie angetreten haben! Auf der Haben-Seite der WELEDA stehen nun vor allem die immateriellen Güter, insbesondere die Kompetenz, die Qualifikation und der Einsatzwille der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Qualität der von ihnen entwickelten und produzierten Produkte sowie der in Jahrzehnten gewachsene gute Name des Unternehmens. Die Aufgabe ist, mit diesen immateriellen Werten auch genügend materielle Werte zu schaffen um ein wenigstens ausgeglichenes Ergebnis zu erwirtschaften und mittelfristig sogar den Schuldenstand abzubauen.
    Ich schreibe dies hier so deutlich, da mit dem 1. Juni 2012 auch personell ein klarer Schnitt in der Verantwortlichkeit gemacht wurde, der durch die Ereignisse der letzten 6 Monate vorbereitet wurde. So kann dann in einigen Jahren die hier dargestellte Geschäfts- und Ergebnisentwicklung der Ägide Aebersold / Sirdey mit der dann hoffentlich wesentlich positiveren Entwicklung der Ägide Heinisch verglichen werden. 
    Die Geschäftsergebnisse der WELEDA zeigt die folgende Grafik:




















    Aufschlussreich ist aber auch die Entwicklung von Eigenkapital (blaue Linie) und Fremdkapital (rote Linie). Das erschreckende Ergebnis zeigt die grüne Linie. Der Übersichtlichkeit halber habe ich es getrennt dargestellt für die WELEDA AG, Arlesheim, und die WELEDA Gruppe. Bitte beachten Sie, dass die Zahlen der folgenden Grafiken eine Null mehr haben also bei der Ergebnisrechnung - die Differenz zwischen Eigen- und Fremdkapital liegt also bei ca. 100 bzw. ca. 140 Mio CHF. Die genauen Zahlen und Details finden Sie in den jeweiligen Geschäftsberichten, die Sie in der Rubrik "Dokumente" rechts aufrufen können.


    Sonntag, 3. Juni 2012

    Resturkturierung der Unternehmensführung abgeschlossen

    Zwei entscheidende positive Weichenstellungen wurden anlässlich der Generalversammlung der WELEDA Aktionäre bekanntgegeben:
    1. Der Standort Basel wird aufgelöst. Dieser reine Verwaltungsstandort in bester und teuerster Basler Bürolage war mit ein Grund zur Entfremdung von Verwaltung und Produktion. Den dortigen Verwaltungs- und Marketingmitarbeiterinnen und -mitarbeitern wird entweder ein Arbeitsplatz an einem der drei Unternehmensstandorte angeboten oder sie werden das Unternehmen verlassen, dem sie großteils auch erst wenige Jahre angehören.
    2. Neben Patrick Sirdey, dessen Ausscheiden schon lange feststeht, werden auch Peter Braun und Moritz Aebersold die Unternehmensführung verlassen. Dieses Dreigestirn war für die bisherige Ausrichtung des Unternehmens und die Fehlentscheidungen der letzten Jahre und Jahrzehnte verantwortlich. Auch wen ihnen natürlich ausführlich für ihre bisherige Arbeit gedankt wird, ist diese lange überfällige Entscheidung mit das Beste, was WELEDA geschehen konnte. 
    Inzwischen wird auch offen diskutiert, was ich schon zu Beginn meiner Tätigkeit kritisiert habe, dass nämlich die Kalkulation auch in der Herstellung der Körperpflege nicht sauber ist und dass teilweise Produkte unter den Herstellungskosten an Ländergesellschaften weitergegeben wurden. Wenn die Verhandlungen mit Großabnehmern wie Drogeriemärkten ähnlich verliefen wie ich das mit Ländergesellschaften und Importeuren erlebt habe, sind die schlechten Ergebnisse der letzten Jahre und Jahrzehnte nicht verwunderlich.
    Jetzt ist also der Weg frei für eine neue WELEDA ohne Altlasten und es bleibt zu hoffen, dass die Substanz, die  vor allem in den qualifizierten, einsatzbereiten und loyalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der von ihnen geschaffenen Qualität begründet ist, erhalten bleibt und die Grundlage für einen Neuanfang und ein qualitätsorientiertes Wachstum wird.
    Von dieser Seite her also ein herzliches Dankeschön und einen herzlichen Glückwunsch an Paul Mackay und Ralf Heinisch, die als Verantwortliche in Verwaltungsrat und Geschäftsführung diese notwendigen Schritte geplant und umgesetzt haben.
    Eigentlich ist mit diesen Entscheidungen auch die wichtigste Funktion und Mission dieses Blogs erfüllt, denn es ist zu erwarten, dass WELEDA ohne diese beiden "Klötze am Bein" - der aufgeblähten, von der Produktion entfernten Verwaltung und dem ego-zentrierten Management - eine positive Entwicklung nimmt, die von Vernunft und Augenmaß, eben von "best practice", geprägt ist. Trotzdem werde ich die Entwicklung weiterhin positiv-kritisch beobachten und weiter berichten, wenn es etwas wichtiges zu berichten gibt.

    Freitag, 25. Mai 2012

    Fragen zur Aktionärsversammlung

    In der Hoffnung, dass der eine oder andere Aktionär der WELEDA diese Zeilen liest, möchte ich hier einige Fragen auflisten, die ich dem Verwaltungsrat stellen würde wenn ich Aktionär wäre.
    Diese Fragen wären:
    1. Wie hoch ist das Gehalt der Geschäftsleitung und des oberen Managements?
    2. Ist das Gehalt des Managements ganz oder teilweise vom Umsatz oder vom Jahresergebnis abhängig, d.h. gibt es ein Fixum plus Bonus und von welchen Ergebnissen ist der Bonus abhängig?
    3. Gibt es Bonuszahlungen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Wenn ja, in welcher Höhe und nach welchen Kriterien?
    4. Wie hoch ist die Fluktuation bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?
    5. Aus welchen Gründen verlassen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die WELEDA? Gibt es arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen? Wenn ja, wie viele?
    6. Wie ist das Durchschnittsalter der ausscheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
    7. Welche Qualifikationen haben ausscheidende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
    8. Diese Zahlen sollten auf die einzelnen Betriebe sowie auf das "Headquarter" in Basel aufgeschlüsselt werden.
    Warum diese Fragen? Aus den Betrieben ist zu hören, dass immer mehr gut ausgebildete, junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die WELEDA freiwillig verlassen - ein "Brain Drain" sozusagen, der bei dem immer mehr um sich greifenden Fachkräftemangel am Ende existenzbedrohender werden kann als die finanziellen Probleme. Jedenfalls ist die Mischung von finanziellen Problemen und unzufriedenen und von der Unternehmenspolitik verunsicherten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr schwierig für ein Unternehmen, vor allem in einer Zeit wo eine qualifizierte Arbeitskraft keine Probleme hat, in einer anderen Firma eine Stelle zu bekommen. Die Zeiten, wo WELEDA als einer der beliebtesten Arbeitgeber galt, sind anscheinend vorbei.
    Dass dazu noch altgediente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen werden - aus welchen Gründen auch immer - macht die Situation sicher nicht leichter.
    Statt aber jetzt zu resignieren, wäre es wichtig, nach vorne zu sehen und dem neuen CEO eine Chance zu geben - sicher ist jedoch, dass es eine Verschlankung des Wasserkopf-Managements geben muss, eine Eliminierung des Standortes in Basel, und eine Veränderung der Wertschätzung, denn: Verwalter und Analysten, die Zahlen (schön)rechnen, Businesspläne schreiben und Marketingkampagnen entwerfen, finden sich überall, aber Menschen, die aus wirklichem Wissen und Können Produktionsprozesse vom der Pflege der Erde über den Anbau der Pflanzen bis zur Abfüllung so gestalten, dass am Ende ein Qualitätsprodukt entsteht, die gibt es immer weniger. Ebenso gibt es immer weniger Menschen, die wirklich von Mensch zu Mensch kommunizieren können, die WELEDA leben und verkörpern und die sich eben nicht alternativ eine Karriere bei Roche oder Novartis vorstellen können. Diese Menschen muss WELEDA finden, überzeugen und halten - vor allem auch durch das gute Beispiel der Geschäftsleitung und durch ein gesteigertes Maß an Wertschätzung, an der es in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr mangelte.

    Mittwoch, 23. Mai 2012

    Erste Schritte: Die Geschäftsleitung wird ausgedünnt

    Erk Schuchhart (links) muss gehen, Samir Kedwani (rechts) übernimmt seine Aufgaben 
    Aus WELEDA Kreisen in Schwäbisch Gmünd wird verlautbart, dass der neue CEO Ralf Heinisch das konkrete und angekündigte "Personal-Sparen" an der richtigen Stelle beginnt. Nicht nur in der Produktion, wo Geld verdient und wertvolle Arbeit gemacht wird, sind "Stellen einzusparen" - wie es so schön im Managerdeutsch heisst -, sondern auch in der bekanntlich sehr breit aufgestellten Geschäftsführung. Es trifft als erstes Erk Schuchhardt, der seit 2008 als Vorsitzender der Geschäftsleitung den Standort Schwäbisch Gmünd leitet. Seine Aufgaben soll der bisherige Produktionsleiter in Schwäbisch Gmünd, Dr. Samir Kedwani, mit übernehmen. Vielleicht gibt es ja dann bald - unter Einbeziehung moderner elektronischer Kommunikationsmethoden - eine gemeinsame Produktionsleitung aller drei produzierenden Standorte in Europa und eine in Ralf Heinisch personifizierte Geschäftsleitung? Wünschenswert wäre es, denn die ewigen Rivalitäten zwischen den Standorten, angestachelt durch den Ehrgeiz der jeweiligen Produktionsleiter und Geschäftsführer, hatten lange Zeit teure und unsinnige Entscheidungen zur Folge, wenn es z.B. um die Entscheidung ging, welches Produkt an welchem Standort produziert werden soll.
    Aus persönlicher Sicht muss ich sagen, dass ich die Entlassung von Erk Schuchhardt schade finde, denn ich habe ihn während meiner Zeit bei WELEDA kennen gelernt und mich mit ihm recht gut verstanden. Bleibt zu hoffen dass er dem Unternehmen in anderer Funktion erhalten bleibt und jemand mit weniger menschlichen Qualitäten das Unternehmen dauerhaft verlässt! Es stellt sich die Frage: War der Betriebsrat in die Entscheidung involviert? Wurden die Mitarbeiter gefragt, mit welchem "Chef" sie sich die Zukunft am besten vorstellen können?
    Leider ist (noch) nicht bekannt, wie viel Geld durch die Umstrukturierungen gespart wird, ob Erk Schuchhardt eine Abfindung erhält und wie hoch sein Gehalt als Vorsitzender der Geschäftsleitung des WELEDA Standortes Schwäbisch Gmünd ist. Aber vielleicht gibt es mit dem neuen CEO auch eine neue Transparenz, die den Namen wirklich verdient, und wir erfahren, wie viele Tuben Kosmetika verkauft werden müssen, um das Gehalt eines WELEDA Managers zu bezahlen?

    Donnerstag, 10. Mai 2012

    geBrüllte Reaktionen

    Auf meinen Kommentar zum Artikel in Info3 schrieb Ramon Brüll:
    Hallo Herr Ferger
    Ihr Leserbrief wurde mir von der Redaktion weitergeleitet. Auf einige wenige Punkten will ich gerne eingehen:
    Gerade weil in nächster Zeit kein nennenswerter Gewinn zu erwarten ist, ist es ein guter Zeitpunkt, sich über grundsätzliche Fragen der Gewinnverwendung Gedanken zu machen. Denn sobald es etwas Substantielles zu verteilen gibt, werden erfahrungsgemäß die Begehrlichkeiten wieder jede vernünftige Überlegung überschatten.
    Entmachtung des Verwaltungsrates: Ich verlange ja gar nicht, dass Sie mir zustimmen. Nur entpuppen Sie sich als Kapitalist wenn Sie davon ausgehen, dass a) der Verwaltungsrat (das heißt die Geldgeberseite) Auftraggeber ist und b) diese Seite prädestiniert wäre, ein letztendliches Weisungsrecht auszuüben.
    Ihre Unterstellung bezüglich eines Zusammenhangs von unserer Berichterstattung mit dem Auftragsvolumen der Weleda-Anzeigen in Info3 zeugt von fehlender Wahrnehmung Ihrerseits. Erstens ticken wir anders - vielleicht auch, weil uns, anders als Ihre Denkgewohnheiten es manifestieren, jegliche kapitalistische Hierarchiesierung fremd ist - und zweitens dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass wenn überhaupt eines der anthroposophischen Publikationsorgane die Entwicklung der Weleda in den letzten Jahren kritisch begleitet hat, wir das waren. Nur: Ich komme als Kommentator teilweise zu ganz anderen Ergebnisse als Sie. Es tut mir leid für Sie, wenn Sie das nicht aushalten können.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ramon Brüll

    Dazu meine Mail an Ramon Brüll:

    Hallo Herr Brüll
    Natürlich kann ich aushalten, dass Sie da anderer Meinung sind. Glücklicherweise leben wir in einer Gesellschaft, in der Meinungsvielfalt herrscht - auch wenn diese insbesondere in der anthroposophischen Szene manchmal eher gefürchtet als gefördert wird.
    Was Punkt 1 anbelangt: Sind Sie der Meinung, dass WELEDA jemals substanzielle Beträge an die Anteilseigner abgeliefert hat?
    Dazu mal eine Übersicht der Dividendenzahlungen der letzten 7 Jahre:
    2004: 625 TCHF
    2005: 625 TCHF
    2006: 625 TCHF
    2007: 998 TCHF
    2008: 000 TCHF
    2009: 712 TCHF
    2010: 000 TCHF
    Das sind also in 7 Jahren gerade mal 3,5 Mio CHF – weniger als das Goetheanum allein in diesem Jahr an Legaten „eingenommen“ hat, und im Vergleich zu den Fehlbeträgen, die bei WELEDA aufgelaufen sind, eine relativ unbedeutende Summe. Das bedeutet, dass die WELEDA nicht wesentlich besser dastünde, wenn alle Anteilseigner auf ihre Dividende verzichtet hätten. Die Anthroposophische Gesellschaft erhielt davon gemäß Ihrem Kapitalanteil 22%, also 788 TCHF – also jedes Jahr etwas mehr als 100 TCHF – was wahrscheinlich weniger ist als der Vorstand und die Sektionen beispielsweise jährlich an Reisekosten ausgeben. Dazu kommt, dass in diesem Jahr die Tilgung der von der GLS-Bank aufgelegten WELEDA Fonds beginnt - d.h. es müssen in den nächsten Jahren 15 Mio € zurückgezahlt werden. 
    Dazu noch eine vielleicht provokante Frage: Wäre es denn verwerflich, wenn WELEDA mit Naturkosmetik Gewinn macht? Naturkosmetik ist in keinster Weise lebensnotwendig, es ist ein Luxus (mehr als eine gute Seife braucht der Mensch nicht wirklich für die Körperpflege …), und mit Luxus Gewinne zu machen, die immerhin für einen guten Zweck sind – nämlich für die Erhaltung der finanziellen Grundlagen der Anthroposophie – ist m.E. eine recht löbliche Angelegenheit. Interessanter wäre es vielmehr zu wissen, wie hoch die Managergehälter in den letzten Jahrzehnten waren – ich kann mir gut vorstellen, dass sie mindestens so hoch waren wie die Dividendenzahlungen. Nur darüber spricht niemand, Sie und Info3 leider auch nicht.
    Ihren zweiten Punkt finde ich interessant. Ich bin also ein Kapitalist, wenn ich fordere, dass die Inhaber einer Firma für diese Firma Verantwortung übernehmen? Wer soll denn bitteschön die Mitglieder der Geschäftsleitung, die sich jahrzehntelang durch Co-Option selbst erneuert haben und für den ganzen Niedergang verantwortlich sind, Weisungen und Aufträge geben? Wer soll denn Verantwortung übernehmen? „Eigentum verpflichtet“ ist ein sehr guter Grundsatz, der schon in unserem Grundgesetzt verankert ist, und Eigentum verpflichtet auch zur Verantwortung. Dass WELEDA kein wirkliches Leitbild hat, das als Richtschnur und Ziel des Handelns sowohl der Manager als auch der Mitarbeiter gelten kann, ist ja bezeichnend. Nein, das Desinteresse und genau die von Ihnen propagierte „Zurückhaltung der Besitzer (Sie können sie auch „Kapitalisten“ nennen, wenn Sie meinen dass die AAG und die Ita-Wegmann-Klinik Kapitalisten sind)“ ist ja die Ursache des Übels. Dass das langfristige Ziel der Restrukturierung der Eigentumsverhältnisse der WELEDA in Richtung einer Stiftung gehen soll, da könnten wir ja sogar einer Meinung sein - nur schlussendlich ist die Stiftung dann Eigentümer und muss als dieser auch Verantwortung übernehmen. Jedenfalls kann ein Management nicht langfristig ohne eine Aufsicht durch einen Aufsichts- oder Verwaltungsrats arbeiten, ohne die Orientierung und die Zielorientiertheit zu verlieren. Das ist m.E. auch nicht "kapitalistisch", sondern einfach gesunder Menschenverstand und etwas Einsicht in das Wesen der Menschen.
    Last but not least meine Vermutung der Zahnlosigkeit einem guten Anzeigenkunden gegenüber: Wenn dem nicht so ist, dann kann ich z.B. den Beitrag über WELEDA in Info3 vom Juni letzten Jahres noch weniger verstehen - auch wenn er ja nicht von Ihnen war, sondern von Laura Krautkrämer. Von einer Zeitschrift, die sich eine kritische Begleitung und eine kritische und unvoreingenommene Sichtweise auf die Anthroposophie auf die Fahnen geschrieben hat, hätte ich da wirklich wenigstens einen kritischen Blick in den Geschäftsbericht und einige kritische Fragen – z.B. nach den Gehältern der WELEDA Manager - erwartet. Wenn Sie Beiträge wie diesen „kritische Begleitung“ nennen, dann haben wir von diesem Begriff sehr unterschiedliche Vorstellungen. Sicher ist Info3 kritisch im Vergleich zu den anderen „anthroposophischen Publikumsorganen“, die überhaupt nichts zu dem Thema veröffentlicht haben, diesen Verdienst habe ich Ihnen auch nicht abgesprochen, nur ist das immer noch nicht das, was ich unter „kritischem Journalismus“ verstehe.
    Mit vielen Grüßen aus Südbaden
    Dietmar Ferger

    Montag, 7. Mai 2012

    Gut geBrüllt, Ramon ... oder?

    Ramon Brüll hat in der aktuellen Info3-Ausgabe einen Bericht und einen offenen Brief an Paul Mackay veröffentlicht. Während dem Bericht nichts hinzuzufügen ist, kann der offenen Brief nicht unkommentiert bleiben. Da dies auch angesprochen wird möchte ich auch hinzufügen, dass ich natürlich auch gerne lieber direkt mit den Mitmenschen spreche als über sie, dass ich dies auch mit Paul Mackay und auch seinen Vorgängern im Amt versucht habe - auch in Bezug auf den vorhergehenden Artikel - dass aber auf mehr oder weniger verständnisvolles Zuhören keine Taten erfolgten.
    Auch wenn ich mir nicht anmaße ein guter Kapitän für ein "Schiff" wie die WELEDA zu sein, und erst recht sicher nicht ein besserer als der jetzige, Ralph Heinisch, möchte ich doch einige Aspekte hinzufügen, die m.E. von Bedeutung sind.
    Erst einmal ist zu überlegen, ob Paul Mackay der richtige Ansprechpartner ist, denn das "manövrieren" des "leckgeschlagenen Schiffes WELEDA" ist ja nicht Aufgabe des Verwaltungsratspräsidenten Paul Mackay, sondern des CEO -  der Verwaltungsratspräsident ist eher der Reeder, dem das Schiff gehört und der die Aufträge erteilt. 
    Zu Punkt 1 ist zu sagen: Gerade jetzt ist ein neuer Kapitän auf dem Schiff - Ralph Heinisch - und Ramon Brüll möchte diesem gleich den Gehalt kürzen? Das geht ja schon garnicht, was aber auf jeden Fall wichtig wäre ist, zu wissen, wie hoch dieser Gehalt (und der Gehalt der anderen Offiziere auf dem Schiff) ist - denn nur dann kann beurteilt werden, ob sich Leistung und Bezahlung einigermaßen in der Waage halten. Die Veröffentlichung von Managergehältern ist in guten Firmen schon heute üblich - warum eigentlich bei WELEDA nicht? Auch rückwirkend wäre es interessant zu wissen, was die Offiziere aus der "alten Riege" (Moritz Aebersold, Patrick Sirdey, Marc Follmer, Rudolf Frisch, Olaf Sommer, Nicolai Keller, Mathieu van den Hoogenband, Rainer Dierdorf, Peter Braun, Patrick Kersting ...) so verdienen oder verdient haben und ob dieser "Verdienst" in einem angemessenen Verhältnis zu ihren Leistungen steht oder stand. Dazu ist zu sagen, dass mir persönlich ein professioneller nicht-anthroposophischer Manager, der mit WELEDA die in der Naturkosmetik üblichen Margen (zweistellige Umsatzrendite) erreicht, lieber ist als ein pseudo-anthroposophisches Führungsteam, das im anthroposophischen Sumpf erstickt und Verluste erwirtschaftet - denn professionelle Manager wissen heute durchaus den Wert von guten MitarbeiterInnen zu schätzen, was bei den bisherigen Führungsriegen oftmals nicht der Fall war. Soweit zu Punkt 1.
    Über Punkt 2, der Gewinnverwendung, muss sich in den nächsten Jahren kaum Gedanken gemacht werden, denn bevor irgendwelche Dividenden zur Verfügung stehen, wird es noch einige Jahre dauern. Eigentlich ist die Forderung aber zu kurz gegriffen, denn es ist die Eigentumsfrage, die bei WELEDA völlig neu gegriffen werden sollte - ein wenigstens zeitweises Miteigentum der Mitarbeiter wäre das mindeste, was eine WELEDA an sozialen und Dreigliederungsgedanken umsetzen sollte.
    Der Forderung nach dem Abbau des Verwaltungswasserkopfes, die Ramon Brüll in Punkt 3 stellt, kann ich mich vollumfänglich anschließen. Das ganze Büro in Basel gehört aufgelöst, die Verwaltung muss wieder in räumliche und persönliche Nähe zur Produktion. Wenn Weltfirmen mit -zigfachem Umsatz der WELEDA in kleinen Schwarzwalddörfern ihren Hauptsitz haben, dann sollte sich WELEDA ihres Hauptsitzes in Arlesheim nicht schämen.
    Der Forderung in Punkt 4 dagegen nach einer Entmachtung des Verwaltungsrates kann ich in keinster Weise zustimmen, denn die Macht- und Interessenlosigkeit des Verwaltungsrates und der Eigentümer (der Anthroposophischen Gesellschaft und der Ita-Wegmann-Klinik) sind ja schließlich die Ursache der Probleme. Wer dann Vertreter in den Verwaltungsrat entsendet - ich vermisse dort sehr die Vertreter der Mitarbeiter / Arbeitnehmer - ist eine andere Frage, aber ein unkontrolliertes, im eigenen Saft schmorendes, sich selbst ergänzendes Management, wie es viele Jahre vor sich hingewurschtelt hat, kann nicht das Ziel sein und würde die Problematik wieder verschärfen.
    Insofern kann ich dazu nur sagen - als etwas abgewandeltes Sprichwort -: "Ramons die brüllen, beissen nicht" - was schade ist, denn etwas mehr Biss in der Berichterstattung der letzten Jahrzehnte, etwas weniger Rücksicht auf den großen Anzeigenkunden WELEDA, hätte den Prozess vielleicht etwas beschleunigt und einige der Aktionäre oder der Anthroposophen etwas früher aufgeweckt und so die Katastrophe abgemildert.

    Sonntag, 6. Mai 2012

    Kann Wahrheit subjektiv sein oder die Kunst, Fehler einzugestehen

    Wenn Paul Mackay die Ereignisse so schildert, wie er es tut - etwa in seinem Interview mit der Basler Zeitung oder auch in seinen Darstellungen und Berichten während der letzten Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, sind die Worte natürlich so richtig wie er sie sagt. Er sagt sie aber so, dass es dem Leser oder Zuhörer, der die Geschehnisse im Bezug auf die Entwicklung der WELEDA in den letzen 20 Jahre nicht präsent im Bewusstsein hat, so erscheint, als sei die Situation der WELEDA erst im letzten Jahr so bedrohlich und vorher alles in bester Ordnung gewesen und als ob er - und die anderen Mitglieder des Vorstandes der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft - erst im letzten Jahr von den Problemen der WELEDA erfahren und dann sofort gehandelt hätte. Da dies nachweislich nicht der Fall ist, (Paul Mackay und auch sein Vorgänger im Amt des Vorstandes und auch des Verwaltungsrats, Rolf Kerler, haben von den Problemen der WELEDA schon seit vielen vielen Jahren gewusst - wie auch dieser Blog dokumentiert -, das Vorstandsmitglied Seija Zimmermann hat vor ihrer Berufung in den Vorstand als finnische anthroposophische Ärztin und indirekt auch meine (in meiner Funktion als Exportverantwortlicher in Arlesheim 1998 - 2001) "Kundin" sehr direkt die schon damals bestehenden Probleme erlebt und sich sogar mit mir darüber ausgetauscht, auch Michaela Glöckler war immer über alles bestens informiert), beginnt hier die (philosophische?) Frage, ob eine nur teilweise mitgeteilte Information immer noch "wahr" ist, oder ob sie durch das Fehlen relevanter Tatsachen und Zusammenhänge in ihrem Wahrheitsgehalt signifikant eingeschränkt wird.
    Natürlich stellt sich dann auch die Frage, warum die bekannten Probleme der WELEDA über Jahre hinweg einfach ignoriert, unter den Teppich gekehrt und totgeschwiegen wurden und warum der Vorstand seine Verantwortung im Verwaltungsrat der WELEDA so viele Jahre hinweg nicht wahrgenommen hat. Wenn wir davon ausgehen, dass im Vorstand einigermaßen intelligente Menschen saßen und sitzen, die gelernt haben, ihre Wahrnehmung zu schulen, die auch in wirtschaftlichen Zusammenhängen Erfahrungen haben und die sich ihrer Verantwortung für das Erbe Rudolf Steiners, für die WELEDA und für das Fortbestehen und die finanziellen Grundlagen der Anthroposophischen Gesellschaft bewusst waren und sind, dann stellt sich die Frage, warum die Schritte, die der Vorstand jetzt gemacht hat, nicht schon vor 10 oder mehr Jahren geschehen sind - vor allem da auch bekannt ist, dass sie in mindestens einem Fall - nämlich von mir - dezidiert darauf hingewiesen wurden. Es lassen sich da viele Spekulationen anstellen. War es einfach eine Art "Angst", ein so heisses Eisen anzufassen? War der Vorstand in der (unrealistischen) Hoffnung, dass sich ein Wunder ereignen und sich alles zum Besseren wenden würde? Konnte er es nicht übers Herz bringen, die "lieben Freunde" in der Geschäftsleitung zu kritisieren oder sogar zu feuern und nahm dafür den Niedergang des ganzen Unternehmens in Kauf? Gab es Absprachen, von denen wir alle nichts wissen? Hatte oder hat die Geschäftsleitung der WELEDA Macht und Einfluss über den Vorstand bzw. den Verwaltungsrat? Gab es "graue Eminenzen", die den Vorstand beeinflusst haben? ...???
    Ich möchte betonen und unterstreichen, dass ich froh und glücklich bin, dass endlich diese Schritte gegangen worden sind, dass mir klar ist, dass es für die handelnden Personen - also inbesondere Paul Mackay - nicht einfach gewesen ist, dies zu tun - und doch stellt sich die Frage, warum gerade jetzt? War es der Druck aus der Ärzteschaft? Waren es die endgültige und langfristige Absenz von Dividenden aus der WELEDA? War es der Druck der Aktionäre bzw. der Inhaber von Partizipationsscheinen (denn da gibt es ja noch einen nicht-anthroposophischen Großaktionär, die Albin Kistler AG)? Oder war es einfach die Erkenntnis, dass die eigene (finanzielle) Grundlage, die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft, kurz vor der Insolvenz steht - denn dass es 2011 so viele "Legate" (also Hinterlassenschaften gestorbener Anthroposophen zu Gunsten der Anthroposophischen Gesellschaft) geben würde, war ja nicht vorauszusehen?
    Neben diesen Fragen, die vielleicht eines Tages die Historiker beschäftigen werden, stellt sich dann die aktuelle Frage, warum es Paul Mackay als Sprecher des Vorstandes und des Verwaltungsrates nötig hat, die Historie so "selektiv" darzustellen wie er es in dem Interview und auch während der Generalversammlung tat und warum er es nicht über sich gebracht hat darauf hinzuweisen, dass da langjährige Versäumnisse des Vorstandes und des Verwaltungsrates vorliegen, die jetzt endlich behoben werden.
    Was wäre geschehen, wenn Paul Mackay auf der Generalversammlung und auch in der Außendarstellung die historisch richtige Wahrheit ausgesprochen hätte und auch Hinweise darauf gegeben hätte, was den Vorstand bewogen hat, so lange Zeit dem Niedergang der WELEDA so tatenlos zuzusehen? Und auch, was ihn bewogen hat, genau jetzt zu handeln? 
    Ich persönlich finde es schade, dass er diesen Mut nicht aufgebracht hat!
    Nachtrag: es geht mir hier nicht um Schuldzuweisung oder Rechtfertigung nach dem Motto "seht mal, das hab ich doch schon seit vielen Jahren gesagt", sondern es geht mir darum dass ich überzeugt davon bin, dass wir es dem Erbe Rudolf Steiners schuldig sind, umfassende Zusammenhänge auch umfassend, klar, deutlich und wahrhaftig darzustellen und dass es dem Anspruch der Anthroposophie und ihres Vorstandes widerstrebt, durch selektives Weglassen von Tatsachen Versäumnisse und Fehler beschönigen zu wollen - denn jeder Mensch der handelt läuft Gefahr, Fehler zu machen, nur wer nicht handelt kann keine Fehler machen. Außerdem bin ich überzeugt, dass die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft ihrem Vorstand auch Fehler zugestehen und nicht den Anspruch haben, dass dieser "unfehlbar" ist.

    Dienstag, 10. April 2012

    "Selektive Berichterstattung" auf der Homepage des Goetheanums

    Auf der Homepage des Goetheanums fand sich bis zum 10. April dieser kurz gefasste Bericht über die Diskussion über die WELEDA während der Generalversammlung der AAG:
    "Engagiert widmeten sich die rund 450 Mitglieder der Entwicklung des Unternehmens Weleda. Die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft ist eine seiner beiden Hauptaktionäre und seit 23. März durch Paul Mackay im neu gebildeten Verwaltungsrat vertreten. Die Anträge, die die Mitglieder in Fragen der Unternehmensführung der Weleda einbeziehen wollten, wurden von der Versammlung abgelehnt." (Inzwischen wurde er - nach einem Schreiben an den Vorstand der AAG - geändert und heisst nun "Engagiert widmeten sich die rund 450 Mitglieder der Entwicklung des Unternehmens Weleda. Die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft ist eine seiner beiden Hauptaktionäre und seit 23. März durch Paul Mackay im neu gebildeten Verwaltungsrat vertreten. Der leicht veränderte Antrag 1.1 (außerordentliche Generalversammlung mit Thema Eigentümerverantwortung gegenüber der Weleda) wurde von der Versammlung abgelehnt, die Anträge 1.2 bis 1.6 wurden zurückgezogen.")
    Dies war, wie aus meinem detaillierten Bericht ersichtlich ist, der Versuch, durch "selektive Berichterstattung" die Begebenheiten auf der Generalversammlung einseitig und falsch darzustellen. Muss es erst einen Brief an den Vorstand geben, damit objektive Berichte erscheinen, die nicht tendenziös indirekt falsche Tatsachen behaupten? Um es nochmals deutlich darzustellen:
    1. Nur der Antrag 1.1 – zur Erneuerung und Bekräftigung der Verbindlichkeit des vor einem Jahr fast einstimmig beschlossenen Auftrags an den Vorstand zur Einberufung einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung – ist in einer leicht abgeänderten Fassung zur Abstimmung gekommen und abgelehnt worden. Die Anträge 1.2 bis 1.6 wurden nicht abgelehnt, sondern durch die Antragsteller (freundlicherweise) zurückgezogen!
    2. Die gestellten Anträge wollten in keiner Weise „die Mitglieder in Fragen der Unternehmensführung der WELEDA einbeziehen“, sondern lediglich die Verantwortung der AAG gegenüber der Weleda AG klären, so wie dies im Absatz 3 des Antrags 1.1 festgehalten ist: „Die Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft beauftragt den Vorstand, eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen. Diese soll sich ausschließlich mit der Eigentümerverantwortung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft an der WELEDA AG und den damit verbundenen materiellen und immateriellen Vermögensanteilen befassen, im Hinblick auf die Sicherung der in ihrem Fortbestand gefährdeten anthroposophischen Heilmittel."
    Gegenteilige Äusserungen, die während der Behandlung des 1. Antrags am 31. März 2012 von mehreren Sprechern/-innen – bewusst oder unbewusst – gemacht wurden, entsprechen nicht der Wahrheit. Die Antragsteller wären ja auch absolut unprofessionell wenn sie verlangen würden, dass eine Mitgliederversammlung Beschlüsse fassen solle, die in die operative Geschäftsführung der WELEDA AG eingreifen würden. (Der letzte Verwaltungsrat hat wohl wiederholt in das operative Geschäft eingegriffen - vielleicht mit dem Ziel, noch Schlimmeres zu verhindern?) Dies ist und war in keinster Weise beabsichtigt, und es wurde von den Antragstellern ja auch wiederholt betont, dass der Antrag vor der Neubesetzung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gestellt wurde, dass aber die Frage der Verantwortung eine Grundsätzliche sei und deshalb unabhängig vom operativen Geschäft und den Personalien des Verwaltungsrates und der Geschäftsführung ist.
    Aber auch die neue Formulierung des Berichtes auf der Homepage des Goetheanums "Der leicht veränderte Antrag 1.1 (außerordentliche Generalversammlung mit Thema Eigentümerverantwortung gegenüber der Weleda) wurde von der Versammlung abgelehnt." ist tendenziös, denn es ging nicht um die "außerordentliche Generalversammlung mit Thema Eigentümerverantwortung gegenüber der Weleda", sondern um eine Erneuerung des Auftrages, denn es heisst im Antrag unter 1.2 eindeutig: Die an der Generalversammlung anwesenden Mitglieder erneuern diesen Auftrag und bekräftigen ihn ausdrücklich als verbindlich.
    Deshalb ist der Beschluss auf Einberufung einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung zum Verhältnis von AAG und WELEDA AG vom 16. April 2011 weiterhin rechtskräftig und harrt weiterhin seiner Erfüllung durch den Vorstand. Denn eine Ablehnung der Erneuerung und Bekräftigung des Auftrages bedeutet nicht die Ablehnung des Auftrages an sich. Dazu hätte der Vorstand selbst einen Antrag stellen müssen, den Beschluss der Mitgliederversammlung von 16. April 2011 aufzuheben. Die ausserordentliche Mitgliederzusammenkunft vom 28. Mai 2011 ersetzt die beschlossene, beschlussfähige und ordentlich einzuberufende, ausserordentliche Mitgliederversammlung in keiner Weise!
    Das in den Statuten festgehaltene Quorum von 1/5 der Mitglieder ist auf den im Jahre 2011 rechtzeitig traktandierten und publizierten Antrag nicht anwendbar und wurde im Vorfeld vom Vorstand auch weder schriftlich noch mündlich kommuniziert. Die Abstimmung direkt vor der Auszählung der Stimmen als rein konsultativ zu bezeichnen, ist sowohl den Antragstellern wie den Mitgliedern gegenüber absolut unfair und einer Anthroposophischen Gesellschaft unwürdig.

    Freitag, 6. April 2012

    Jahresergebnisse der WELEDA

    Auf der Generalversammlung der AAG wurde es ja erwähnt: Die WELEDA AG hat in den letzten Jahren sehr oft Verluste geschrieben. Für eine bessere Übersicht habe ich aus den Geschäftsberichten der WELEDA 2005, 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010 (durch klicken auf die Jahreszahlen können Sie die Geschäftsberichte herunterladen und die Zahlen verifizieren ...) die relevanten Zahlen herausgesucht, also aus der sog. "Erfolgsrechnung" (was in einigen Jahren eher "Misserfolgsrechnung" heissen sollte) die Bilanzen, die jeweils getrennt für die WELEDA AG in Arlesheim und die gesamte WELEDA Gruppe aufgeführt sind.
    Hier ergibt sich folgendes Bild - alle Zahlen sind jeweils in 1.000 CHF angegeben:
    2005: Jahresergebnis WELEDA AG Arlesheim: 5.534
    Jahresergebnis WELEDA Gruppe: 2.811
    Bilanz (nach Verlust / Gewinnvortrag): 5.687
    2006: Jahresergebnis WELEDA AG Arlesheim: -984
    Jahresergebnis WELEDA Gruppe: -113
    Bilanz (nach Verlust / Gewinnvortrag): -722
    2007:  Jahresergebnis WELEDA AG Arlesheim: 1.482
    Jahresergebnis WELEDA Gruppe: 3.712
    Bilanz (nach Verlust / Gewinnvortrag): 1.482
    2008:  Jahresergebnis WELEDA AG Arlesheim:  -10.826
    Jahresergebnis WELEDA Gruppe: -5.736
    Bilanz (nach Verlust / Gewinnvortrag): -10.826
    2009:  Jahresergebnis WELEDA AG Arlesheim:  4.800
    Jahresergebnis WELEDA Gruppe: 4.584
    Bilanz (nach Verlust / Gewinnvortrag): -6.026
    2010:  Jahresergebnis WELEDA AG Arlesheim:  -3.735
    Jahresergebnis WELEDA Gruppe: -4.708
    Bilanz (nach Verlust / Gewinnvortrag): -10.473
    2011 soll das Jahresergebnis wieder bei ca. -10 Mio. CHF liegen!
    dies wäre in der Bilanz (nach dem Verlustvortrag von 2011) dann bei ca. - 20 Mio CHF!
    Grafisch dargestellt, sieht dies aus wie folgt:




















    Interessant wäre zu wissen, ob sich diese "Erfolge" auch in den Gehältern der Manager widerspiegeln - leider sind diese trotz dem verführerischen Namen der WELEDA Geschäftsberichte "Transparenz" leider ganrnicht transparent und nicht angegeben.