Diese Frage wurde auch auf der Jahresversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in einem Beitrag thematisiert. Diesem Beitrag zufolge ist der Anteil der Mitarbeiter bei WELEDA, die eine "anthroposophische" Einstellung haben und Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft sind, sehr gering, er schrumpfte in den letzten Jahren und Jahrzehnten (absichtlich oder fahrlässig?) auf einen heute geschätzten Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Es stellt sich natürlich die Frage, ob ein Mitarbeiter der WELEDA "Anthroposoph" sein muss. Diese Frage ist schwer zu beantworten, da sie die Definition von "Anthroposoph" voraussetzt. Ist ein "Anthroposoph" ein Mensch der Mitglied in der Anthroposophischen Gesellschaft ist? Oder ist derjenige ein Anthroposoph, der sich mit der "Weisheit vom Menschen" beschäftigt"? Oder ist derjenige "Anthroposoph" der mindestens die wichtigsten Schriften Rudolf Steiners gelesen und studiert hat?
"Anthroposophie" ist ein großes Wort, es bedeutet ja "Die Weisheit vom Menschen", und deshalb ist es auch ein sehr großer Anspruch, den die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" in ihrem Namen führt und damit ausdrückt, dass sie nämlich "allgemein(gültig)" für die "Weisheit vom Menschen" zuständig ist.
Wer die Debatten auf den Jahresversammlungen verfolgt wird vielleicht zu dem Schluss kommen, dass dieser Anspruch von dieser faktischen "Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft" kaum oder garnicht erfüllt wird, denn die Debatten sind eher das, was beispielsweise in einem "Verein zur Erhaltung und Bewirtschaftung des Goetheanums" zu erwarten wäre - doch kann man dies so kurz sehen? Dr. Seja Zimmermann hat dies in ihrer "Bewerbung" um eine Verlängerung ihrer Vorstandstätigkeit auch ausgedrückt, wenn Sie dort (sinngemäß) schreibt: "Ist die Anthroposophische Gesellschaft das was sie sein kann? Nein!"
Diese Defizit wird also wenigstens von einigen Menschen im Vorstand gesehen - wird es thematisiert? Was wird dafür getan dass die Anthroposophische Gesellschaft das wird, was sie sein kann und was ihre Aufgabe ist?
In meinen Augen ist die Frage, ob die WELEDA ein "anthroposophisches" Unternehmen ist, eng damit Verknüpft ob die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" als ein Hauptaktionär ihrem Namen gerecht wird. Wenn die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" ihren Namen als Verpflichtung, als Arbeitsauftrag sieht, unseren Globus, unsere Lebensräume mit "Weisheit vom Menschen", also "menschenweise" gestalten zu helfen, dann ist die WELEDA in meinen Augen ein wichtiges "Tool" um diesen Auftrag zu erfüllen, um die Menschen zu erreichen. Mit "menschenweisen" Körperpflegeprodukten und Medikamenten kann die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" durch die WELEDA den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes "hautnah" nahe kommen, sie kann durch die WELEDA "menschenweise" Informationen vermitteln, die heute von so vielen Menschen verzweifelt gesucht werden - so verzweifelt, dass sie in ihrer Suche oft in Sekten, in Freikirchen, in psychologischen Gemeinschaften (Scientology) und anderen esoterischen Strömungen "landen" die oft nur darauf aus sind an diesen Menschen Geld zu verdienen und sie abhängig zu machen. Die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" hätte eigentlich die Aufgabe, weltweit so präsent zu sein dass sie als ganzheitliche, Religionen und Philosophien übergreifende Alternative empfunden wird, dass Sie die suchenden Menschen erreicht. Sie hätte die Aufgabe, gemeinsam mit den anderen positiven Kräften, die auf andere Weise "menschenweise" arbeiten, vielleicht sogar als integrierendes Element, aktiv die Erde zu gestalten, also gemeinsam mit den spirituellen Führern dieser Welt - ohne selbst als "Sekte" oder "Religion" in Erscheinung zu treten, sondern nur als "Wissenschaft"
Hier spannt sich wieder der Bogen zur WELEDA. Die Tatsache, dass die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" sich viele Jahrzehnte kaum bis garnicht um die WELEDA gekümmert hat, zeigt, dass sie diesen Arbeitsauftrag, der schon in ihrem Namen begründet liegt, nicht erfüllt und vielleicht sogar noch nicht einmal erkannt hat - deshalb hat sie sich auch nicht darum gekümmert, ob die WELEDA ein "anthroposophisches" Unternehmen ist und bleibt, hat unfähigen Managern jahrzehntelang die Leitung überlasse und war froh, von der WELEDA einige Fränki Dividende zu erhalten um den Goetheanumbau zu erhalten. Ich bin überzeugt dass die Existenz der WELEDA als "wesentliches" Unternehmen (nicht als ein austauschbarer Hersteller von Naturkosmetik unter vielen anderen Herstellern, dessen Unternehmenszweck es ist einige Fränkli zur Erhaltung der Bausubstanz des Goetheanums zu erwirtschaften) erst dann gerechtfertigt ist, wenn sie der "Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft" als Botschafter dient, was aber voraussetzt dass die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" ihren Arbeitsauftrag erkannt hat, ihre Botschaften und Intentionen so formuliert hat dass sie von den Menschen der Gegenwart erkannt und verstanden werden, und dass Menschen in ihren Reihen vorhanden sind, die diesen Arbeitsauftrag weltweit angemessen vertreten können.
Insofern wird es wenig nützen, wenn die WELEDA wieder verstärkt "anthroposophisch" orientierte Mitarbeiter einstellt, so lange die "Allgemeine Anthroposophischen Gesellschaft" ihren Arbeitsauftrag nicht erkannt und klar formuliert hat und die WELEDA als entscheidendes Kommunikationselement in diesem Arbeitsauftrag eine wichtige Rolle spielt, die sich dann auch im Arbeitsauftrag des WELEDA Managements wiederfinden muss - der Auftrag, der Verbreitung der "Weisheit vom Menschen" zu dienen.
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