Der Prozess gegen den ehemaligen Geschäftsführer der WELEDA Russland GmbH, Andrei Loktev, nimmt in Moskau seinen Fortgang. Wie er mir in einigen Mails beschreibt, sind da Prozesse im Gange die nur mit der immer noch fragwürdigen Praxis russischer Gerichtsbarkeit zu erklären sind und mit Einflussnahme und evtl. auch Schmiergeldzahlungen interessierter Personen, zu denen seinen Angaben zufolge auch einige der jetzigen Vertreter der WELED AG in Russland gehören, also der WELEDA East LLC, die seit 2012 als 100%ige Tochter der WELEDA AG in Moskau tätig ist.
Herr Loktev übermittelte mir den folgenden Brief an die die Geschäftsleitung der WELEDA AG, den ich hier im Wortlaut - der besseren Lesbarkeit halber leicht korrigiert - wiedergebe:
An die Geschäftsleitung der WELEDA AG
Ralf Heinisch
Samir Kedwani
Andreas Sommer
Harald Mathes
Ralf Heinisch
Samir Kedwani
Andreas Sommer
Harald Mathes
Sehr geehrte Herren
In Russland während mehr als 20 Jahre entwickelt sich die anthroposophische Medizin. Die Weleda AG, als anthroposophisches Unternehmen, gegründet von Rudolf Steiner persönlich in 1921, hatte immer versucht die Arbeit in Moskau zu unterstützen. In bedeutenden Maß war es ermöglicht dadurch, dass in Moskau eine russische Weleda gegründet wurde durch deren ersten Direktor Andrei Loktev und durch die ärztliche Betreuung von Dr. Olaf Titze. Gewiss, sie waren nicht alleine auf diesem breiten Arbeitsfeld. Solche bedeutenden Persönlichkeiten wie Dr. Hans Werner, Georg Soldner, Markus Sommer und viele andere haben mitgewirkt.
Viele russische Ärzte, die zur anthroposophischen Medizin kamen, sind dankbar für die wohlwollende Fürsorge dieser Ärzte und auch Andrei Loktevs. Dieser hat die ersten Seminare für die anthroposophische Medizin organisiert und war sehr aktiv in dieser Bewegung. Unter seiner Leitung wurden die ersten anthroposophischen Präparate, die besten "-dorons" registriert und hergestellt. Auch andere Weleda Präparate sind damals in der Weleda in Moskau hergestellt worden, dadurch hatten die ersten Ärzte die Möglichkeit zu handeln gehabt.
Außerdem wurden noch komplizierte wissenschaftliche pharmakologische Studien bezüglich der klinischen Wirksamkeit von Iscador Qu (mit Teilnahme führender russischer Wissenschaftler) durchgeführt. Auf Grund dieser Forschung wurde das Präparat zugelassen und sollte auf den Markt gebracht werden durch eine "Iscador-Schule" für Ärzte.
Man muss sich klarmachen, dass die Registrierung, Herstellung und Wirtschaftsführung in Russland besondere Durchhaltekräfte im Menschen fordert. Diese kann man in sich aufbauen durch das Verständnis des Wichtigkeit unserer Bewegung im Sinne der Geisteswissenschaft von Rudolf Steiner für das Russland der Zukunft.
Mit vielen Mühen und Schwierigkeiten registrierte Präparate wurden jetzt nicht hergestellt und auch nicht in Russland verwendet.
Die negative Dynamik der Entwicklung der Weleda in Russland begann nach dem Rücktritt aus Altersgründen von Dr. Olaf Tizte, der regelmäßig nach Russland kam und objektiv unsere Probleme und Taten abschätzen konnte. er versuchte uns immer dabei zu helfen. Kurz nach seinem Rücktritt wurde die Weleda in Russland geschlossen.
Seitdem gibt es seit vielen Jahren keine Weleda Heilmittel mehr in Russland, außer Hepatodoron (als Nahrungsergänzung). Und es ist auch klar warum. Für eine Neubildung einer Organisation die eine geistige Weltanschauung in ihrer Basis hat, braucht man Menschen, die diesen Impuls in sich tragen und einen guten Willen und einen starken Geist haben. Wenn dies auf einer anderen Ebene gemacht wird, nur mit einem Impuls mehr zu verkaufen um schneller an Geld zu kommen durch bloß kommerziell orientierte Menschen, kann man Kosmetik verkaufen, aber auch diese Präparate verlieren ihre Besonderheiten, die viele Menschen angezogen haben.
Außerdem entstand in dieser Zeit in der anthroposophischen Gesellschaft und in ihrer Umgebung eine unklare und nicht gesunde Atmosphäre über Weleda. Immer mehr hören wir unerwartete Informationen von einer anthroposophischen Initiative. Amoralische Vorgänge, die die jetzigen Vertreter der Weleda AG in Russland durchziehen. Unendliche Gerichtsprozesse gegen den ersten Direktor der Weleda in Russland, Andrei Loktev, auf dem die Misserfolge der Weleda in Russland zu Beginn der 2000er Jahre übertragen werden. Diese Übertragung stellt uns eine Frage über die Moralität von dem Vorgehenden aus dem anthroposophischen Gesichtspunkt. Nach unserer Meinung - es gab keine richtige Durcharbeitung dieser Situation in Moskau von der deutschen Seite dadurch entstanden Vorgänge die der anthroposophischen Ethik nicht entsprechen.
Wir haben eine Bitte an Sie. Es kann sein, dass Sie nicht objektiv über die Lage in der ersten russischen Weleda und über den Gerichtsprozess gegen Andrei Loktev informiert sind. Wir biten um einen persönlichen Kontakt mit Herrn Loktev, um eine friedliche, nicht gerichtliche Lösung der Situation zu finden.
Die russische anthroposophische und auch medizinische Öffentlichkeit bittet die Sache zu klären und den Verdienst von Herrn Loktev richtig einzuschätzen und dadurch die Meinung über die Weleda in Russland in eine positive Richtung zu ändern.
Im Namen und im Auftrag der anthroposophischen medizinischen Gemeinschaft in Russland
1. Für die Anthroposophissche Gesellschaft in Russland: R. Beilmann
2. Für die Waldorfbewegung in Russland
3. Der Koordiantor des Iscador-Studiums in Russland: M. Tomkevitsch
4. Für das Moskauer Therapeutikum
Dieser Brief wurde erstmals von Vertretern der o.g. Institutionen unterschrieben, anschließend von vielen weiteren Menschen, und während der Jahresversammlung der Anthroposopischen Gesellschaft in Russland in diesem Monat werden noch viele weitere Unterschriften hinzukommen.
Vielleicht ist es hilfreich sich vor Augen zu führen, welche Zustände zur Zeit der Gründung der WELEDA am Ande des 20. Jahrhunderts in Russland herrschten. Herr Loktev schreibt in einer Mail, dass bei uns im Westen wohl nur Dr. Titze beurteilen kann und "weiss Alles wie es war und was bedeutete - Weleda in 90en Jahren in banditisch-geheimdienstliche Russland führen und pflegen."
Herr Loktev freut sich weitere Fragen gerne direkt zu beantworten, am besten per Mail an andr.ark.loktev@yandex.ru. Herr Loktev spricht uns schreibt auch gut deutsch.
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