Samstag, 5. Januar 2008

WELEDA* in Asien - (m)eine Vision

Rudolf Steiner hat ja wohl einmal bemerkt, dass, wenn Anthroposophie in Europa nicht kulturwirksam wird, sie aus "dem Osten" erneuert werden muss. Anthroposophen haben deshalb in den osteuropäischen Ländern und der Ex-UdSSR sehr viel "investiert" - aber vielleicht war ja nicht Russland gemeint, sondern die aisatische Kultur, die viel von dem besitzt was der Anthroposophie fehlt? Denn dass Anthroposophie in Europa nicht wirklich kulturwirksam geworden ist, sondern eine Nische besetzt, ist jedem deutlich, der objektiv die Wirklichkeit anschaut.

Wenn wir an Asien denken - tauchen verschiedene Bilder, Vorstellungen und Erfahrungen auf über diesen Kontinent und die Menschen, die dort leben:
  • Reichtum und Armut
  • rückständige Landwirtschaft und intensive Industrialisierung
  • schwer arbeitende Industriearbeiter, moderne Banker sowie ursprüngliche Fischer und Reisbauern
  • Traumstände und Naturzerstörung
  • Megastädte mit Slums und den modernsten Wolkenkratzern
  • Menschen zwischen Tradition und Fortschritt
  • ...

Asien ist ein Kontinent in Entwicklung, in dem Menschen leben, die nach einer Perspektive für eine lebenswerte Zukunft suchen. Verglichen mit den asiatischen Ländern ist Europa fertig, geordnet und unbeweglich. In Asien finden wir Menschen, die bewusst und ohne Berührungsängste die modernsten Hochtechnologien entwickeln und benützen und gleichzeitig verwurzelt sind in ihrer Tradition und den Werten der Familie und der Spiritualität.

Moderne Asiaten sind sehr oft Menschen, die suchen, wie sie ihr in europäisch geprägten Schulen erworbenes modernes Bewusstsein über Menschenrechte, Demokratie und Technologie verbinden können mit dem Streben nach Weisheit über die Aufgabe und die Zukunft des Menschen und dem Bewusstsein der Spiritualität, das in Europa als „östlich“ gilt.
Asien ist der Anthoposophie schon sehr nahe. In Asien ist die Weisheit über die Zukunft und die Aufgabe des Menschen vielerorts noch vorhanden, die in der Anthroposophie mit moderner Erkenntnismethode und kompatibel zu dem soziologischen und technologischen Fortschritt neu entwickelt wird. Diese Weisheit hat aber den Anschluss an die moderne Welt nicht gefunden und stirbt langsam aus. An diese traditionelle Weisheit wird Anthroposophie in Asien anknüpfen können.

WELEDA* ist ein Teil eines Gegenpols zur rein naturwissenschaftlich-technologisch orientierten Gesellschaft und das grösste und einflussreichste Organ der anthroposophischen Bewegung.

Mit dem Vertrieb der Körperpflegeprodukte wird WELEDA in Asien Menschen erreichen, die nach Ideen und Gedanken suchen, die nicht entweder aus den alten, eigenen Traditionen stammen oder aus der technologisch-naturwissenschaftlichen Weltanschauung, die ihrem Wesen eigentlich fremd ist. Besonders junge Familien wird WELEDA erreichen, die sensibel für diese Fragen sind und für das Neugeborene nur das Beste und Alternativen zu dem entweder Alten, Traditionellen oder dem als „unmenschlich“ empfundenen neuen naturwissenschaftlichen Denken und der daraus erwachsenden Medizin, Pädagogik etc. suchen.

Durch WELEDA werden diese Menschen einen eigenen Zugang zur Anthroposophie und den anthroposophischen Tätigkeitsfeldern (Pädagogik, Landwirtschaft, Medizin ...) finden und diese Erkenntnisse in die Suche nach Standpunkten für die Zukunft einfliessen lassen, die zur Zeit entwickelt, erprobt und auch wieder verworfen werden. Nach dem faktischen Tod des Kommunismus erscheint zur Zeit der amerikanische „way of living“ oft als einzig erstrebenswertes Ziel, andererseits werden die Schwächen dieses Systems erkannt und Führer asiatischer Staaten wie z.B. Malaysia und Singapur ergreifen entschieden Partei, wenn es um die Diskussion über die Gefahren der Globalisierung, der Amerikanisierung und des Regimes der multinationalen Konzerne geht. Ein "anthroposophsicher" Ansatz in der Suche nach einer Alternative zur Diktatur des Kapitals und der Börse wird hier auf fruchtbaren Boden fallen, wie sich auf den Philippinen zeigt, wo Gedanken der Dreigliederungsbewegung auf dem besten Weg sind, Gesetzeskraft zu erlangen.

Auf der Suche nach Alternativen brauchen die Menschen in Asien keine grossen Ideale, sondern praktische Beispiele und Visionen, die die Bedürfnisse sowohl nach einer modernen Gesellschaft als auch nach Spiritualität und Weisheit befriedigen. Asien ist auf der Suche und offen für neue Impulse. Es herrscht eine Art Vakuum, das aufgefüllt werden muss. Ein Beispiel einer Vakuum-Situation war die Zeit nach dem 1. Weltkrieg in Europa, in der verschiedenste Gesellschaftsformen diskutiert wurden und dann der Nationalsozialismus anstatt der Dreigliederung das entstandene Vakuum ausfüllte.

In Asien werden zur Zeit Gesellschaften geformt. Aus Mangel an Alternativen werden es kapitalistische, unter dem Druck Europas und Amerikas auch demokratische Gesellschaften, aber das eigentliche Bedürfnis der Menschen befriedigt diese Gesellschaftsform nicht, da durch sie die noch vorhandenen traditionellen Werte zerstört und spirituelle Bedürfnisse nicht befriedigt werden. Diese Unzufriedenheit äussert sich z.B. in einer Betäubung durch den Konsum - wie in HongKong und Singapur - oder einer Hinwendung zu religiös-fanatischen Weltbildern, die meist aus dem Islam abgeleitet werden. Beide Phänomene sind Ausdruck des Vakuums, das nicht mit den adäquaten Inhalten gefüllt wird.

Durch ein ökonomisch-kulturelles Zentrum in Asien - z.B. in Singapur - wird WELEDA dazu beitragen, dass dieses Vakuum mit positiven, menschengemässen und zukunftsfähigen Inhalten gefüllt wird.

Durch die Körperpflegeprodukte, besonders durch die Baby- und Kinderpflege, erreicht WELEDA die Menschen, die auf keinem anderen Weg erreicht werden können. WELEDA wird so praktische Brücken zu bauen zu der Kultur, die hinter der WELEDA-Idee steht und nach der die Menschen suchen: modern, aber trotzdem spirituell, und die sich manifestiert in Waldorfpädagogik, in biologisch-dynamischer Landwirtschaft, in anthroposophisch erweiterter Medizin und sozialer Dreigliederung ... . WELEDA wird z.B. Eltern eine Brücke zu bauen zu Alternativen für die Pflege, die Gesundheit und die Erziehung ihrer Kinder, eine Brücke, die sie zu einer Alternative zu Konsum einerseits und zu religiösem Fanatismus andererseits führen kann. Dieser Brückenbau kann nur von WELEDA geleistet werden, da WELEDA der Anthroposophischen Gesellschaft gehört und in ihren Produkten und in ihrer Geschichte das verkörpert, nach dem die Menschen suchen. Der Weg zu diesem ökonomisch-kulturellen WELEDA-Zentrum ist schon teilweise erforscht. Es bedarf noch ca. zwei Jahre intensiver Vorarbeit, dann kann das Zentrum Wirklichkeit werden.

*WELEDA ist ein eingetragenes Markenzeichen der WELEDA AG, die zu über 30 % der Anthroposophischen Gesellschaft gehört, deren Mitglied ich seit über 2 Jahrzehnten bin. Als Miteigentümer fühle ich mich für diese Gesellschaft mitverantwortlich.

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