Wichtig ist, dass auch die immer verwendete Ausrede und Behauptung, WELEDA verdiene kein Geld weil sie in die Forschung und Entwicklung der Arzneimitel investieren müsse, relativiert wird. Wenn stolz eine Investitionssumme von 25 Mio CHF in 5 Jahren für Arzneimittelforschung prognostiziert wird, sind das 5 Mio CHF pro Jahr und bei 323 Mio CHF Jahresumsatz etwa 1,5 % - etwas mehr als die jährlichen Zinszahlungen und eine Betrag, der für ein erfolgreiches Naturkosmetikunternehmen irrelevant sein sollte und der nur ca. 1/4 der Verwaltungskosten beträgt - viellieicht sollten die Verwaltungskosten statt um knapp 2 Mio CHF gesteigert besser um 2 Mio CHF gesenkt werden, dann wären die Forschungkosten schon fast finanziert.
Interessant sind die Seiten 43 - 55.
Die Bilanzen an sich sind nicht so interessant, denn da muss oben und unten nur alles stimmen.
Etwas aussagekräftiger ist die "Erfolgs"-Rechnungen auf Seite 43 und 45 - die ja wohl besser - da MINUS im Ergebnis - "Misserfolgs"-Rechnungen heissen sollten.
Sie weisen für die WELEDA Gruppe einen Fehlbetrag von TCHF 113 aus.
Gesamtergebnis also MINUS TCHF 113 bzw. ca. 80 T€.
Position 1a: Finanzanlagen der WELEDA Arlesheim
Hier waren die Entscheidungen wohl nicht so glücklich. Bei der WELEDA Gruppe taucht ein Dr. Greenfinger - vielleicht besser "Goldfinger" genannt - auf mit einer "Einzelwertberichtigung" von CHF 110.000 CHF.
Falsch ausgeliehenes Geld also im Wert von 110.000 CHF!
Position 4: Eigenkapital
Das Eigenkapital der WELEDA Gruppe hat sich auf dem Papier leicht erhöht, bei näherem Hinschauen sieht es anders aus, denn der Erhöhung stammt aus der Veränderung des Umrechnungskurses CHF : €. Diesen Posten und rein buchhalterische Korrekturen herausgerechnet vermindert sich das Eigenkapital um 0,855 Mio CHF.
Eigenkapitalentwicklung also: MINUS 0,855 Mio CHF oder knapp 1% des gesamten Eigenkapitals
Position 6: Verbindlichkeiten - im Verhältnis zu sehen zu Position 4 Forderungen
Verbinden wir beide Positionen, so ergibt sich folgendes Bild:
WELEDA Gruppe: 2005: 105,5 - 48,5 = - 57 Mio CHF, 2006: 138 - 57 = - 81 Mio CHF
Aufgerechnet also: Verbindlichkeiten in Höhe von 81 Mio CHF bzw. 83 % des Eigenkapitals und eine Steigerung auf 142 % des Vorjahres
Position 11: Sonstige Aufwendungen
Interessant ist, dass die Verwaltungskosten bei WELEDA Gruppe um von 17 auf 19 Mio CHF - also um 1,85 Mio CHF zugenommen hat.
Verwaltungskostenzuwachs also 1,85 Mio CHF oder knapp 10 % auf knapp 6 % des Umsatzes
Position 13: Zinsergebnis
Die Zinsbelastung abzüglich Zinserträge steigt von 1,2 Mio CHF auf 4 Mio CHF jährlich.
Monatlich Zinsen: 333.000 CHF oder 210.000 €
Position 14:
Abschreibungen über 1 Mio CHF für die HeartBalance AG. Verantwortlich (siehe http://www.zefix.ch/): Moritz Aebersold (auch Geschäftsführer WELEDA Arlesheim und zeichnungsberechtigtes Mitglied im Verwaltungsrat der WELEDA AG) als Präsdent des Verwaltungsrates der HeartBalance AG. Da wurden also 1 Mio CHF für eine fixe Idee einiger WELEDA Manager in den Sand gesetzt, die meinten, es wäre so einfach in der Medizingeräteindustrie mitzuspielen.
Verlust durch Fehlinvestition: 1 Mio CHF
Seite 54: "Zur Sicherung eigener Verpflichtungen verpfändete oder abgetretene Aktiven sowie Aktiven unter Eigentumsvorbehalt" - sprich: Es wurde Geld geliehen und eigene Aktien verpfändet, um das Gebäude in Arlesheim zu erstellen (weitgehend). Steigerung in einem Jahr von 12,7 Mio CHF auf 25,3 Mio CHF.
Verpfändete Aktien im Wert von 25,3 Mio CHF, eine Steigerung auf 200 % des Vorjahreswertes
Es fehlen aber - trotz dem euphemistischen Namen "TRANSPARENZ" - Angaben über die Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführung sowie die Tantiemen der Mitglieder des Verwaltungsrates.
Fazit: Es müssen noch viele Tübchen und Fläschchen verkauft werden, um diese Misswirtschaft wieder auszugleichen. Ob das je geschehen wird, steht in den Sternen.
WELEDA ist ein Vermächtnis von Rudolf Steiner - und wird hier und wurde seit Jahrzehnten hemmungslos heruntergewirtschaftet - und die Anthroposophen und die Anthroposophische Gesellschaft schauen einfach zu!