Dieser Blogeintrag ist also quasi ein offner Brief an Herrn Pietzner. Ich würd mich über eine Antwort sehr freuen - bitte, Herr Pietzner, schreiben Sie mir.
(Siehe auch Blogeintrag vom 18. Januar: Geschwächt und zurück in den Kapitalismus.)
Auf die Frage nach der moralischen Bewertung diese Deals sagten Sie:
"Die AAG hat eine der Sache entsprechende Verantwortung, die natürlich auch in ihrem Geschäftsgebaren sichtbar werden soll. Langfristige Ausrichtung und ein achtsamer Umgang mit Ressourcen sind ein Teil dessen was wir unter moralischem Handeln verstehen."
Lieber Herr Pietzner, seine Sie doch mal ehrlich: Es stinkt Ihnen doch auch, dass WELEDA kein Geld verdient, im Gegenteil, dass WELEDA Geld verliert. Warum sagen Sie es denn nicht? Warum decken Sie das unfähige Management dieser Firma?
Wenn Sie sagen, dass die AAG eine Verantwortung hat, dann nehmen Sie diese Verantwortung doch bitte auch wahr! Retten Sie die WELEDA vor der endgültigen Pleite!
Ich verstehe nur nicht, wie sich diese Verantwortung in dem Geschäftsgebaren zeigt. Zum Geschäftsgebaren kann man nur sagen: Ganz schön clever gemacht - aber so ganz richtig seriös ist das auch nicht, dieses Jonglieren mit niedrigem Ausgabekurs der Partizipationsscheine, dem Weiterverkauf der Hälfte für den doppelten Preis, und das Ganze auch noch in einem zeitlichen Rahmen, der keine großen Überbrückungskredite notwendig macht. Vieleicht sollte die AAG die Spenden nächstens in Aktien investieren - da geht es auch darum billig einzukaufen und teuer zu verkaufen, und das beherrschen Sie ja anscheinend gut. Nur ist das leider etwas weit von dem entfernt, was Rudolf Steiner als "moralisches bzw. brüderliches Verhalten" in der Wirtschaft verstand.
Sie sprechen auch von "langfristiger Ausrichtung" und "schonendem Umgang mit Ressourcen" - warum schauen Sie nicht, dass dies bei WELEDA auch so ist? Dass auch WELEDA verantwortungsbewusst mit dem Geld der Aktionäre und Partizipationsschein-Inhaber umgeht? Was ist denn das langfristige Zeil der WELEDA? Weiterhin Gelder in Hobby-Projekten einzelner Geschäftsführer - wie z.B. die Heart-Balance AG - abzuschreiben? Was tun Sie, dass dies nicht mehr geschieht? (Siehe auch Blogeintrag vom 28. Januar: Lesehilfe für die TRANSPARENZ)
Die AAG und die Ita Wegmann Klinik (IWK) haben zusammen die Mehrheit des Stimmkapitals. Sie können - einen entsprechenden Willen vorausgesetzt - das Management austauschen und mit fähigen Leuten besetzen. Mit Menschen, die ihre Verantwortung ernst nehmen.
Während meiner Zeit bei WELEDA - also vor ca. 8 Jahren schon - hatte ich wiederholt längere Gespräche mit Ihrem Vorgänger, Herrn Kerler, (und auch mit anderen Persönlichkeiten, die in der AAG für die WELEDA zuständig waren) und habe ihn gebeten, seine Verantwortung wahr zu nehmen und das Management wenigstens teilweise auszutauschen, da ich erlebte, wie durch die Unfähigkeit dieses Managements das Geld, dass für die Entwicklung der Anthroposophie eingesetzt werden solte, verschwendet wurde.
(Einige Briefe an Herrn Kerler können Sie hier nachlesen: Brief 1 (anonym) , Brief 2, Brief 3, Brief 4, Brief 5, Briefe an andere Persönlichkeiten hier: An den Lörracher Zweigleiter, An das Arbeitszentrum Freiburg - und ein zweiter Brief dorthin, An Herrn Pommerenning und an die deutsche Landesgesellschaft )
Auch mit Ihnen hatte ich längere Gespräche, ich hatte Ihnen an verschiedenen Punkten dargelegt, warum in der jetzigen Struktur der WELEDA mit dem jetzigen Management immer wieder Geld verschwendet wird und trotzdem die Aufgaben nicht erfüllt werden, die WELEDA hat.
Herr Kerler hat nichts getan - und sitzt jetzt als Präsident im Verwaltungsrat der WELEDA. Ist das der Dank der WELEDA Manager für sein Nichtstun? Dass er sie hat weiter wurstel lassen und ihre Egoismen pflegen? Das er sie weiter hat ihre Hobbys pflegen lassen und z.B. die Heart-Balance AG mit WELEDA Geld gründen, die in 2006 mit 1 Mio CHF Verlust die Bilanz der WELEDA belastet? Das Schema kommt bekannt vor, deutsche Politiker tun das auch - während ihrer Amtszeit erlassen Sie Gesetze und Vorschriften, die den Unternehmen gefallen, um es sich nach ihrer Amtszeit im Vorstandssessel bequem zu machen.
Sie sind jetzt 6 Jahre Schatzmeister der AAG, und seit 6 Jahren wissen Sie Bescheid über die Zustände - ich habe sie Ihnen ausführlich dargelegt. Und Sie haben nichts getan - und jetzt die Quittung dafür.
In den 6 Jahren ist also weiter Kapital vernichtet worden, musste WELEDA weiter Darlehen aufnehmen (= Partizipationsscheine ausgeben), während andere Naturkosmetikfirmen sich eine satte Kapitaldecke zulegen und expandieren konnten.
Ich werde in einem der nächsten Einträge einige Begebenheiten aus der dreijährigen Missmanagementhistorie der WELEDA Schweiz, wie ich sie erlebt habe, schildern, damit dem geneigten Leser klar wir, wo das Geld bleibt. Warum WELEDA - trotz der hohen Preise ihrer Produkte - im Export nicht richtig gut Geld verdient, habe ich ja im vorherigen Kapitel "Verpasste Chancen und Aufgaben" beschrieben. Ich habe zwar nicht Betriebswirtschaft studiert, sondern nur Umweltschutz, Waldorfleherer und dann noch Asien-Management, aber um die Misswirtschaft bei WELEDA zu erkennen braucht es nichts ausser einem gesunden Menschenverstand.
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